Beim Ortstermin bei Wilhelm Schröder GmbH hoben Arbeitsagentur, Unternehmen und Bürgermeister die Attraktivität betrieblicher Ausbildungen hervor. Foto: Bernhard Schlütter

Herscheid. Die Zahlen der offenen Ausbildungsplätze und der Ausbildungssuchenden im Märkischen Kreis sind nahezu gleich. 3323 bei der Arbeitsagentur Iserlohn gemeldeten Stellen stehen 3311 Bewerber gegenüber. In der von der Agentur ausgerufenen „Woche der Ausbildung“ wird die Werbetrommel gerührt, um Unternehmen und Auszubildende zusammenzubringen. So beim Ortstermin am heutigen Dienstag (27. Februar) in der Firma Wilhelm Schröder in Hüinghausen.

Vor allem in den gewerblichen Berufen in der Industrie und im Handwerk, aber auch im Dienstleistungsbereich und Einzelhandel werde es immer schwieriger, ausreichend beruflichen Nachwuchs zu bekommen, berichtet Julia Kuhn vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Iserlohn.

„Mit dieser Aktionswoche wollen wir Arbeitgebern und jungen Menschen den Stellenwert, die Chancen und die Vorteile der beruflichen Ausbildung aufzeigen. Wer bereits gut vorbereitet ist, aber noch einen Ausbildungsplatz sucht oder sich noch nicht sicher ist, welche Ausbildung die Richtige ist, kann den freien Zugang zur Berufsberatung nutzen und ohne Termin mit unseren Berufsberaterinnen und Berufsberatern über seine berufliche Zukunft sprechen“, erklärt Sandra Pawlas, Chefin der Arbeitsagentur Iserlohn.

Motivation und Sozialkompetenz gefragt

„Wir bekommen weniger Bewerbungen und manche Bewerber sind einfach zu schwach“, schildert Carola Okulla, Personalleiterin bei W. Schröder. Allerdings sei ein gutes Zeugnis nicht unbedingt das Hauptkriterium bei der Personalauswahl. „Hohe Motivation und Sozialkompetenz sind uns wichtiger. Wir haben sehr gute Ausbilder und helfen unseren Auszubildenden auch individuell zum Beispiel mit Nachhilfeunterricht.“

Die Schröder-Auszubildenden Mohammed Ali Jaafari (Mechatroniker), Joel Hippke (Maschinenanlagenführer) und Tim Scheideler (betriebliche Einstiegsqualifizierung zur Fachkraft für Metalltechnik) sind im ersten Ausbildungsjahr. Ob als Flüchtling, Förderschüler oder mit mäßigem Schulabschluss – ihr Weg in den Beruf ist aus verschiedenen Gründen kein leichter, aber sie sind hochmotiviert, was ihnen auch ihr Ausbildungsleiter Thorsten Rohrmann bescheinigt.

Gute Angebote in der Region

Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach erinnert sich noch gut an die Ausbildungswochen vor einigen Jahren: „Damals haben wir in den Unternehmen dafür geworben, zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Heute ist es umgekehrt.“ Für die Kommunen sei es wichtig, dass zum einen die Unternehmen vor Ort Mitarbeiter fänden und zum anderen die jungen Leute in der Region blieben. „Dafür haben wir hier inzwischen viele gute Angebote geschaffen. Arbeiten, leben und wohnen ist attraktiv.“ Defizite gebe es nach wie vor in der Infrastruktur, aber „wenn man ein Auto hat und schnelles Internet ist die Region attraktiv“. Die Vorteile der Region müssten eben noch mehr hervorgehoben werden.

 

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