Was wäre ein Poetry Slam ohne sein Publikum? Im ausverkauften Kulturhaus voteten die vielen Zuschauer auch diesmal wieder um die Wette für ihre Favoriten. Fotos: Iris Kannenberg und Daniel Scharf

Lüdenscheid. Eine Woche ist es jetzt her, dass Marian Heuser mit seinem „World of Wordcraft“ zu der diesjährigen Abschlussveranstaltung seines Potry Slam Zyklus einlud. Eine Woche, um das ganze einmal Revue passieren zu lassen und dann entsprechend zu bewerten. Fazit: Wer bei dieser Veranstaltung dabei war, wird sie wohl nicht so schnell vergessen.

Ausverkauftes Kulturhaus

Mehr gingen einfach nicht rein. Voll war es, das Kulturhaus.

Vor einem bis auf den letzten Platz ausverkauften Auditorium, präsentierten sich die Gewinner der Slam-Runden im Lüdenscheider Kulturhaus 2017 in Höchstform.

Das einzige weibliche Wesen unter den Gewinnern hatte abgesagt und so battelten sich fünf Männer um die drei Federn aus der Künstlerhand von Claudia Bäcker-Kirmse, die als Siegestrophäe mit nach Hause zu nehmen waren.

Drei verdiente Sieger

Marian Heuser in seinem Element. Er war wie immer das „Sacrifice“ und eröffnete die Veranstaltung mit einem eigenen Text.

Sven Hensel und Yannick Steinkellner schafften es nicht in die zweite Runde und so stritten sich Achim Leufker, Jean-Philippe Kindler und Florian Stein um den ersten, zweiten und dritten Platz. Achim Leufker gewann die Competition verdient. Er war nicht nur mit Abstand der Älteste in der Gruppe, sondern bei diesem Event auch der mit dem meisten Witz und der größten Ausstrahlung.

Dicht gefolgt von Jean-Philippe Kindler, der als eigentlicher Favorit des Abends und amtierender NRW-Meister im Poetry Slam als Zweitplazierter die silberne Feder aus der Hand des Moderators und NRW-Vizemeisters Marian Heuser entgegennahm. Auch Florian Stein hatte sich seine bronzene Feder redlich verdient.

Humor lag vorn

Die Sieger des Abends wurden gekürt von Kevin O´Neal und Marian Heuser, die ganz genau hinhörten, wer wohl den meisten Applaus vom Publikum bekommen hatte.

Auffallend waren die sehr comedeanhaften Texte, die die drei zum Besten gaben. Es wurde sehr viel gelacht an diesem Abend im Kulturhaus, während die ruhigeren Töne von Sven und Yannick deutlich weniger Chancen hatten, die Publikums-Jury für sich zu gewinnen.

Vielleicht ist es im Moment einfach für viele Zuschauer wichtiger, sich an solch einem Abend gut unterhalten zu lassen, als sich mit tiefen Problemen auseinanderzusetzen. Irgendwie auch zutiefst verständlich in einer Welt der Donald Trumps, Erdogans und Kim Jong-uns.

Abwechslungsreiche Veranstaltung

Der spätere Gewinner Achim Leufker.

Die ganze Veranstaltung war auch diesmal abwechslungsreich und gut organisiert.

Moderator Marian Heuser und seine Lebensgefährtin Anna-Lisa Konrad, die an diesem Abend für den reibungslosen Ablauf der Technik verantwortlich zeichnete, waren dem Anlass entsprechend in Anzug und Abendkleid auffallend schön und festlich gekleidet. Sie lieferten ihrem Publikum gutgelaunt und punktgenau alles, was solch ein Finale braucht: Spannung, gutes Entertainment, kluge Köpfe und dazu ein musikalisches Rahmenprogramm vom Feinsten.

Blues ist Trend

Drei, die auszogen, um für den Blues eine Lanze zu brechen.

Mit Chris Kramer (Harp und Gesang), Sean Athens (Gitarre) und Kevin O´Neal (Beatbox) standen nicht nur drei Individualisten, sondern auch drei Meister ihres Faches mit einem gemeinsamen Ziel auf der Bühne: Den Blues in die Gegenwart zu holen und wieder zum Trend zu machen.

Das ist den dreien – zumindest an diesem Abend – mehr als gelungen. Sie brachten eine Rasanz auf die Bretter, die mitriss und der ganzen Veranstaltung das „Sahnehäubchen“ aufsetzte.

NRW-Meisterschaften 2018

Autogrammstunde mit den Slam Poeten.

Nach der Veranstaltung gab es wie immer die Gelegenheit für das Publikum, ihren Stars hautnah zu begegnen und sich Autogramme und Poster abzuholen.

„World of Wordcraft“ ist eine mittlerweile äußerst erfolgreiche Veranstaltung, die Marian Heuser souverän moderiert und organisiert. Und als festen Programmpunkt im Kulturhaus installiert hat.

Das macht das Lüdenscheid zu einem der Zentren für guten Poetry Sam in NRW und zieht immer mehr Publikum von außerhalb in die Bergstadt. Die nächste Runde Slam steht schon in den Startlöchern und wird 2018 mit einem echten Knaller, nämlich den NRW-Meisterschaften enden, der alle Freunde des Poetry Slams mit viel Spannung entgegensehen dürften.

 

 

 

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