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Die gebürtige Hagenerin und Psychologin Dr. Ilga Opterbeck leitet seit wenigen Monaten das städtische Beratungszentrum Rat am Ring. Foto: Maximilian Gerhard/Stadt Hagen

Hagen. “Bei einer guten Beratung gibt es nicht einen perfekten Ratschlag, den wir vorgeben. Es geht eher darum, zuzuhören und nach persönlichen Lösungen zu suchen”, beschreibt Diplom-Psychologin Dr. Ilga Opterbeck ihre Hauptaufgabe. Sie ist seit rund einem halben Jahr die Leiterin des städtischen Beratungszentrums Rat am Ring.

Dort lautet ihr Credo: “Ein Klient muss die Lösung für sein Problem auch selbst finden und dabei helfen wir.” Hingegen wäre es falsch, dem Gegenüber “einfach nur die eigenen Ratschläge überzustülpen”, sagt Opterbeck.

Rheumapreis im Jahr 2014

Die gebürtige Hagenerin studierte Psychologie in Bochum und nahm danach eine Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fernuniversität Hagen auf. Es folgten Stellen bei der Frühförderstelle der Arbeiterwohlfahrt sowie bei der psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Ennepe-Ruhr-Kreises. Eine besondere Ehre erlebte sie 2014, als ihr der Deutsche Rheumapreis verliehen wurde.



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Bei dieser Auszeichnung geht es darum, Menschen und ihre Arbeitgeber mit Vorbildcharakter zu würdigen. Sie sollen mithilfe des eigenen Erfolges im Beruf allen rheumatisch Erkrankten Mut machen. “Man muss sich auf seine Stärken konzentrieren”, möchte Ilga Opterbeck alle durch eine Krankheit eingeschränkten Menschen darin bestärken, ihren Weg im Berufsleben möglichst unbeirrt fortzusetzen.

Beruflich ging es für sie im vergangenen Jahr zurück in die Heimat: “Mit der Rückkehr nach Hagen bin ich glücklicherweise wieder bei meinen Wurzeln angelangt”, zeigt sich Ilga Opterbeck immer noch begeistert davon, dass sie im Herbst 2019 die Leitungsposition von Rat am Ring übernehmen durfte.

Gefühl für die Lage junger Menschen

Das Spektrum ihres Verantwortungsbereiches reicht von der Fachberatung für Kindeswohl und der heilpädagogischen Ambulanz über Hilfen für straffällig gewordene Jugendliche sowie Konfliktschlichtung bis hin zu schulpsychologischen Beratung. “Mein Herz hängt an der Arbeit mit Kindern”, hebt Opterbeck, die selbst Mutter ist, ihr Spezialgebiet hervor. Sich in die Situation von jungen Menschen hineinzuversetzen liegt der Psychologin besonders gut.

Doch in ihrer täglichen Arbeit geht es um weit mehr: Unterstützung von Familien in Krisensituationen, Beratung gegen Gewalt und Zusammenarbeit mit anderen sozialen Einrichtungen – um all dies kümmert sich Rat am Ring als Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche. Das wichtigste Anliegen von Ilga Opterbeck ist dabei, ein möglichst niedrigschwelliges Angebot aufzubauen: Einfachere Anmeldeverfahren, Online-Beratung, Kooperationsverträge mit Familienzentren, offene Sprechstunden in Schulen und eine Zweigstelle in Vorhalle gehören zu ihren selbst gesteckten Zielen. Auch präventive Angebote etwa zur Medienkompetenz möchte sie ausweiten.

Immer mehr gefordert ist das Team von Rat am Ring bei der schulpsychologischen Betreuung. “So etwas gab es früher ja gar nicht. Seit ein paar Jahren wird das zunehmend wichtiger”, blickt Ilga Opterbeck auf die Veränderungen im Bereich der sozialen Arbeit. Aufgaben der Beratungsstellen in Schulen sind Fortbildungen sowie Kriseninterventionen bei Mobbing und Gewaltvorfällen.

“Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf”

Bei all diesen Herausforderungen zeigt sich einmal mehr: “Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf”, zitiert Ilga Opterbeck ein afrikanisches Sprichwort, das ihre überaus vielfältige Arbeit treffend auf den Punkt bringt. Und gerade in der Corona-Krise ist das Beratungszentrum mit seinen verschiedenen Diensten eine zentrale Adresse für hilfesuchende Menschen in Hagen.

Für persönliche Beratungen ist die Einrichtung zwar geschlossen, doch die Erreichbarkeit ist natürlich trotzdem gewährleistet: “Jeder kann gerne die Möglichkeit nutzen, sich telefonisch oder per E-Mail beraten zu lassen” stellt Ilga Opterbeck klar, “wir reagieren sofort auf Anfragen, die uns erreichen.” Die Psychologin und ihr Mitarbeiterteam registrieren bereits jetzt, dass sich die Menschen auf die neuen Kommunikationswege eingestellt haben. Für die kommenden Wochen erwarten sie ein erhöhtes Aufkommen von Anfragen, weil die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu mehr sozialen Problemen in Familien oder bei Alleinstehenden führen könnten.

Wer sich an die Beratungsstelle Rat am Ring wenden möchte, kann sich unter Telefon 02331/207-3991 melden. Weitere Informationen und Hilfen rund um den Umgang mit den Folgen des Coronavirus gibt es auf der Internetseite www.hagen.de/ratamring.

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