So wie dieser Anstieg bei Meinerzhagen soll die A 45 auf der gesamten Länge in beide Fahrtrichtungen dreispurig ausgebaut werden.

Hagen/Märkischer Kreis. Eine ganze Region macht Druck. Die A 45 „Sauerlandlinie“ soll so schnell wie möglich komplett sechsstreifig ausgebaut werden. Ebenso schnell soll der Neubau der 38 Brücke zwischen Dortmund und Gießen erfolgen. „Das ist das größte Projekt in der deutschen Nachkriegsgeschichte“, sagt Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Das schreckt ihn allerdings nicht. „Ab 2018 stehen die finanziellen Mittel zur Verfügung“, kündigte er am Dienstag, 12. Mai, bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Hagen, Dortmund und Siegen in Hagen an.

Oberste Priorität

"Alle Zeichen stehen auf grün", sagte Staatssekretär Enak Ferlemann. "Freuen wir uns also auf 20 Jahre Baustelle."
„Alle Zeichen stehen auf grün“, sagte Staatssekretär Enak Ferlemann. „Freuen wir uns also auf 20 Jahre Baustelle.“

Der sechsstreifige Ausbau der Autobahn und der Überquerungsbauwerke sollen oberste Priorität im neuen Bundesverkehrswegeplan erhalten. „Das wird klappen, weil die Strukturdaten nun mal so sind, wie sind sind“, versicherte Ferlemann.

Diese Daten sehen zurzeit nicht gut aus. Alle Brückenbauwerke ächzen unter der Verkehrslast. Sie müssen ertüchtigt oder neu gebaut werden, Schon heute sind sie insbesondere durch den Schwerlastverkehr überfördert. „Der Güter- und Logistikverkehr wird bis 2030 nochmals bis zu 40 Prozent ansteigen.“ Prof. Dr.-Ing. Jürgen Steinbrecher fasste diese Aussage in Zahlen. Nach seinen Informationen passieren derzeit täglich rund 17 000 Lkw die A 45 im Raum Lüdenscheid. 2025 sollen es über 20 000 sein.

Ausbau parallel zum Brückenneubau

Politiker, Wirtschaftsvertreter und Mitarbeiter aus Stadt- und Kreisverwaltungen aus ganz Südwestfalen nahmen am Treffen in Hagen teil.
Politiker, Wirtschaftsvertreter und Mitarbeiter aus Stadt- und Kreisverwaltungen aus ganz Südwestfalen nahmen am Treffen in Hagen teil.

SIHK-Präsident Harald Rutenbeck wurde beim Treffen in Hagen deutlich: „Es ist besonders wichtig, dass der sechsspurige Ausbau der A 45 einen hohen Stellenwert im Rahmen des neuen Bundesverkehrswegeplanes erhält. Die Wirtschaft und die Städte entlang der Strecke inklusive des Landes NRW haben den durchgängigen sechsspurigen Ausbau für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet. Es wäre schön, wenn der sechsspurige Ausbau schon parallel mit dem Brückenneubau bzw. der Brückensanierung erfolgen könnte. Das würde die Zeiten der Behinderungen erheblich reduzieren“, sagte er.

Dauerbaustelle für Jahrzehnte

Die Sauerlandlinie werde über Jahrzehnte zur Dauerbaustelle. Um größere Beeinträchtigungen und Dauerstaus in dieser Zeit zu vermeiden, sei es unbedingt notwendig, für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen zu sorgen. Gleichzeitig deckte er Schwächen auf: „Die jetzt überraschend angekündigte Sperrung der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen für den Lkw-Verkehr verdeutlicht, wie wichtig eine gute Informationspolitik und eine rechtzeitige Abstimmung mit allen Beteiligten ist.“

 „Wir bringen die A 45 zu den Menschen“

Bernd A. Löchter vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen versprach Besserung. Der Landesbetrieb arbeitet an einem Kommunikationskonzept unter dem Motto „Wir bringen die A 45 zu den Menschen“. So werde die Baustelle „Sauerlandlinie“ eine eigene Website mit allen Informationen rund um das Vorhaben erhalten. Info-Bus, Flyer, Veranstaltungen vor Ort und Einbindung aller Medien sollen Transparenz und einen ungehinderten Informationsfluss sicherstellen.

Lenkungsgruppe soll Verkehrskollaps verhindern

Die drei IHKs in Dortmund, Hagen und Siegen schlagen konkret die Bildung einer Lenkungsgruppe vor. Diese soll in Abstimmung mit der Wirtschaft festlegen, auf welche Weise und in welchem zeitlichen Abstand die verschiedenen Arbeiten und Maßnahmen zur „Runderneuerung“ der A 45 sinnvoll durchgeführt werden können, damit es nicht zu einem Verkehrskollaps in der Region kommt. Vorschläge dazu haben sie im „Masterplan A 45“ festgelegt.

Flankiert werden die Bemühungen der drei Kammern von der Unternehmerinitiative „A 45 – freie Fahrt auf sechs Spuren“. Marc Simon, Sprecher dieser Initiative, unterstrich die Bedeutung des Ausbaus für die Wirtschaft in der Region. Schon heute sinke die Effizienz der Unternehmen, weil Zuviel Zeit für Transporte verlorengehe.

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