Auch ältere Arbeitnehmer sind in den Unternehmen gefragt, wenn sie qualifiziert und gut ausgebildet sind. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Den Betrieben im Märkischen Kreis geht es wirtschaftlich gut, trotzdem haben Langzeitarbeitslose Probleme einen neuen Job zu finden. Das berichtete Jobcenter-Geschäftsführer Volker Riecke im Ausschuss für Gesundheit und Soziales.

23.353 erwerbsfähige Leistungsempfänger waren im August beim Jobcenter Märkischer Kreis aktenkundig. 809 (plus 3,6 Prozent) mehr als noch im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Steigerung sei ausschließlich auf den Zuzug von Flüchtlingen zurückzuführen. Ohne diesen Personenkreis wären es etwa 200 weniger gewesen. Diese Zahlen stellten Jobcenter-Geschäftsführer Volker Riecke und dessen Bereichsleiter Friedrich Hahne in der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales des Märkischen Kreises vor.

Mehr als die Hälfte der Jobsuchenden sind langzeitarbeitslos

Die Anzahl der Arbeitslosen verringerte sich im selben Zeitraum um 366 (Minus 3,5 Prozent) auf 10.125. „Wir haben zurzeit eine gute wirtschaftliche Situation für unsere Betriebe“, nannte Volker Riecke einen Grund. Allerdings seien 5.386 (53,2 Prozent) der Jobsuchenden Langzeitarbeitslose. Das Alter, fehlende oder mangelhafte Berufsausbildung oder sonstige „Vermittlungshemmnisse“ seien Gründe, weshalb diese Personen keinen neuen Job finden.

Zu den „Vermittlungshemmnissen“ gehören nach Auskunft von Friedrich Hahne unter anderem gesundheitliche Einschränkungen, geringe räumliche Mobilität, Betreuungspflichten in der Familie, Suchtverhalten, Verschuldung, Scheidungen, aber auch ein eingeschränktes Durchhaltevermögen. Je besser der Schulabschluss, desto weniger sind sie von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Zwei Drittel der Langzeitarbeitslosen haben entweder gar keinen Schulabschluss, oder verfügen über den Hauptschulabschluss. Mittlere Reife, Abitur, Fachhochschulreife oder einen Hochschulabschluss haben etwa ein Drittel der längere Zeit Beschäftigungslosen.

Jobcenter erwartet Mittelkürzungen von 10 bis 15 Prozent

Gut 16,3 Millionen Euro stehen dem Jobcenter MK in diesem Jahr für Eingliederungsmaßnahmen zur Verfügung. Das Geld wird für Fort- und Weiterbildung der Arbeitssuchenden ausgegeben, für Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber, außerbetriebliche Ausbildung, Aktivierung der beruflichen Eingliederung oder Arbeitsgelegenheiten. 822 Personen befinden sich zurzeit in verschiedenen Maßnahmen

„Leider gibt es auch eine hohe Abbrecherquote“, erklärte Volker Riecke den Ausschussmitgliedern. Und der zu verteilende finanzielle Kuchen werde kleiner. So rechnet das Jobcenter für das kommende Jahr mit Mittelkürzungen in einer Größenordnung von 10 bis 15 Prozent.

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