Lüdenscheid. Die Stadt Lüdenscheid will die Altstadt fit für die Zukunft machen. Deshalb wird zurzeit ein integriertes Handlungskonzept erarbeitet. Die Zukunftswerkstatt im Kulturhaus war der erste Schritt. Jetzt geht es weiter. „Der März ist unser Analysemonat“, sagt Lars Bursian, Fachdienstleiter Stadtplanung und Verkehr. In diesem Prozess sind neben der Stadt die Richter-Beratung aus Osnabrück und die Stadterneuerungs- und Entwicklungsgesellschaft NRW (steg) federführend. Ganz entscheidend ist aber die Beteiligung möglichst vieler Lüdenscheider. „Es wird zunehmend wichtiger, die Bürger mit in Lösungen gesellschaftlicher Aufgaben einzubeziehen“, betont Reinhart Richter von der Richter-Beratung.

320 Karten mit Vorschlägen

Beim Zukunftsforum Altstadt haben die Planer bei den rund 200 Beteiligten 320 Kärtchen mit Vorschlägen eingesammelt. Die sind inzwischen im Zuge einer Stärken-Schwächen-Analyse bewertet worden.  Stärken der Altstadt sind danach in erster Linie die kurzen Wege, das gute Parkplatzangebot, Architektur, Fußläufigkeit und die Atmosphäre. Zu den Schwächen zählen mangelnde Barrierefreiheit, das Kopfsteinpflaster, auffällige Leerstände und Verödung. Merkwürdigerweise taucht bei den Schwächen aber auch das Thema Parkplätze auf.  Weiter geht es um fehlende Sicherheit, mangelnde Sauberkeit und einen offensichtlichen Sanierungsstau.

Leerstände bieten auch Chancen

Chancen werden in einer Ausweitung der Außengastronomie, der Entwicklungen der öffentlichen Außenanlagen, der sich entwickelnden Kreativwirtschaft und einem Wegeleitsystem gesehen. Auch die Leerstände werden nicht nur als Mangel sondern auch als Chance für künftige positive Entwicklung bewertet. Risiken könnten sich durch mögliche Konflikte zwischen gewohnten ruhigen Wohnen und der Ausweitung der Gastronomie entwickeln. Fluktuation, Furcht vor Mietpreissteigerungen, Brand- und Denkmalschutz zählen zu den weiteren Risikofaktoren.

„Die Kunst wird es sein, die beiden Pole „Wohnen“ und „Belebung“ sorgfältig auszubalancieren“, sagte bei einem Pressegespräch Lars Bursian. Um möglichst viele Interessen zu berücksichtigen lädt die Stadt deshalb zu weiteren Veranstaltungen ein.

Samstag Beratung im Bürgerforum

Am Samstag, 8. März, geht es im Bürgerforum des Rathauses von 9 bis 13 Uhr um die Erarbeitung eines Kultur- und Bildungskonzeptes. Dabei werden aktuellen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklungsmöglichkeiten mit Blick auf die gesamte Stadt im Mittelpunkt stehen. Zum intensiven Gedankenaustausch werden sechs Arbeitsgruppen gebildet. Als Ergebnis wünscht sich Reinhart Richter klar formulierte Ziele für die Kultur- und Bildungspolitik. Sie sollen dem Kulturausschuss zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Am Sonntag, 23. März, geht es ab 11.30 um die Vertiefung von Einzelthemen. „Wir haben diesen Termin bewusst auf einen Sonntag gelegt, damit auch Berufstätige die Chance erhalten, am Erneuerungsprozess für die Altstadt teilzunehmen“, erklärte Lars Bursian.

Spaziergang durch die Altstadt

Wohnen und leben in der Altstadt ist das Thema eines Workshops am 17. März. Die Belebung des Quartiers steht bei einem weiteren Treffen mit Gastronomen, Vertretern des Einzelhandels und Anbietern von Dienstleistungen im Mittelpunkt. Am 20. März werden Fachleute aus der Verwaltung und geladene Gäste einen ausgiebigen Abstecher in die Altstadt unternehmen. „Dann wollen wir uns vor Ort an verschiedenen Stellen über die Chancen und Risiken unterhalten“, kündigte Lars Bursian an.

Reinhart Richter ist zuversichtlich, dass alle Schritte zum gewünschten Erfolg, nämlich zu einer finanzieller Förderung notwendiger Maßnahmen, führen. „Wir liegen mit unserer Marschrichtung ganz auf der Linie von Staatssekretär Bernd Neuendorf“, berichtete Richter. Der Spitzenbeamte habe erklärt: „Kulturpolitik ist Strukturpolitik.“ Nichts anderes, so Richter, werde mit dem integrierten Handlungskonzept betrieben.

Grafik: ©Stadt Lüdenscheid

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