Hagen. Ein zehnjähriges Mädchen ist am Mittwochnachmittag (13. April) bei einem Verkehrsunfall auf dem Graf-von-Galen-Ring schwer verletzt worden. Es musste mit einem Rettungshubschrauber ins Bochumer „Bergmannsheil“-Krankenhaus geflogen werden. Bei der Unfallaufnahme und Rettung wurden die Rettungskräfte durch Schaulustige behindert. Die Polizei hat diesen Personenkreis auf ihrer „Facebook“-Seite heftig als Gaffer kritisiert.

Keine Lebensgefahr

Nach den bisherigen Ermittlungen, wie sie im Presseportal der Polizeibehörde veröffentlicht sind, hat das Mädchen die Straße gegen 15.20 Uhr in Höhe des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) bei Rotlicht einer Fußgängerampel überquert. Dabei wurde es von dem VW-Golf eines 43-jährigen Hageners erfasst und zu Boden geschleudert; der Wagen war auf der linken Fahrspur in Richtung Altenhagener Brücke unterwegs. Die Zehnjährige wurde noch am Unfallort durch den Rettungsdienst versorgt und dann nach Bochum geflogen. Die Polizei zu dem Zustand des Mädchens: „Zu keinem Zeitpunkt bestand Lebensgefahr.“

Weitere Zeugen gesucht

Während der Unfallaufnahme zur Hauptverkehrszeit kam es zu erheblichen Störungen des Autoverkehrs. Der Bahnhofsvorplatz musste für die Dauer der Hubschrauber-Landung komplett gesperrt werden. Die Polizei sucht weitere Zeugen des Unfalls, insbesondere den Fahrer eines Fahrzeuges, das zum Zeitpunkt des Unfalles unmittelbar neben dem Unfallfahrzeug war. Hinweise werden an die Rufnummer 02331/986-2066 erbeten.

Polizei: „Schamt euch, ihr Gaffer!“

Zusätzliche Polizeikräfte mussten eingesetzt werden, weil mehrere Schaulustige die Rettungsarbeiten massiv behindert hätten. Sie hätten mit ihren Smartphones das verletzte Mädchen und die Hubschrauber-Landung filmen wollen. Die Polizeibehörde reagierte auch mit einer Schimpfkanonade im Internet: „Schämt euch, ihr Gaffer vom Hauptbahnhof!“ heißt es dort. Der Beitrag war am Donnerstagmorgen schon über 16.000-mal geteilt worden und hat nach Polizeiangaben schon zwei Millionen Menschen erreicht gehabt.

Zusätzliche Polizeikräfte notwendig

In dem „Facebook“-Beitrag wirft sie den Gaffern „grenzenlose Neugier“ vor.

https://www.facebook.com/Polizei.NRW.HA/photos/a.213205282185117.1073741828.208563659315946/535167986655510/?type=3&theater

Unter anderem heißt es dort: „Ihr solltet Euch was schämen, dass mehrere hundert von Euch mit dem Smartphone in der Hand die Rettungsarbeiten massiv behindert haben. Euch ging es nur darum, das verletzte Kind und die Landung des Hubschraubers zu filmen. Sogar mehrere Streifenwagen waren notwendig, um den Rettungskräften den nötigen Platz zu verschaffen. Polizisten in der Absperrung habt ihr gefragt, ob sie mal an die Seite gehen können, damit ihr besser filmen könnt. Unfassbar!

„Skrupellose“ Handy-Filmerei

Um das Mädchen in Ruhe behandeln zu können, hat es die Feuerwehr mit weißen Tüchern verdeckt. Aber selbst das hat Euch nicht daran gehindert, mit Euren Smartphones in der Hand angelaufen zu kommen und über die Tücher zu gaffen. Das ist wirklich der Gipfel der Skrupellosigkeit.

Bei Rettung zählt jede Sekunde

Merkt Euch für die Zukunft eins: Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind da um Leben zu retten und nicht um durch Euch Gaffer in ihrer Arbeit behindert zu werden. Jeder von uns könnte der Nächste sein und bei der Menschenrettung zählt jede Sekunde. Wir haben im Einsatz echt was Besseres zu tun, als uns auch noch um Euch zu kümmern. Lasst zukünftig die Smartphones in der Tasche und geht einfach weiter.“

 

 

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