Symbolfoto: Bernhard Schlütter

Lüdenscheid. „Alle Warnungen wurden nicht gehört“ – unter diesem Titel hat die Bürgerinitiative A45 Lüdenscheid einen Leserbrief zum tödlichen Unfall auf der Straße Im Grund verfasst. Hier der Wortlaut:

Jetzt ist es tatsächlich passiert. Die „Bedarfsumleitung“ der Sperrung der Rahmedetalbrücke hat ein erstes direktes Todesopfer gefordert. Beide direkten Unfallbeteiligten sind nicht aus dem Kreis MK und hatten kein Anliegen hier.

Sie waren beide Durchreisende, die gezwungen waren anstatt über die Autobahn eine Route durch ein enges, abschüssiges Wohngebiet zu nehmen.

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Viele Anwohner und auch unsere Bürgerinitiative A45 haben diesen Tag gefürchtet. Wir haben schon seit Monaten vor schweren Unfällen an den Umleitungsstrecken und speziell „Im Grund“ gewarnt. Anwohner der Straße „Im Grund“ haben Herrn Dr. Wissing im Sommer bei seinem Besuch in Lüdenscheid eine Sammlung von Zeitungsberichten schwerer Unfälle an der Straße übergeben. Wir haben Tempo 30 an den Umleitungsstrecken gefordert. Das wird zur Zeit „geprüft“ – zu spät für den Verstorbenen. „Im Grund“ ist seit Jahren als Unfallschwerpunkt bekannt.

Herr Dr. Wissing hat versprochen die Belastungen der Bürger Lüdenscheids zu minimieren und schnell Lösungen zu bieten. Jeder einzelne Vorschlag aus der Bürgerschaft sollte gehört und geprüft werden.

Unsere Bürgerinitiative hat eine Fülle von Forderungen, Anregungen und Vorschlägen, an das „Bundesministerium für Digitales und Verkehr“, Straßen NRW und die Autobahn GmbH geschickt. Fragen und Anregungen unsererseits sind überwiegend nicht mal registriert worden. Auch eine Anfrage beim Bürgermeister vom 01.09. ist bis heute nicht beantwortet worden.

Die Probleme der Region werden totgeschwiegen und ausgesessen.

Also wird der Niedergang unseres Wirtschaftsstandortes fortgesetzt, werden wir auch weiterhin in Lüdenscheid im Stau stehen, es werden auch weiterhin Anwohner durch Feinstaub vergiftet und durch Lärm belastet und es werden künftig auch weiterhin Tote durch diese menschenverachtende Verkehrspolitik zu verzeichnen sein – an der Volmestraße, an der Altenaer Straße, an der Lennestraße oder an der Herscheider Landstraße.

All diese Straßen sind direkt bewohnt und müssen bei dichtem Verkehr von Anwohnern und Schulkindern überquert werden.

Als Lösung für dieses Problem haben wir für den Durchgangsverkehr schon seit Monaten eine Umleitung über die Autobahnen A1, A3 und A4 vorgeschlagen.

Speditionen müssen vor Mehrkosten  durch diese Umleitung in Form von Mauterlass geschützt werden.

Die Gradientenabsenkung (Fahrbahnabsenkung) an den zwei Unterführungen der B54 in Brügge wird im Zuge der Ertüchtigung für den Schwerlastverkehr  dauerhaft für mehr Verkehr im Volmetal sorgen. Das hat die Dame der „Autobahn GmbH“ in der Radiosendung  „Lüdenscheid darf nicht sterben“ des WDR wörtlich gesagt (im Netz verfügbar).

Wir fordern einen Stopp des Durchgangsverkehrs durch Lüdenscheid und das Volmetal. Diese – unsere – Forderung ist von der Stadtverwaltung Lüdenscheid aufgegriffen worden und am 20.06. als Resolution an Bund und Land übergeben worden.

Alle Nachbargemeinden von Hagen bis Meinerzhagen haben sich dieser Resolution angeschlossen. ALLE GEMEINDEN WOLLEN DEN DUERCHGANGSVERKEHR AUS DER REGION HERAUS HALTEN !!!

Wir haben uns mit drei Bundestagsabgeordneten und zwei Landtagsabgeordneten direkt an der Lennestraße getroffen und stehen im engen Kontakt mit dem Bürgermeister und dem Brückenbüro.

Alle haben schnelle Hilfe zugesagt, doch NICHTS ist bis jetzt passiert.

Ich will hier nicht zum zivilen Ungehorsam aufrufen, aber wer etwas bewegen will sollte sich auf unserer Webseite informieren:

www.bürgerinitiative-a45-lüdenscheid.de

Weitere Infos gibt’s auch auf unserer Facebook Seite :

https://www.facebook.com/groups/buergerinitiative.a45

Lasst uns gemeinsam etwas bewegen, sonst bewegt sich gar nichts

 

Heiko Schürfeld

Sprecher der

Bürgerinitiative A45 Lüdenscheid (und das Volmetal)

Leserbriefe geben die Meinung ihres Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu kürzen vor.