Diese Installation nennt Ulrich Möckels "Heimat - ein Schattenspiel". Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Peter Paul Berg entwirft Säulen aus Wollfäden. Ihre ganze Schönheit tritt hervor, wenn Licht auf die farbigen Fäden fällt. So werden sie zu Lichtfängern. Seine Installation im Forum der Stadtgalerie und die Werke sieben weiterer Künstlerinnen und Künstler werden in der neuen Ausstellung „a bit on the side – Zeichnungen auf Seitenwegen“ zu sehen sein. Die Eröffnung war für den 14. Mai geplant. Wann tatsächlich Besucher in die Städtische Galerie am Sauerfeld kommen dürfen, das hängt ganz von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab.

Ihren besonderen Reiz entwickeln die Nänder und Wollfäden, wenn Licht auf sie fällt. Dann werden die Werke von Peter Paul Berg zu Lichtfängern. Hinweis: Das Bild entstand während der Arbeiten. Foto: Wolfgang Teipel

Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen ist genervt. „Diese Hängepartie“, sagt sie. Gleichzeitig ist sie aber voller Zuversicht, die Ausstellung öffentlich präsentieren zu können. Immerhin soll sie bis zum 15. August zu sehen sein. „Die Zahlen gehen ja zurzeit runter.“

Die Botschaft lautet: „Es geht weiter.“ Peter Paul Berg formt seine Linien, die sich je nach Standpunkt des Betrachters und je nach Lichteinfall tatsächlich als Linien oder als Flächen präsentieren.

Am Mittwoch ist auch Patrick Borchers noch einmal angereist. Er musste seine Arbeit an der Stirnwand des Forums neu fixieren. Der Mann, der in Hagen und Dortmund lebt, arbeitet medienreflektiert. Eingerahmt von zwei Säulen zeigt er, fast wie auf einem Altar, eine Leinwand mit Zeichnungen. Sie werden links und rechts von zwei Videos eingerahmt. Sie zeigen Gewaltszenen in denen Hooligans randalieren. Die Bilder korrespondieren mit seinen Zeichnungen, etwa dem aggressiv herausgestreckten Stinkefinger oder Symbolen, die von der Pegida-Bewegung benutzt werden.

Klebeband, farbige Bänder und Wolle: Mit diesen Materialien arbeitet Peter Paul Berg. Foto: Wolfgang Teipel

„Jenseits der akademischen Tradition, Zeichnung als bevorzugtes Mittel für bildliche Studien zu nutzen, betonen die in der Ausstellung vertretenen Positionen konsequent Prägnanz und Eindeutigkeit der Linie, also das, was die Zeichnung von der Malerei unterscheidet“, heißt es in einer Pressemitteilung zur Ausstellung,

Als bewegte Linie beschreiben sie Prozesse (Anna Lytton) oder stellen Analogien zur Natur her wie in Ulrich Möckels Installation „Heimat – ein Schattenspiel“. Als sich entfaltendes Linienornament (Jessica Maria Toliver) oder grafisches Abtasten von Zeitspuren (Ines Spanier) bilden sie komplexe neue Bildwelten. Die figürliche Linie entführt in sonderbare Gedankenwelten (Mira Schumann) oder der Strich auf dem Bildträger materialisiert sich (Alexander Voß).

Die Ausstellung wurde vom Westdeutschen Künstlerbund e. V. (WKB) organisiert und realisiert sowie von den Kuratorinnen Mira Schumann und Elly Valk-Verheijen in Zusammenarbeit mit Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen für die Galerie der Stadt Lüdenscheid bereitgestellt.

Die acht höchst unterschiedlichen künstlerischen Positionen in der Ausstellung „a bit on the side“ widmen sich der Unmittelbarkeit der Zeichnung in einem jeweils besonderen Zusammenhang – eben als Schritt zur Seite.

 

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