Verkehrsminister Dr. Volker Wissing versprach schnelle Hilfe für lärmgeplagte Anwohner der Umleitungsstrecken. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Das Grußwort von Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr hatte es in sich. Zur Eröffnung des  Bürgerbüros für den Brückenbau verkündete der Minister per Video am heutigen Donnerstag (28. April) eine frohe Botschaft für die lärmgeplagten Anlieger der Umleitungsstrecken. Ihre Maßnahmen für mehr Schutz vor dem permanenten Verkehrslärm werden vom Bund bezahlt.

Der Minister wörtlich: „Ich möchte den Bürgerinnen und Bürgern bei Vorkehrungen für den Lärmschutz helfen und plane, das Bundesfernstraßengesetz anzupassen.“ Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) habe den Entwurf eines 10. Gesetzes zur Änderung des Bundesfernstraßengesetzes bereits auf den Weg gebracht. Das bedeute konkret: Muss eine Bundesfernstraße, für die der Bund zuständig ist, voll gesperrt werden, sollen Eigentümern an ausgewiesenen Umleitungsstrecken, die von Lärm betroffen sind, Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen an ihren Gebäuden erstattet werden. Wissing: „Die Ressortabstimmung wurde bereits eingeleitet. Das Gesetz soll schnellstmöglich in Kraft treten, damit es in Lüdenscheid zügig angewendet werden kann und die Menschen vor Ort entlastet.“

Nadja Hülsmann (Autobahn Westfalen) verkündete die frohe Botschaft: „Die Haselmaus ist aufgewacht.“ Foto: Wolfgang Teipel

„Die Haselmaus ist aufgewacht“

Frohe Botschaft kam auch von Nadja Hülsmann (Autobahn GmbH). „Die Haselmaus ist aufgewacht.“ Nach einem Stoßseufzer aus dem Publikum erklärte sie: „Artenschutz ist wichtig.“ Weiter kündigte sie an, dass ab Montag, 2. Mai, die Vorbereitungen für insgesamt 44 Erkundungsbohrungen bis in 30 Meter Tiefe beginnen werden. Die Auswertung dieser Bohrungen bilden die Grundlage für das Baugrundachten, auf dem alle weiteren Planungen basieren. „Es bildet die Basis für den Brückenbau“, betonte Nadja Hülsmann, die bei der Eröffnung des Büros Elfriede Sauerwein Braksiek, die Direktorin der Autobahn Westfalen, vertrat.

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Zentrale Anlaufstelle

Das Bürgerbüro des Brückenbeauftragten Sebastian Wagemeyer soll eine zentrale Anlaufstelle für die gesamte Region werden. Verkehrsminister Dr. Volker Wissing sagte in seinem per Video zugeschaltetem Grußwort: „Wir gehen hier neue Wege, die es in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat: Ich habe erstmals einen Bürgerbeauftragten berufen. Ich freue mich sehr, dass Sebastian Wagemeyer meiner Bitte gefolgt ist und diese Aufgabe übernommen hat. Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg.“

Brückenbeuftragter Sebastian Wagemeyer (hier mit Dr. Stefan Krause (Bundesverkehrsministerium) und Nadja Hülsmann (Autobahn GmbH) verspricht: „Meine kritische Stimme wird bis zur Einweihung der neuen Brücke nicht verstummen.“ Foto: Wolfgang Teipel

Link zum Videogrußwort von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Video/Youtube/grusswort-min-neubau-talbruecke-rahmede.html

Schock der Brückensperrung in positive Energie umwandeln

Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer freute sich über die gute Nachricht, die Lüdenscheid pünktlich zur Eröffnung des Bürgerbüros erreichte. Er kündigte an: „Als Bürgerbeauftragter werde ich Brückenbauer sein.“.  Im Bürgerbüro solle es vor allem um drei Dinge gehen: Dialog, Transparenz und Kommunikation. Wagemeyer: „Brücken bauen – darunter verstehe ich: Das Team des Bürgerbüros und ich werden auf die Bürgerinnen und Bürger hier in der Region aktiv zugehen mit Informationen darüber, was der Abriss und der Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede für das tägliche Leben bedeutet. Und wir werden den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber suchen, wie wir zusammen handeln können – um den Schock der Sperrung der Talbrücke Rahmede gemeinsam in positive Energie für die Zukunft unserer Region umzuwandeln.”

Aufgabe ehrenamtlich übernommen

Sebastian Wagemeyer nimmt neben seinem Amt als Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid die Rolle des Bürgerbeauftragten ehrenamtlich wahr. „Diese Aufgabe bietet mir die Gelegenheit, stellvertretend die Stimme für die Menschen einer ganzen Stadt und einer ganzen Region zu sein. Und es wird keine Stimme sein, die nur ‚Ja‘ sagt“, verspricht Sebastian Wagemeyer. Sie werde bis zur Einweihung der neuen Brücke nicht verstummen.

Dabei zählt er auf die Unterstützung von Mario Bredow, der das Bürgerbüro verantwortlich leiten wird. Aber auch auf die Unterstützung der Agenturen MitMacht, David&Goliath und siegerbrauckmann, mit ihren jeweiligen Stärken und Expertisen für das Projekt „Brückenbauer“.

Zahlreiche Politiker aus dem Kreis, Behörden- und Medienvertreter waren zur Eröffnung des Büros im Gebäude der Stadtwerke angereist. Foto: Wolfgang Teipel

Schnelle Lösungen finden

Bereits wenige Monate nach der Sperrung der Talbrücke Rahmede zeichnen sich schwierige Zustände für Lüdenscheid und die gesamte Region ab. Als Bürgermeister und als Bürgerbeauftragter strebt Wagemeyer vor allem eines an: schnelle Lösungen. „Wir erwarten alle Anstrengungen, um den Schwerlastverkehr, der diese Stadt und diese Region lediglich als Transitort versteht, umzuleiten. Wir erwarten einen Zeitplan für Sprengung und Ersatzneubau der Brücke, der einer ganzen Region eine Perspektive eröffnet“, betont er und freut sich gleichzeitig auf den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Ihnen möchte Wagemeyer eine Stimme geben und diese Stimme in Berlin immer wieder hörbar machen.

Informationen aus erster Hand für alle

Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, Informationen aus erster Hand zu erhalten – sachlich, transparent und umfassend. Allein dafür hat der Bürgerbeauftragte die Internetseite http://bruecken-bauer.info initiiert. „Wir werden die Menschen der Region und auch die Unternehmerinnen und Unternehmer einbinden, ihnen zuhören und gemeinsame Perspektiven aufzeigen. Und wir werden Beratungsangebote im Büro schaffen – vom Antrag auf Lärmschutzmaßnahmen bis hin zu wirtschaftlichen Hilfen“, erklärte Sebastian Wagemeyer.  Wir werden einen Raum für ihre Fragen schaffen und diese Fragen an den richtigen Orten stellen und Antworten liefern. Brücken bauen. Das wollen wir tun. “

 

 

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