Die DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit fand in diesem Jahr als Autokino auf dem Schützenplatz Hohe Steinert statt. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Bernd Schildknecht hat in seinem langen Gewerkschafterleben schon viel erlebt. Dass er das Grußwort zum 1. Mai vor einer Kulisse von über 100 Autos sprechen würde, war aber wohl auch für den Vorsitzenden des DGB Märkischer Kreis eine Premiere. Hupkonzerte als Solidaritätskundgebungen – in Zeiten von Corona ist alles möglich.

Premiere für DGB-Chef Bernd Schildknecht: In diesem Jahr sprach er vor einer Kulisse von mehr als 100 Autos. Foto: Wolfgang Teipel

Ihre traditionelle Veranstaltung zum Tag der Arbeit wollten sich die Gewerkschaften in Märkischen Kreis von der Pandemie nicht nehmen lassen. Statt Kundgebung und Familienfest auf dem Lüdenscheider Rathausplatz organisierten sie zum 1. Mai 2021 auf dem Schützenplatz Hohe Steinert eine Veranstaltung im Autokino-Format.

„Solidarität ist Zukunft“ lautet der aktuelle Slogan der DGB-Gewerkschaften. Warum die Zukunft Solidarität braucht, erläuterte Torsten Kasubke, 1. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis. Die Transformation der heimischen Industrie, die Digitalisierung der Unternehmen, die Corona-Pandemie und eine gute Gesundheitsversorgung stellten Arbeitnehmer vor Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten.

Collage: Wolfgang Teipel

„Solidarität in den Betrieben, das heißt auch, dass alle weniger arbeiten, damit alle ihre Arbeit behalten können“, sagte Kasubke. Wie das funktionieren kann, werde ein Projekt unter wissenschaftlicher Begleitung zeigen.

Auch wenn der Ton in diesem Jahr über UKW aus den Autoradios erklang, wurde klar: Die Gewerkschaften wollen etwaige Beschneidungen von Arbeitnehmerrechten während und nach der Pandemie nicht hinnehmen.

Kämpferische Songs: Tlako Mokgadi und Partnerin Ulrike Wagner. Foto: Wolfgang Teipel

Zum Programm gehörten weiter Video-Clips von SoKo Respekt, GdP, GEW und der IG Metall Jugend. Auch Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer schickte per Video eine Botschaft zum 1. Mai an die Teilnehmer der Kundgebung.

Kämpferisch zeigten sich Musiker Tlako Mokgadi und seine Partnerin Ulrike Wagner. Sie setzten mit dem Lied „Bella Ciao“ den Schlusspunkt. Der Protestsong hat seinen Ursprung hat es in den norditalienischen Reisfeldern vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Später wurde er zum Kampflied italienischen Widerstandsbewegung gegen den Faschismus.

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