So sieht das Modell für den Windkanal aus. Foto: Autobahn Westfalen

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die Autobahn Westfalen überarbeitet derzeit die Planung für den Brückenneubau im Rahmedetal. „Dadurch, dass wir sprengen können und die neue Brücke nun nicht mehr in Seitenlage neben der alten gebaut wird, müssen wir für den Neubau den Einfluss des Windes während der Bauphase neu berechnen“, erklärt Michael Neumann. Er ist als Projektleiter für die Neubauplanung der Talbrücke Rahmede zuständig.

Ursprünglich war geplant, den Neubau neben dem Bestandsbauwerk zu errichten und später an seinen Platz zu schieben. Ein Verfahren, das derzeit zum Beispiel an der Talbrücke Rinsdorf genutzt wird. Auch die Lennetalbrücke wurde so gebaut. An der Talbrücke Rahmede fällt diese Option nun weg, weil das Bestandsbauwerk für den Verkehr gesperrt ist. Die Brücke wird so schnell wie möglich gesprengt und die Neubauplanung auf den Bau am alten Platz angepasst.

Der Einfluss des Windes auf ein Bauwerk spielt dabei nicht nur für die grundsätzliche Planung eine Rolle, sondern auch besonders für die Bauphase. „Wenn wir einen Brückenüberbau Stück für Stück über das Tal zum nächsten Pfeiler schieben, ist dieses Bauteil enormen Lasten durch Wind ausgesetzt“, erklärt der Bauingenieur. Diese möglichen Lasten müssen nun neu berechnet werden, weil der Neubau nicht mehr im Windschatten der Bestandsbrücke stattfindet. Der „Schatten“ ist dabei nicht immer positiv, weil ein bestehendes Bauwerk auch Wirbel erzeugen kann. Das Tal der Rahmede verläuft von West nach Ost, liegt also damit in einer der Hauptwindrichtungen.

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Bei größeren bzw. exponiert stehenden Brücken wird dazu ein Modell nachgebildet und in einen Windkanal gestellt. „So können wir sehen, wie genau der Wind angreift und das bei der Bauplanung entsprechend berücksichtigen“, so Neumann.

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