Lüdenscheid. Otto Ersching, Sprecher der Partei die Linke in Lüdenscheid, schreibt zur Erwerbslosigkeit im Märkischen Kreis:

“Auch im Januar 2021 ist die tatsächliche Erwerbslosigkeit im Märkischen Kreis mit 22.006 Menschen sehr hoch. Was aber die neoliberalen Akteure der Arbeitsmarktpolitik in keiner Weise veranlasst, die Alarmglocken zu läuten. Im Gegenteil, sie verbreiten weiterhin Zweckoptimismus, wenn die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Iserlohn, Sandra Pawlas, erklärt: “… dass der Arbeitsmarkt weiterhin recht robust reagiert und sogar saisonale Effekte ausgleicht.”



Man könnte schon fast von einem Realitätsverlust sprechen, aber es gehört erfahrungsgemäß zur neoliberalen Propaganda, schlechte Fakten schön zu reden, um die deutsche Politik im europäischen Konzert weiterhin als erfolgreich darzustellen.

Zu den Zahlen im Einzelnen:

Die offizielle Erwerbslosigkeit wird mit 17.388 Menschen angegeben, damit werden 4.618 Menschen unterschlagen, weil sie im neoliberalen Politsprech nicht zu den “Arbeitslosen” gerechnet werden. Sie befinden sich entweder in sog. Trainings- oder Weiterbildungs-Maßnahmen oder gehören zu Alleinerziehenden oder sind kurzfristig arbeitsunfähig erkrankt. Alle von ihnen sind zwar bei den Arbeitsagenturen erwerbsloslos gemeldet, werden aber zur Bereinigung der Statistik nicht berücksichtigt.

Was an der aktuellen Entwicklung von Bedeutung ist, durch die Corona-Pandemie und den entsprechenden “Maßnahmen” die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in weit größeren Ausmaß ihren Arbeitsplatz verloren haben als die Menschen, deren Minijob oder ähnlich prekäre Arbeitsverhältnisse gekündigt wurden. Während im Verhältnis zum vergleichbaren Vorjahresmonat die Zahl von ALG I-Bezieher*innen um 906 gestiegen ist, beträgt die Vergleichszahl im Hartz-IV-Bezug lediglich 707 Menschen. Dies verwundert auf den ersten Blick, weil z.B. auf Bundesebene seit Beginn der Corona-Maßnahmen ca. 850.000 Minijobs gekündigt wurden. Die betroffenen Menschen finden sich nicht in der Statistik wieder. Das liegt zum großen Teil daran, dass ein Teil von ihnen bereits aufstockende Leistungen vor der Kündigung erhalten hat und deshalb nicht neu registriert worden sind oder aber der Minijob war ein sogenannter Zweitjob, so dass dann auch keine Hartz-IV-Leistungen in Anspruch genommen werden können, weil das vorhandene Einkommen höher lag als der Hartz-IV-Bedarf.

Schließlich, nach wie vor hält die herrschende Arbeitsmarktpolitik an den menschenunwürdigen sogenannten Arbeitsgelegenheiten, also 1 Euro-Jobs, fest.

Otto Ersching

Sprecher

DIE LINKE.Lüdenscheid

(Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers/der Verfasserin wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu kürzen vor.)

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