Der Netzbetreiber Amperion plant, den Bau der 380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung im Raum Hagen-Hohenlimburg in der Bestandstrasse zu beantragen.

Hagen. Amprion plant, den Bau der 380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung im Raum Hagen-Hohenlimburg in der Bestandstrasse zu beantragen. Darüber informierte jetzt Jens Stachowitz, Moderator des Runden Tisches. Zu diesem Ergebnis kommt der Netzbetreiber nach einem 15 Monate dauernden Dialog am Runden Tisch.

15 Monate diskutiert

Daran und an den begleitenden Veranstaltungen hatten Vertreter aus den Interessengruppen Politik, Verwaltung, Bürgerinitiativen und Naturschutz teilgenommen. In insgesamt 20 Terminen wurden die Argumente diskutiert, die für und gegen die Bestandstrasse „Variante Hagen-Henkhausen“ sowie die „Variante Hagen-Reh“ sprechen. Es konnte angesichts der widerstreitenden Interessen keine einvernehmliche Lösung gefunden werden.
Amprion hatte bereits im Jahr 2013 einen Variantenvergleich vorgenommen und führte im Rahmen der zurückliegenden 15 Monate auf Initiative der Stadt Hagen einen erneuten Variantenvergleich durch. In diesem wurden die Anliegen der Teilnehmenden am Runden Tisch soweit möglich einbezogen.

Bürgerinitiativen und Naturschutzvertreter

Vertreter der Bürgerinitiative “Hohenlimburg unter Höchstspannung” e.V. formulierten die Anliegen der Bevölkerung in Hagen-Henkhausen, die sich gegen den Ausbau in der Bestandstrasse wehrt. Ebenso artikulierten sich Vertreter, der Bürgerinitiative „Hagen-Reh“, die jedoch gegenteiliger Auffassung ist. Auch die Naturschutzvertreter erläuterten detailliert ihre Position für die Beibehaltung der Bestandstrasse, die im Widerspruch zu der Zielvorstellung des Rates der Stadt steht, die Trasse über Hagen-Reh zu führen.

Inhaltliche Differenzen bleiben bestehen

Dieser Dialog fand, so betont der Moderator, in einer sehr sachlichen und sehr verbindlichen Atmosphäre statt. Das konstruktive Verhalten der Beteiligten im Dialogprozess hat viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen, wichtige inhaltliche
Differenzen bleiben jedoch bestehen.

Antragstrasse muss rechtssicher sein

Das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl der Bestandstrasse ist für Amprion die Rechtssicherheit. In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich der Runde Tisch intensiv mit den naturschutz- und umweltfachlichen Belangen beschäftigt. Amprion sieht diese für die Variante Hagen-Reh auch nach dieser erneuten und erweiterten Betrachtung als nicht überwindbar an und wird daher die Variante Hagen-Henkhausen als Antragstrasse in das Planfeststellungsverfahren einbringen.

Planfeststellungsunterlagen vorbereiten

In den kommenden Monaten wird der Netzbetreiber die Bürger informieren und die Planfeststellungsunterlagen vorbereiten. Amprion wird zeitnah auf die Grundstückseigentümer entlang der geplanten Trasse zugehen. Die Ratsgremien werden von der Stadtverwaltung umgehend informiert.

Ende des Jahres zur Bezirksregierung

Die Planfeststellungsunterlagen sollen Ende des Jahres bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht werden. Amprion bietet an, den Dialog am Runden Tisch fortzusetzen, um z. B. die Bürgerbeteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens und Fragen zum Bauablauf zu thematisieren.

Runder Tisch erhöht Transparenz

Die Firma Amprion plant auf Grundlage des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) den Ausbau der vorhandenen 220-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung von Kruckel in NRW nach Dauersberg in Rheinland-Pfalz (EnLAG 19) auf eine 380-Kilovolt-Verbindung. Der Runde Tisch wurde auf Initiative des Umweltausschusses und des Rates der Stadt Hagen einberufen. Er soll die Transparenz rund um die Planung des Leitungsbauprojektes erhöhen, einen sachlichen, fairen und ergebnisorientierten Dialog sicherstellen und die Konflikte um den Bau der Freileitung im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens minimieren.

Konflikte um den Bau verringern

Der Vorsitzende des Runden Tisches ist Hans-Georg Panzer, Vorsitzender des Umweltausschusses der Stadt Hagen. Der Runde Tisch wird von einem Arbeitskreis vorbereitet, der sich aus den Sprechern der verschiedenen Interessengruppen zusammensetzt.

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