Der Rückbau der Fußgängerbrücke in Ohle musste verschoben werden. Archivfoto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Es scheint wie verhext. Am morgigen Samstag (6. März) sollte das letzte Stündlein für die marode Fußgängerbrücke über die Eisenbahnlinie in Ohle schlagen. Doch am Mittwoch musste Bauamtsleiter Sebastian Jülich die Notbremse ziehen und den Start des Rückbaus verschieben.

„Der gemäß Rückbaukonzept vorgesehene Arbeitsablauf (Ausheben der Brückenträger und anschließendes Zerkleinern neben dem Baufeld) kann so nicht umgesetzt werden“, teilte Sebastian Jülich mit. Im Zuge der Arbeitsvorbereitung und der Durchführung der ersten Arbeiten durch die beauftragte Abbruchfirma sei festgestellt worden, dass vor dem Ausheben der Teile umfangreichere Vorarbeiten als geplant erforderlich sind. „Die Beschichtung auf den nicht begangenen Teilen des Bauwerks weist in Teilbereichen eine geringe Konzentration mit Schadstoffen (geringfügig Schwermetall, Asbestfasern) auf. Im Zuge der Erarbeitung des Rückbaukonzeptes und der Ausschreibung durch ein auf konstruktiven Ingenieurbau spezialisiertes Ingenieurbüro  wurde diese Thematik so nicht gesehen“, berichtet Jülich.

In Abstimmung mit der zuständigen Arbeitsschutzbehörde wurde daher entschieden, den Rückbau zu verschieben und zuerst zu klären, wie mit der Beschichtung umzugehen ist, um beim Abbruch jedes Risiko für die Beschäftigten auf der Baustelle und auch die Anlieger auszuschließen und ggf. zusätzliche Vorarbeiten wie die Entfernung der Beschichtung vor dem Aushub der Brücke durchführen zu können. Das Rückbaukonzept wird nun entsprechend fortgeschrieben. Der Rückbau der Brückenteile im Bereich der Gleise soll dann in einer der für den Brückenbau vorgesehenen Sperrpausen des Bahnverkehrs parallel zu den Arbeiten für den Brückenneubau erfolgen. „Das ist hinsichtlich des gesamten Terminplans in diesem Moment unkritisch, da zu einem Teil der Rückbau und der Neubau parallel erfolgen können“, so Sebastian Jülich.

Nach derzeitiger Kenntnis gehe von der Beschichtung im verbauten Zustand keine Gefahr aus, da die Flächen unterhalb der Lauffläche liegen und nicht zugänglich sind. Anders sehe es im Bereich des Treppenaufgangs zur Lennestraße aus. „Hier könnten die Nutzer an die Beschichtung heran reichen. Um jegliches Risiko auszuschließen bleibt die Brücke daher gesperrt“, erklärt Jülich. Diese Sperrung wurde ebenfalls mit der zuständigen Behörde abgestimmt.

Um die sich für die Bewohner im Bereich Friedhahn ergebenden weiteren Wege zu mildern, wird der Bürgerbusverein ab dem 11 März für die Dauer der gesamten Bauzeit einmal wöchentlich das Wohngebiet Ölmühle anfahren und mit Ohle, dem Aldi-Markt und auch weiter mit Eiringhausen verbinden. Dieses Angebot war unabhängig von den jetzigen Verschiebungen sowieso schon vorgesehen.

Schienenersatzverkehr

Obwohl also die Ursache in Ohle entfällt, bleibt es für das Wochenende beim Schienenersatzverkehr zwischen den Bahnhöfen Werdohl und Finnentrop. Von Freitag, 5. März, bis Sonntag, 7. März, jeweils von 20.30 Uhr bis 5 Uhr fallen die Züge aus, teilt Abellio NRW mit. Für die ausfallenden Fahrten wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet. Die Busse halten an den folgenden Haltepunkten:

  • Werdohl:  Bahnhofsvorplatz
  • Plettenberg: Bahnhofsvorplatz
  • Finnentrop: ZOB Bussteig 2

Zur Sicherstellung der jeweils letzten Fahrt am Tag wurden zusätzliche Zugfahrten eingerichtet und die Fahrtzeiten der Zugfahrten zwischen Finnentrop und Siegen dementsprechend angepasst.

Während der weiteren Brückenbauarbeiten in Ohle vom 7. bis zum 26. März (jeweils zwischen 21 und 5 Uhr) kann der Abschnitt zwischen Werdohl und Finnentrop baustellenbedingt zudem nur eingleisig befahren werden. Hierdurch kann es bei einzelnen Fahrten zu einer Verspätung von wenigen Minuten kommen.

Die Fahrzeit kann sich durch die Nutzung des SEV verlängern. Abellio empfiehlt, die aktuellen Fahrzeiten und Informationen zu den Fahrten sowie Ersatzhalten in den bekannten Auskunftsmedien zu beachten und mehr Reisezeit in dem betroffenen Zeitraum einzuplanen.

Fahrpläne online

Die aktuellen Fahrpläne sind online unter www.abellio.de im Bereich „Verkehrsmeldungen“ abrufbar. Fahrgäste haben außerdem die Möglichkeit, sich in der Fahrplanauskunft des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und der Deutschen Bahn AG über die gültigen Fahrzeiten der Regel- und Ersatzverkehre zu informieren.

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