Tankstelle
Waschen, schneiden, föhnen und ein Interview: Martina Asbeck stand dem ZDF-Reporterteam Rede und Antwort.

Halver. Joachim Gies schwärmt von der ehemaligen Tankstelle an der Thomasstraße in Halver. „Das Gebäude verkörpert für mich die Aufbruchsstimmung der 1950er und 1960er Jahre“, sagt der Fotograf. „Das überwölbende Dach auf der schmalen Säule – fast wie das Raumschiff Enterprise . . . “ Joachim Gies ist rund 13 000 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen gefahren und hat aufgegebene Tankstellen fotografiert. Fasziniert haben ihn dabei besonders die Gebäude, in die Gebrauchtwagenhändler oder Imbissbetreiber oder andere Nutzer eingezogen sind.

Erst-Ausstrahlung am 20. März im Mittagsmagazin

Die „Tanke – Haare und Kunst“ in Halver hatte es ihm bei seinen Touren an Rhein und Ruhr besonders angetan. Die hochwertige Nutzung durch Friseurmeisterin Martina Asbeck, dazu das Kulturprogramm: „Das ist einmalig“, sagt Joachim Gies. Zusammen mit einem ZDF-Team besuchte er den Ort, an dem das deutsche Wirtschaftswunder vor rund 60 Jahren auch in Halver Fahrt aufnahm. Am Freitag, 20. März, wird der Beitrag ab 13 Uhr in der Sendung „Mittagsmagazin“ ausgestrahlt. Am Montag, 23. März, ist die Reportage ab 9.05 Uhr in der Sendung „Volle Kanne“ zu sehen.

Vor vier Jahren noch Maleratelier

Tanke
Friseursalon und Kleinkunstbühne: Die „Tanke – Haare und Kunst“ an der Thomasstraße in Halver.

Martina Asbeck hat inzwischen Erfahrung im Umgang mit Kamerateams. Die WDR-„Lokalzeit“ war schon da. Jetzt also das ZDF. Ans Tanken hat sie eigentlich nur gute Erinnerungen. „Da gab’s früher immer ein Eis“, sagt sie. Das markante Gebäude an der Thomasstraße ist ihr vor einigen Jahren ins Auge gefallen. Vor rund dreieinhalb Jahren hat sie es von dem verstorbenen Künstler Marek Tomicki übernommen. Der Maler und Bildhauer hatte in der Tankstelle sein Atelier eingerichtet. Regelmäßig öffnete er die „Tanke“ für Kleinkunstveranstaltungen. Lesungen, Ausstellungen und Konzerte stehen auch heute noch auf dem Programm der Tanke. Martina Asbeck hatte Tomicki versprochen, die ehemalige Zapfstation in seinem Sinne weiterzuführen.

Faszination Tankstelle bleibt

Dass sie ihren alten Salon gegen das Gebäude an der Thomasstraße eingetauscht hat, hat die 43-jährige Friseurmeisterin bis heute nicht bereut. Nach wie vor genießt Martina Asbeck die besondere Atmosphäre. Auch ihre Kunden sind vom Flair der Tanke begeistert.

Der Fotograf Joachim Gies hat seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Strukturwandel im Ruhrgebiet“, den er mit aufgegebenen Tankstellen dokumentiert, längst abgeschlossen. Die eigentümliche Faszination, den die Stationen auf ihn ausüben, ist geblieben. Im Sommer will er sich auf den Weg machen, um alte Tankstellen in ganz Deutschland zu fotografieren. „Es wird Zeit“, sagt er. Vier der 61 ehemaligen Benzinpaläste aus seinem Bildband „Abgetankt“ seien inzwischen abgerissen worden.

Ausstellung in Düsseldorf

Vielleicht entdeckt er ja auf seinen Tanke-Touren noch schrillere Ex-Zapfstationen als die in Marienheide. Im verglasten ehemaligen Kassenhäuschen dieser Tankstelle im Oberbergischen lebt heute Graupapagei Werner, im angebauten Haus seine Besitzerin.

Bis zum 24. April zeigt Joachim Gies sein Projekt „Abgetankt“ im Haus der Architekten, Zollhof 1, Düsseldorf. „Abgetankt“ liegt auch in zwei Versionen als Bildband vor.

Hardcover mit Schutzumschlag – 42,8 x 28,5 cm

134 Seiten, 61 Farbfotografien, 2,1 kg – 98,00 €

Softcover – 30 x 20 cm

134 Seiten, 61 Farbfotografien – 35,00 €

Mehr Informationen und Bestellmöglichkeit auf der Seite www.abgetankt.de

 

 

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