Symbolbild: Guido Raith

Lüdenscheid. Die Lüdenscheider Bürgerinitiative A45 wünscht sich ein persönliches Gespräch mit dem Bundesminister für Digitales und Verkehr. Sie möchte Dr. Volker Wissing treffen, wenn er am 11. August nach Lüdenscheid kommt. Das schreiben sie in einem offenen Brief imNamen von Sprecher Heiko Schürfeld an Dr. Volker Wissing. Darin heißt es:

„Sehr geehrter Herr Wissing,

Sechs Tage vor Ihrer Vereidigung zum Bundesminister für Digitales und Verkehr wurde die Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid aufgrund erheblicher Mängel voll gesperrt und ist seitdem nicht mehr befahrbar. Das liegt jetzt sieben Monate zurück, und seitdem wälzen sich täglich tausende Fahrzeuge durch das Stadtgebiet von Lüdenscheid. Es hat sich inzwischen viel im Sauerland und in der Region um Lüdenscheid verändert. Eine wichtige Lebensader der heimischen Wirtschaft ist durchtrennt worden – mit gravierenden Folgen:

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Heimische Unternehmen sind in ihren Logistikprozessen erheblich gestört. Die Firmen verlieren ihre Mitarbeiter. Pendler haben keine Lust mehr, einen großen Teil ihrer Lebenszeit im Stau zu verbringen. Die Fachkräfte suchen sich neue Stellen und wandern aus der Region ab. Die Unternehmen kämpfen mit steigenden Kosten, so dass Verlagerungen und Schließungen der Standorte die Folge sind. Der Anfang des Verfalls der heimischen Wirtschaft und somit auch Lüdenscheids hat begonnen

Die größten Verlierer in dieser Situation aber sind die Menschen an den Umleitungsstrecken in Lüdenscheid und den umliegenden Kommunen. Sie werden 24 Stunden am Tag mit Lärm, Staub und Abgasen über alle Maße belastet. Der Krankenstand der Anwohner an diesen Strecken ist seit dem 2. Dezember 2021 stetig gestiegen, und langfristig wird es sicher zu schweren Erkrankungen, wenn nicht sogar zu Todesfällen führen. Die physischen und psychischen Belastungen, denen die Menschen tagtäglich ausgesetzt sind, führen zu Stress, welcher nachweislich Herzinfarkte und Schlaganfälle mit verursacht.

Der ungehindert fließende Autobahnverkehr durch eine Stadt darf nicht über die Gesundheit der dort lebenden Menschen gestellt werden! Autobahnumleitungen dürfen nicht dauerhaft durch dicht bewohnte Gebiete führen!

Die Lebensqualität der ganzen Region sinkt rapide. Lärm und Abgase sind auf Dauer nicht zu ertragen! Die Menschen an den Umleitungsstrecken können gerade bei den aktuellen Temperaturen weder am Tage noch nachts die Fenster zum Lüften öffnen. Lüftungsanlagen oder Lärmschutzfenstern können hier nicht die Dauerlösung sein!

Die Autobahn GmbH ist entweder nicht willens oder nicht in der Lage, die Allgemeine Verwaltungsvorschrift 776 IV. konsequent anzuwenden und den Transitverkehr weiträumig über das Autobahnnetz umzuleiten.

Wir, die Bürgerinitiative A45, wünschen uns ein persönliches Gespräch mit Ihnen bei Ihrem Besuch in Lüdenscheid am 11. August. Nehmen Sie sich Zeit für die Sorgen der Menschen hier bei uns und hören Sie sich Ihre Probleme an.
Bei der Eröffnung des Brückenbauer-Büros am 28. April haben Sie in Ihrem Grußwort uns Bürgern gesagt:“ Sie können sicher sein, dieses Projekt hat meine ganz besondere Aufmerksamkeit“. Es sei Ihnen eine „Herzensanliegen, so schnell wie möglich mit so wenig wie möglich Beeinträchtigungen“ eine neue Brücke zu bauen.

Bitte zeigen Sie Herz, nehmen Sie sich die Zeit und sprechen mit Anwohnern und Betroffenen. Versuchen Sie, mit uns Menschen in Lüdenscheid gemeinsam eine Lösung zu finden.

Die Bürger und die Kommunen brauchen ein positives Signal und die Gewissheit über Besserung in dieser für unsere Region extrem schwierigen Zeit.“

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