Bürgermeister Dieter Dzewas ließ sich von den beiden Jugendreferenten Daniel Scharf und Isabelle Budriks gerne zum Thema "Inklusion" interviewen. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Ganz im Zeichen der “Inklusion” stand der überkonfessionelle Gebetsabend am 17. Januar im Foyer des Lüdenscheider Rathauses. Das gemeinsame Treffen dort ist eine bewährte Tradition, die im Rahmen der derzeit laufenden “Allianzgebetswoche” bereits seit einem Jahrzehnt in Lüdenscheid fortbesteht.

Viele gemeinsame Projekte

Irmtraut Huneke eröffnete den Abend mit einem Begrüßungswort.

Den Abend eröffnete Buchautorin Irmtraud Huneke im Wechsel mit Pfarrer Andreas Rose von der katholischen Medardus-Gemeinde. Irmtraud Huneke ließ noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren und erinnerte an die vielen gemeinsamen Projekte, die Kirchen, Vereine und Bürger für ihre Stadt 2017 erfolgreich durchgeführt haben.

Sie berichtete über die Arbeit der Vereine z.B. von Willi & Söhne, der “Visionäre” und des Altstadtvereins und über die vielen Aktionen der Lüdenscheider Kulturschaffenden. Und sah noch einmal auf das Luther-Jahr 2017 zurück und die überkonfessionelle Jugendveranstaltung “Jesus-Haus”, die mit vielen Jugendlichen eine ganze Woche auf der Hohen Steinert statt fand.

Musikalische Begleitung

Olaf Westmeier saß am Flügel und gestaltete mit seinem “Team” das musikalische Rahmenprogramm.

Musikalisch durch den Abend führte “Olaf Westmeier & Team”, eine Band, die sich ebenfalls aus Mitgliedern verschiedener Gemeinden zusammensetzt. Und mit einem virtuos gespielten Saxofon, einem starken Bandleader am Flügel, zwei sehr schönen Stimmen und einer gefühlvollen Begleitung auf der Cajon überzeugte. Den Anwesenden gefielen die gospeligen Songs, die man teilweise mitsingen konnte jedenfalls sichtlich gut.

Abendüberspannendes Thema “Inklusion”

Viel Musik gab es an diesem Abend zum hören und mitsingen.

Das abendüberspannende Thema “Inklusion” wurde den Anwesenden von unterschiedlichen Personen, die in diesem Bereich arbeiten, näher gebracht. Diese wurden mit viel Engagement und noch mehr Herz von den beiden Lüdenscheider Jugendreferenten Isabelle Budriks und Daniel Scharf interviewt, die sich zu diesem Zweck genau die richtigen Fragen ausgedacht hatten.

So wurde aus einem sperrigen Thema, das viele Menschen eher verschreckt, eine interessante, teilweise echt spannende Angelegenheit, bei der die Anwesenden auch noch so einiges lernen durften.

Interviews zum Thema

Der katholische Pfarrer Andreas Rose. Auch er richtete Grußworte an die vielen Gäste.

Interviewt wurde zunächst Bürgermeister Dzewas, der eher den allgemeinen Ansatz von Inklusion und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft beschrieb und sie als letztendlich gelungen und richtig beurteilte.

Weiter ging es mit einem Interview mit Monika Schwanz von den Märkischen Werkstätten, die selbst eine behinderte Tochter hat. Auch sie äußerte sich positiv über die Inklusion behinderter Menschen und betonte ebenso wie Bürgermeister Dzewas, wie wichtig es ist, in der direkten Begegnung zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen die Chance darauf zu sehen, innere Türen zu öffnen und eingefahrene Denkweisen zu ändern. Mit dem Resultat, dass eine Gesellschaft durch den Respekt vor der Vielfalt ihrer oft so unterschiedlichen Menschen schlicht und einfach bereichert wird.

Menschen etwas zutrauen

Thomas Cordt im Interview.

Das bestätigte auch Thomas Cordt, der Leiter des Johannes-Busch-Wohnverbandes noch einmal ausdrücklich. Er erzählte über die Arbeit des Hauses und wie sehr Behinderte mittlerweile inmitten der Gesellschaft angekommen sind. Und wie wichtig es ist, gerade diesen Menschen etwas zuzutrauen. Er nannte Beispiele wie z.B. die Eventgaststätte “Der Kleine Prinz” in der Oberstadt, die von behinderten Menschen geführt wird. Sein großes Gebetsanliegen an diesem Abend: Bis zum nächsten Jahr, in dem das JBH seinen 50. Geburtstag feiert, würde er sich über 50 neue Ehrenamtler freuen, die ihn und sein Team aktiv mit unterstützen.

Runde und informative Veranstaltung

Monika Schwanz von den Märkischen Werkstätten.

Alles in allem war der Abend im Foyer des Rathauses nicht nur gut besucht, sondern auch eine runde und informative Veranstaltung zu einem ernsten Thema, bei der auch Besinnlichkeit und innere Einkehr nicht zu kurz kamen.

Positiv gestärkt und motiviert

Das Treffen im Rahmen der Allianzgebetswoche zeigte jedenfalls einmal mehr, dass viele Lüdenscheider über ihren Tellerrand schauen und immer wieder etwas gemeinschaftlich auf die Beine stellen. An diesem Abend ging man als Teilnehmer nach Interviews, Fürbitten, musikalischen Einlagen und Andachtszeiten positiv gestärkt und motiviert nach Hause. Und auch ganz schön nachdenklich.

Die Allianzgebetswoche dauert noch bis Sonntag und endet dann mit einem gemeinsamen Gottesdienst um 10 Uhr in der Lüdenscheider Christuskirche.

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