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Tach-Montage, Fotos: tft


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Iserlohn. Einen Jahresrückblick 2015 und einen Ausblick 2016 legten heute (17.12.2015) die Agentur für Arbeit (BA) und das Jobcenter Märkischer Kreis vor. Es gab viel Positives zu berichten miz zuversichtlichen Aussichten. Im hiesigen BA-Bericht heißt es:

Beschäftigung 2015 kontinuierlich angestiegen

Karin Käppel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Iserlohn. Tach-Montage, Fotos: Tonscheidt
Karin Käppel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Iserlohn. Tach-Montage, Fotos: Tonscheidt

„Der kontinuierliche Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Märkischen Kreis und der damit verbundene Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigt, wie stabil und vor allem dynamisch sich der heimische Arbeitsmarkt in 2015 entwickelt hat“, schaut Karin Käppel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Iserlohn, auf die Entwicklung des laufenden Jahres zurück. „Die Anzahl der Stellenmeldungen liegt im Vergleich zu den vergangenen Jahren auf Rekordhoch, wobei viele Arbeitgeber bislang nicht die passenden Bewerberinnen und Bewerber gefunden haben.“ Für 2016 prognostiziert Karin Käppel einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit: „Aktuell konnten insgesamt rund 700 Flüchtlinge bei Arbeitsagentur und Jobcenter registriert werden – weitere werden im kommenden Jahr dazukommen. Ein unmittelbarer Übergang der Flüchtlinge in Arbeit ist aufgrund der sprachlichen Hürden erschwert, so dass ich mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen werde. Jahresdurchschnittlich werden wir uns daher in 2016 über der Größenordnung von 15.000 Arbeitslosen bewegen!“

Arbeitslosenquote bislang 0,5 Prozent unter Vorjahresniveau

Im Jahr 2014 lag der Jahresdurchschnitt des Arbeitslosenbestandes bei 15.550 Personen. Agenturchefin Karin Käppel erklärt: „Die Werte des diesjährigen Dezembers liegen noch nicht vor, so dass wir den Gleitenden Jahreswert, also die Werte Dezember 2014 bis November 2015, mit dem Vorjahr vergleichen können. Anfang 2016, wenn die Werte abschließend vorliegen, werden wir dann noch einmal rückblickend schauen, welche Abweichungen wir erkennen können.“ Dem Gleitenden Jahreswert nach waren 15.028 Personen arbeitslos. Das sind 3,4 Prozent bzw. 522 Personen weniger als in 2014. Die Arbeitslosigkeit hat sich über das Jahr gesehen bisher um gut 1.600 Personen ermäßigt.“



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Die Arbeitslosenquote, errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, lag im November 2015 bei 6,4 Prozent. Im Jahresschnitt 2014 verzeichnete die Statistik eine Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent. Somit ist bislang ein Rückgang um 0,5 Prozentpunkte festzustellen.

Die Gesamtzahl der Arbeitslosigkeit verteilt sich auf beide Rechtskreise: Die Arbeitsagentur, zuständig für Kunden der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III, betreute von Dezember 2014 bis November 2015 im Schnitt 4.300 arbeitslose Personen, das sind 252 Personen weniger als im Jahresdurchschnitt 2014. Das Jobcenter Märkischer Kreis (Rechtskreis SGB II) verzeichnet in dem Zeitraum des Gleitenden Jahreswertes einen Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende um 271 auf insgesamt 10.728 Personen.

2015 sehr postive Arbeitsmarktnachfrage

Während im gesamten Jahr 2014 durchschnittlich 5.031 arbeitslose Personen von der Agentur für Arbeit Iserlohn betreut wurden, waren dies von Dezember 2014 bis November 2015 durchschnittlich 4.300 Personen.

Karin Käppel erläutert: „Das Jahr 2015 kann aufgrund der sehr positiven Arbeitsmarktnachfrage als durchweg dynamisches Jahr betrachtet werden. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Märkischen Kreis innerhalb eines Jahres um gut 1.400 Personen zugenommen. Das alleine zeigt schon die hohe Dynamik. Zum Ende dieses Jahres rechne ich nun jedoch aufgrund des Wetters und der teils anfallenden Betriebsferien mit dem saisonal üblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen.“

Alle von der Arbeitsagentur betreuten Personengruppen der Arbeitsmarktstatistik sind im Vergleich zum Vorjahr von dieser positiven Entwicklung des Jahres betroffen. Im Jahresbestand macht sich bei allen Personengruppen ein Minus zum Vorjahr bemerkbar.

MK-Jobcenter deutlich besser als der Landestrend

Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis. Tach-Montage, Fotos: Tonscheidt
Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis. Tach-Montage, Fotos: Tonscheidt

Die Zahl Bedarfsgemeinschaften und die Anzahl der Personen, die auf Leistungen des Jobcenters angewiesen sind, zeigen im Jahresverlauf 2015 einen mit dem Vorjahr vergleichbaren Trend. „Nachdem wir im ersten Quartal dieses Jahres einen Zuwachs zu verzeichnen hatten, haben sich die Zahlen in den Folgemonaten kontinuierlich rückläufig entwickelt. Der leichte Zugang im November ist analog der vergangenen Jahre saisontypisch bedingt. Alle Monatswerte unterschreiten die Vergleichswerte des Vorjahres“ hält Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis, die Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende fest und zieht für das Jahr 2015 eine positive Bilanz: „Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist entgegen dem landesweiten Trend (+1,5 %) im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf 16.398 zurückgegangen. Die von uns betreute Anzahl erwerbsfähiger Leistungsberechtigter im Alter zwischen 15 und 65 Jahren reduzierte sich auf 22.043 Personen und liegt um 1 Prozent unter dem Vorjahr, während landesweit ein Anstieg um 1,9 Prozent zu verzeichnen ist. Trotz des leichten Zuwachses im letzten Monat bewegen wir uns aktuell nur geringfügig über dem Tiefststand, den wir im September 2012 erreicht haben. Vor dem Hintergrund, dass sich mit den Änderungen des Asylbewerberleistungsgesetzes und der Aufnahme von Flüchtlingen die Anzahl ausländischer erwerbsfähiger Leistungsberechtigter im Jahr 2015 erhöht hat, ist dies eine sehr erfreuliche Entwicklung“ verdeutlicht Volker Riecke.

Mit 10.260 Personen liegt die Anzahl der Arbeitslosen um 478 bzw. um 4,5 Prozent unter dem Vorjahr. „Dies ist zugleich der niedrigste Stand seit November 2012“ so Volker Riecke. Die Arbeitslosigkeit der Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermäßigte sich um 5,8 Prozent. „Der Anteil der unter 25-Jährigen an allen Arbeitslosen fällt im Märkischen Kreis mit 6,9 Prozent nach wie vor wesentlich günstiger aus als der Bundes- und Landesdurchschnitt“ berichtet Volker Riecke. Die Anzahl der Arbeitslosen der Altersgruppe der 25- bis unter 50-Jahrigen ging um 6,3 Prozent zurück, bei den über 50-Jährigen liegt der Rückgang bei 0,5 Prozent. „Die Entwicklung macht deutlich, dass auch der vom Jobcenter betreute Personenkreis von den positiven Beschäftigungschancen profitieren konnte“ erläutert Volker Riecke.

Aktuell 620 Stellen mehr als in 2014

Insgesamt wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Iserlohn und des Jobcenters Märkischer Kreis im Jahresschnitt 2014 genau 11.389 Stellen gemeldet. Von Dezember 2014 bis November 2015 wurden dem Arbeitgeberservice 12.009 Stellen in Auftrag gegeben. Das sind 620 Stellen oder 5,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die 11.389 Stellen dieses Jahres beziehen sich überwiegend auf Stellen aus den Top 5-Branchen im Märkischen Kreis: das Verarbeitende Gewerbe, der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, das Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie dem Baugewerbe. Im Vorjahr wurden dem Arbeitgeberservice insgesamt 9.899 Stellen gemeldet.

Agenturchefin Käppel prophezeit: „Die Stimmung der Wirtschaft ist in diesem Jahr mit geringen Ausnahmen beständig positiv. Die heimischen Arbeitgeber wissen um die demografische Entwicklung und die Altersstruktur ihrer Betriebe. Nicht immer konnten bisher die gewünschten Arbeitskräfte für die suchenden Unternehmer gefunden werden. Während einige Arbeitgeber vermehrt Bewerbern, die auf den zweiten Blick überzeugen, eine Chance geben, warten andere wiederum lieber länger auf neues Personal. Grundsätzlich bieten sich aufgrund der Vielzahl an Stellenmeldungen jedoch gute Chancen für arbeitssuchende Personen. Wer dann noch gut qualifiziert, mobil und motiviert ist, hat optimale Chancen. Bei fehlenden Qualifikationen kann sind Arbeitsagentur und Jobcenter gute Ansprechpartner. Wir unterstützen mit diversen Weiterbildungs- oder Fördermöglichkeiten.“

Ausblick 2016

Vier Themenschwerpunkte begleiten Agenturchefin Karin Käppel in das kommende Jahr und stellen damit auch die Herausforderungen für 2016 dar: „Das Thema Inklusion im Märkischen voranzubringen habe ich bereits 2014 begonnen und werde dieses Ziel auch ins kommende Jahr mitnehmen. Hier gilt es, mit unseren Partnern den optimalen Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung zu finden und dort dauerhaft zu integrieren. In nahezu 300 Fällen ist uns das bereits gelungen. Nachlassen möchten wir da jedoch nicht. Darüber hinaus liegt mir die berufliche Rückkehr nach einer familienbedingten Auszeit besonders am Herzen. Dazu haben wir eine Stelle für eine Wiedereinstiegsberaterin geschaffen. Allein in diesem Jahr konnten 118 Personen auf unser Angebot aufmerksam gemacht und in kürzester Zeit alleine 16 Personen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und 12 in Nebenjobs sowie 18 in Qualifizierungen untergebracht werden, um darüber anschließend in Arbeit zu kommen. Dieses Projekt werden wir im kommenden Jahr fortsetzen. Das Thema Qualifizierung wird ebenfalls im kommenden Jahr noch weiter fokussiert. Der Arbeitsmarkt benötigt qualifizierte Arbeitskräfte und nicht jede Person, die häufig nach jahreslanger Betriebszugehörigkeit arbeitslos wird, ist noch frisch qualifiziert. Oft sind es auch Jugendliche, die nach der Schule bei Personaldienstleistern auf Helferniveau mehr Geld verdienen als in einer Ausbildung. Das lockt an – führt aber perspektivisch aufgrund der fehlenden Ausbildung häufig in Arbeitslosigkeit. Und genau da setzen die Qualifizierungsangebote der Agentur für Arbeit und des Jobcenters an. Wir haben dazu eine Bildungszielplanung abgeschlossen, die insbesondere auf die Berufe mit Fachkräftebedarf im Märkischen Kreis ausgerichtet ist.

Der vierte Themenschwerpunkte richtet sich an die Flüchtlinge, die sich bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter bereits gemeldet haben und sich im kommenden Jahr in noch größerer Anzahl melden werden. Wir haben uns in der Region mit den Ansprechpartnern der Städte sowie auch Bleiberechtsnetzwerke gut vernetzt. In unserer Arbeit steht der Spracherwerb des Personenkreises der Flüchtlinge vor allem anderen, um darüber künftig den Weg in Arbeit oder Ausbildung weisen zu können.“

Eine treffende Prognose zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit des kommenden Jahres ist erschwert. Karin Käppel erläutert: „Eine genaue Größenordnung der Flüchtlinge, die im kommenden Jahr auf die Arbeitsagentur und das Jobcenter zukommen werden, liegt nicht vor. Grundsätzlich wird die Arbeitslosigkeit eher ansteigen, in welchem Maße, kann trotz der guten Stimmung der Wirtschaft derzeit nicht eindeutig prognostiziert werden.“

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