Grafik: 8. März Aktionsgruppe Lüdenscheid
Lüdenscheid. Die “8. März Aktionsgruppe Lüdenscheid” am Montag, 8. März, eine Kampagne für ein Frauenhaus in Lüdenscheid. Das Motto lautet: “Frauenhaus Lüdenscheid Jetzt”
Auftakt zur Kampagne ist eine Kundgebung am Internationalen Frauentag 8. März um 18 Uhr auf dem Sternplatz/Rathaustreppen. Die Kampagne wird vom Lüdenscheider Bündnis gegen Rechts unterstützt.
Gewalt gegen Frauen gesellschaftlich ächten. In die öffentiche Diskussion kommen, das sie die Ziele der Organisatoren. Sie sind der Auffassung, dass das bestehende  Gesellschaftssystem sich  teilweise in einem gefährlichen Rollback befindet, der durch Neokonservative, religiöse Fundamentalisten und die rechtsradikalen Szene ausgelöst worden ist.
Sie bedauern, dass das Thema “Gewalt gegen Frauen”, mit all seinen schrecklichen Facetten öffentlich leider kaum wahr genommen und auch öffentlich kaum diskutiert wird, weil es auch politisch nicht gewollt sei. Dabei sei das Thema “Gewalt gegen Frauen” sehr aktuell. Dazu liefert das Bündnis einige Zahlen:
2019 wurden in Deutschland 135 Frauen zumeist von ihren (Ex-) Partnern ermordet. 63 weitere  Frauen wurden 2019 lebensgefährlich verletzt und fünf weitere Frauen werden bis heute vermisst.
2018 gab es laut BKA 12093 angezeigte Fälle von gefährlicher Körperverletzung, 28657 angezeigte Fälle von Bedrohung, Stalking oder Nötigung, 68482 angezeigte Fälle von vorsätzlicher leichter Körperverletzung und 3086 angezeigte Fälle von sexuellen Übergriffen, sexueller Nötigung und Vergewaltigung.
Das alles sei nur die Spitze des Eisberges, die  Dunkelziffer der Gewalttaten gegen Frauen dürfte um ein Vielfasches höher sein, schreiben die Veranstalter in einer Pressemitteilung. Zu all dieser unfassbaren Gewalt verhielten sich Politik und Gesellschaft kaum öffentlich.
Frauenhäuser leisteten einen wichtigen Beitrag, um betroffenenen Frauen und ihren Kindern einen Schutzraum zu bieten. Viele Frauenhäuser seien meist  voll und oftmals gebe es keine freien Plätze mehr für schutzsuchende Frauen.
Mit der Kampagne für ein Frauenhaus in Lüdenscheid will die “8. März Aktionsgruppe Lüdenscheid” mehr Schutzmöglichkeiten für betroffene Frauen aus dem MK/HSK und NRW schaffen. “Wir erachten es für wichtig, unsere grundlegenden längst überfälligen Forderungen in eine gesamtgesellschaftliche Diskussion zu bringen und sie auch umzusetzen”, heißt es weiter.
Die wichtigsten Forderungen:
  • Frauen und ihre Kinder müssen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus einen Platz in einem Frauenhaus bekommen können.
  • Keine Frau sollte selbst für den Aufenthalt im Frauenhaus aufkommen müssen bzw. einen bestimmten Anteil/Satz tragen müssen. Das sind in der Regel 8 bis 12 Euro pro Tag bei Frauen mit eigenem Einkommen.
  • Die Finanzierung von Frauenhäusern muss klar geregelt sein, im besten Falle bundesweit, vor allem einheitlich geregelt und orientiert an den Bedürffnissen der jeweiligen Frauenhäuser und angelehnt an den jährlich steigenden Kosten.
  • Es müssen Stellen in Frauenhäusern geschaffen werden, die sich vornehmlich mit bürokratischen Belangen beschäftigen, damit den Mitarbeiterinnen viel mehr Zeit bleibt sich um traumatiserte Frauen und Kinder zu kümmern.
  • Bestehende Frauenhäuser müssen entlastet werden, gerade im Bereich des Personals. Also müssen zusätzliche Stellen geschaffen werden.
  • Neben den “Runden Tischen” sollte es weitere Schnittstellen und zivilgesellschaftlichen Gruppen usw. geben, damit diese die Arbeit der Frauenhäuser und von Frauenberatungsstellen unterstützen können.

Es müssen kostenlose kulturelle/gesellschaftliche Räume zur Verfügung gestellt werden, in denen sich Frauen politisch/gesellschaftlich unabhängig organisieren können.



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