Dr. Magdalene Aniol, Klinikdirektorin der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation, war überrascht vom starken Zuspruch. Foto: Andrea Kleff

Werdohl. Zusätzliche Stühle wurden in den Mehrzweckraum des Seniorenzentrums gebracht, und einige Besucher verfolgten auf Stehplätzen den Vortrag zum Thema „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ in der Stadtklinik Werdohl. Mit einem derart großen Interesse zur Veranstaltung der Vortragsreihe „Gesundheit im Dialog“, hatte auch Dr. Magdalene Aniol, Klinikdirektorin der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation, nicht gerechnet. Sie freute sich über das große Interesse.

„Dies zeigt, wie sehr das Thema den Menschen unter den Nägeln brennt – jungen und älteren“, erklärte sie. Um das Informationsbedürfnis und dem Wissendurst der Bürger nachzukommen, wird Dr. Aniol den Vortrag im 2. Halbjahr 2017 wiederholen. Der Termin steht noch nicht fest – er wird aber rechtzeitig bekannt gegeben. Im Rahmen der Reihe „Dienstags in den Märkischen Kliniken“ gibt es zudem am Dienstag, 19. September um 17 Uhr einen Vortrag zum selben Thema. Interessierte aus Werdohl sind hierzu ebenfalls herzlich eingeladen.

Aufgrund des großen Interesses am Thema haben hat das Klinikumr einige Fakten und wichtige Informationen aus dem Vortrag von Dr. Aniol hier zusammengestellt:

Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist eine vorsorgliche Willensäußerung über die medizinischen Maßnahmen, die man für den Fall wünscht, in dem man selber nicht mehr verantwortlich entscheiden kann. Bis dahin kann man die Verfügung jederzeit ganz oder in Teilen ändern. Geregelt wird in der Patientenverfügung, welche ärztlichen Maßnahmen man sich zur medizinischen Versorgung wünscht und welche man ablehnt. Sie sind verbindlich und müssen von Ärzten umgesetzt werden, wenn die Behandlungs- und Lebenssituation eintritt, für die sie ausgestellt wurden.

Wie sollte eine Patientenverfügung formuliert sein?

Formulierungshilfen, die das Erstellen einer eigenen Patientenverfügung erleichtern, können kostenlos heruntergeladen werden. Textbausteine und Formulare findet man beispielsweise auf den Seiten des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (bmjv.de). Aber auch Krankenkassen, caritative Verbände und Kliniken bieten Muster-Exemplare an.
Tipp: Bei der Wortwahl sollten allgemeine Formulierungen vermieden werden, der eigene Wille sollte klar und deutlich ausgedrückt werden. Dies gilt insbesondere auch für die
Krankheitssituationen, in denen die Verfügung gültig werden soll.

Wozu braucht man eine Vollmacht, wenn man eine Patientenverfügung hat?

Während die Patientenverfügung ausschließliche medizinische Maßnahmen betrifft, regelt die Vorsorgevollmacht, wer den Betroffenen im Falle des Falles rechtlich vertreten kann. Sie
berechtigt eine Person des Vertrauens, bestimmte Angelegenheiten zu regeln, falls man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist. Die Vorsorgevollmacht umfasst alle Lebensbereiche,
in den Entscheidungen getroffen werden müssen, wenn man selbst handlungsunfähig ist. Neben den Themen Gesundheit und Pflegebedürftigkeit betrifft dies beispielsweise auch die
Vertretung bei Behörden, Versicherungen, Renten- und Sozialleistungsträgern, aber auch in Fragen der Vermögensvorsorge oder bei der Vertretung vor Gericht.

Wen sollte man bevollmächtigen?

Der bevollmächtigten Person sollte man größtes Vertrauen entgegen bringen, denn schließlich darf sie den Aussteller der Vollmacht in weitreichenden, das Leben und die Zukunft entscheidenden Fragen vertreten. Ob Partner, Eltern, Kinder, Freunde – alle vertrauensvolle Personen können auf diesem Weg zu bevollmächtigten Personen werden.

Die bevollmächtigte Person darf selbstverständlich erst bei Handlungsunfähigkeit im Rahmen der Vollmacht aktiv werden.

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