Fünf Nationen – eine Band. Auf der Abschlussveranstaltung der Initative "Bunt ist Kult" gaben die mitwirkenden Vereine "Alevitische Gemeinde-und Kulturzentrum Lüdenscheid", "Wir hier Lüdenscheid" und "Kultstädte e.V." ein gemeinsames Abschlusskonzert. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. In den Museen der Stadt Lüdenscheid an der Sauerfelder Straße, fand am Freitag, den 6.3. von 15 – 18 Uhr die zweite Abschlussveranstaltung des EU-Projektes „Bunt ist Kult“ statt. Neben Musik- und Tanzbeiträgen, Grußworten und Interviews, gab es eine Ausstellung der Bilder, die während des Projektes entstanden sind, zudem eine Mal- und Fotoaktionen, eine Lesung und bei der „Weltreise im Wohnzimmer“ konnte man sich einen ganz eigenen Einblick von Marokko, Sri Lanka und der Türkei verschaffen.

Herr Bürgermeister Dzewas und der stellvertretende Landrat Herr Seidel in bunter Runde.
Herr Bürgermeister Dzewas und der stellvertretende Landrat Herr Seidel in bunter Runde.

Gefördert durch die EU

Der Hintergrund zu dem Projekt „Bunt ist Kult(ur)“ ist dabei folgender: Am 01. Juni 2012 teilte der Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Guntram Schneider bei der Vorstellung der neuen NRW-Zuwanderungsstatistik mit, dass der Märkische Kreis mit einem Migrantenanteil von 29,0 Prozent bei den Landkreisen vorne liege. Auch der Regierungsbezirk Arnsberg, zu dem der Märkische Kreis ja gehört, war Spitzenreiter im NRW-Vergleich.

Das durch die Europäische Union geförderte Projekt „BUNT IST KULTur – Initiative zur interkulturellen Begegnung und Vielfalt im Märkischen Kreis“ wollte hierzu einen Beitrag leisten und das friedliche Miteinander der unterschiedlichen kulturellen Lebensformen fördern. Im Mittelpunkt standen dabei der Austausch kulturell unterschiedlich geprägter Menschen und Nationen, das gegenseitige Kennenlernen und die Festigung der eigenen kulturellen und sozialen Identität.

Ein Grußwort an alle beteiligten durch den Bürgermeister. V.l.n.r.: Bürgermeister Dieter Dzewas, Ingo Starink und Klaus Sonnabend von Kultstädte e.V.
Ein Grußwort an alle Beteiligten und die vielen Besucher durch den Bürgermeister. V.l.n.r.: Bürgermeister Dieter Dzewas sowie Ingo Starink und Klaus Sonnabend von KultStädte e.V.

Vier Wohlfahrtsverbände haben daher den Projektantrag für „BUNT IST KULTur“ zusammen eingereicht:
– die AWO, Unterbezirk Hagen-MK,
– der Caritasverband Iserlohn e.V.,
– die Diakonie Mark-Ruhr gGmbH,
– das Diakonische Werk Lüdenscheid-Plettenberg und
– der Märkische Kreis mit seinen 15 Kommunen.

Der europäische Integrationsfonds würdigte dabei die Bedeutung der Aufgabe, die Kooperation sowie den innovativen Charakter des Projektes mit einer dreijährigen Förderung.

Hierzu wurden in allen 15 Städten und Gemeinden im Märkischen Kreis vor Ort Aktivitäten wie Tanz, Theater, Fotografie, Musik usw. entwickelt und angeboten. Da die Idee auch in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Vereine, Integrationskurse und Volkshochschulen getragen werden sollte, hofften die Projektträger auf ein positives Schneeballsystem. (Quelle: Webseite http://www.bunt-ist-kult.de)

Bunte Abschlussveranstaltung

Interview mit Klaus Sonnabend zum Thema "Kultbühne und Bunt ist Kult".
Interview mit Klaus Sonnabend zum Thema „Kultbühne und Bunt ist Kult“.

Dieses Projekt, war,  wie man gestern bei der Abschlussveranstaltung in den Grußworten des stellvertretenden Landrates Herrn Seidel und des Lüdenscheider Bürgermeisters Herrn Dzewas hören konnte, sehr erfolgreich.

So haben sich viele Sozialverbände, Kirchen, aber auch Vereine in den letzten drei Jahren ehrenamtlich in der Initiative „Bunt ist Kult“ engagiert.

In Lüdenscheid waren dies unter anderen der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, die VHS Lüdenscheid, die „Alevitische Gemeinde Lüdenscheid„, der Verein „Wir hier Lüdenscheid“, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und das Diakonische Werk, sowie der Verein KultStädte e.V. , der unter der Leitung von Klaus Sonnabend und Ingo Starink in den vergangenen zwei Jahren, „Bunt ist Kult“ durch die sogenannte „KultBühne“ auf dem Stadtfest unterstützt und dadurch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht hat. Jugendliche mit Migrationshintergrund wurden dabei einzeln, in Bands und Bandprojekten gezielt gefördert und hatten die Möglichkeit, ihr erworbenes Können vor Publikum unter Beweis zu stellen.

Gemeinsam hat Symbolkraft: Südafrika, Indien, Sierra Leone und Deutschland zusammen an den Mikrofonen.
Gemeinsam hat Symbolkraft: Südafrika, Indien, Sierra Leone und Deutschland zusammen an den Mikrofonen.

So wurde an diesem Tag das musikalische Rahmenprogramm der Abschlussveranstaltung hauptsächlich von den Mitgliedern von „KultStädte e.V.“ und dem Verein „Wir hier Lüdenscheid“ gestaltet. Klaus Sonnabend wurde dazu auch noch einmal gesondert von den Veranstaltern interviewt und in einer anschließenden Diashow bekam man einen Eindruck davon, was die Jugendlichen unter der Leitung ihrer Lehrer in den letzten Jahren so alles geleistet hatten.

Fünf Nationen – eine Band

Es war voll und sehr bunt im Museum.
Es war voll im Museum.

Schon an der Band konnte man erkennen, dass Migration in vielen Teilen vollkommen gelingt, wenn die Familien die Chance dazu haben, nicht nur ihr eigenes kulturelles Erbe zu pflegen, sondern sich auch mit ihren Talenten in die Gesellschaft einbringen zu können.

In der auf dieser Bühne anwesenden Band waren mindestens fünf Nationen vertreten. Darunter der Musikschullehrer, Musiker und Vertreter von „Wir hier Lüdenscheid“ Tlako Mokgadi aus Südafrika, der Rapper Daniel Koroma aus Sierra Leone, die junge tamilischen Sängerin Ann Ramachandran, ein Vertreter der alevitischen Gemeinde aus der Türkei, sowie die Vertreter aus Deutschland Ingo Starink, Klaus Sonnabend und Steven Stegnitz, Lehrer an der Music Store Musikschule Lüdenscheid.

Stolze Bilanz

Alle zusammen – so machen Fotos Spaß. Thorn Leonhardt und seine "Jungs" beim Shooting.
Alle zusammen – so machen Fotos Spaß. Thorn Leonhardt und seine „Jungs“ beim Shooting.

Alle anwesenden Verbände, Vereine und Initiativen konnten in den vergangenen Jahren gemeinsam auf eine stolze Bilanz ihres engagierten Einsatzes zurückschauen. So wurde im Rahmen von „Bunt ist Kult“ gespielt, getanzt, gemalt, geschrieben, fotografiert, gefilmt, Musik produziert und vieles mehr kreiert. An diesem Tag wurden viele dieser Projekte noch einmal vorgestellt und von den Vertretern von Stadt und Land ganz individuell gewürdigt. Ein Nachmittag, an dem man nicht nur der Band zuhören durfte, sondern auch ein Nationen-Büffet auf die anwesenden Gäste wartete.

Dazu gab es einen Malworkshop, von der freischaffenden Künstlerin Ankica Karacic geleitet, ein Fotostudio, in dem man unter der Leitung des Fotografen Thorn Leonhardt Bilder einzeln oder in Gruppe fotografieren und gleich ausdrucken lassen konnte, Ausstellungen zu den Themen Türkei, Marokko und Sri Lanka, Diskussionsforen mit anwesenden Politikern und Verbandleitern und vieles andere mehr, für das es sich gelohnt hat, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Selten war das Lüdenscheider Museum von so vielen unterschiedlichen Nationen gleichzeitig besucht und von solch buntem Leben erfüllt.

Die Künstlerin Ankica Karacic und ihre bunte Kinderschar. Alle zusammen waren ein gutes Team und erschufen zum Abschluss ein gemeinsames Bild,
Die Künstlerin Ankica Karacic und ihre Kinderschar. Sie erschufen zum Abschluss ein gemeinsames Bild.

Mehr davon

Ganz salopp gesagt, konnte man gestern als Fazit dieses nachmittags und der vergangenen drei Jahre folgendes zusammenfassen: Geht doch, Daumen hoch und bitte weiter so! Für die Kinder und Jugendlichen dieses Projektes, aber auch für die Initiatoren ein echter Erfolg.

„Bunt ist Kult“ ist nach diesen drei Jahren durch den besonders engagierten Einsatz aller Beteiligten ein wertvolles und gelungenes Projekt, dessen Weiterführung angesichts steigender Flüchtlingszahlen dringend erwünscht scheint und hoffentlich in dieser oder anderer Form auch weiterhin Förderung erfährt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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