Das erste Mal in Meinerzhagen: World of Wordcraft - Poetry Slam mit Marian Heuser. Fotos: Iris Kannenberg und Daniel Scharf

Meinerzhagen. Am Sonntag, 21. Mai wird in der Stadthalle Meinerzhagen zum ersten Mal „geslammt“, d.h. mutige Autorinnen und Autoren treten mit ihren selbstverfassten Texten gegen einander an und das Publikum ist die Jury. Der Sieger bzw. die Siegerin erhält neben dem lautesten Applaus des Abends auch eine Trophäe – den Meinerzhagener Wortschatz, gesponsert von der Fa. Karl-Heinz Selbach aus Marienheide.

Der richtige Zeitpunkt

Poetry Slam mit Marian Heuser ist immer eine rasante Sache.

„Es wird lustig, laut, traurig, leise, lyrisch, virtuos und teilweise auch völlig sinnfrei werden“, erklärt Moderator und Poetry Slammer Marian Heuser, „da ist für jeden Geschmack etwas dabei.“ Er muss es wissen, immerhin veranstaltet Heuser schon seit 2010 die Poetry Slam Reihe „World of WORDcraft“ in Lüdenscheid. „Wir haben damals mit 50 Zuschauern angefangen, heute kommen bis zu 600“, erinnert sich der Entertainer, der sich sehr auf das erste Gastspiel in Meinerzhagen freut.

„Es macht mich sehr glücklich, dass man uns inzwischen auch außerhalb Lüdenscheids wahrnimmt und unsere Arbeit wertschätzt. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um eine so tolle Location wie die Stadthalle ins Auge zu fassen. Vor vier Jahren hätte das noch an Wahnsinn gegrenzt, aber inzwischen haben Menschen wie Julia Engelmann, Jan Philipp Zymny und Torsten Sträter viele für das Thema Poetry Slam sensibilisiert.“

Große deutschsprachige Szene

Das 1986 in Chicago entstandene Literaturformat schaffte Mitte der 90er den Sprung nach Deutschland und etablierte sich schnell. Inzwischen gibt es eine große deutschsprachige Szene (Deutschland, Österreich & Schweiz) mit über 800 aktiven Slammern und Veranstaltern. Einmal jährlich finden die deutschsprachigen Meisterschaften statt, die über mehrere Tage gehen und zu wahren Großereignissen herangereift sind. Schon 2011 waren es über 5000 Zuschauer beim Finale in der O2-World Hamburg.

Die Regeln des Poetry Slams

Das Publikum ist die Jury! Hier im Kulturhaus Lüdenscheid.

Jeder der auftretenden Künstlerinnen und Künstler hat nur ein begrenztes Minutenkontingent zur Verfügung (5-6 Min) seine / ihre selbst verfassten Texte vorzutragen. Danach ist das Publikum an der Reihe und bewertet die gehörten Beiträge  mit lautstarkem Applaus sowie mit Punkten von 1-10.

Für die KünstlerInnen des Abends gilt: Instrumente, Beats, Verkleidungen und sonstige Requisiten sind verboten, es zählt nur der reine Vortrag. Doch ganz gleich ob Kurzgeschichte, Gedicht, Tagebucheintrag, Raptext oder Anekdote, ob Comedy, Kabarett, Lyrik oder Storytelling, ob gelesen oder auswendig performed, ob geschrien oder geflüstert – alles ist erlaubt, solange es aus der eigenen Feder stammt.

Die Künstler

Die Künstler stehen im Wettbewerb. Marian vor der Punktetafel.

Für die Premiere am Sonntag den 21. Mai in der Stadthalle haben sich folgende BühnenpoetInnen angekündigt:

Florian Wintels (Paderborn)

Florian Wintels (1993) bestritt 2009, eher gezwungen als wollend seinen ersten Poetry Slam in der schönen Grafschaft Bentheim, die er, trotz Studiums in Paderborn, seine Heimat nennt. Heute ist Wintels einer der erfolgreichsten Slammer des deutschsprachigen Raums. Er ist Paderborner Stadtmeister 2013, Niedersachen/Bremen Meister 2013 und 2016 und schaffte es in der Vergangenheit bereits zweimal unter die besten vier bei den deutschsprachigen Meisterschaften. Die ARD betitelte ihn jüngst als “rappende Slammaschine“.

Tobi Katze (Bochum)

Tobi Katze, geboren 1981, schreibt Kurzgeschichten, Essays, Gedichte und Drehbücher. Seit mehr als zehn Jahren tritt er auf Poetry-Slams und Lesebühnen auf. 2007 gewann er den LesArt-Preis der jungen Literatur und 2014 den Bielefelder Kabarettpreis für sein erstes Bühnenprogramm «rocknrollmitbuchstaben». Sein Buch «Morgen ist leider auch noch ein Tag» (Rowolth), in dem er selbstironisch und ehrlich über sein Leben mit Depressionen schreibt, war ein Bestseller.

Jens Kotalla (Münster)

Seit Juli 2012 ist Jens Kotalla mit seinem gemischten Repertoire aus Kurzgeschichten und Gedichten auf den deutschsprachigen Slambühnen unterwegs und hat in diesem Zeitraum bisher schon ca. 300 Auftritte absolviert. 2013 – 2016 qualifizierte er sich durchgängig für die NRW-Landesmeisterschaften. Wenn er nicht selber als Slammer auf der Bühne steht, dann bereitet er anderen die Bühne – wie zum Beispiel beim „Radioactive Slam“ in Lingen und beim Münsteraner Hörsaal Slam.

Christian Gottschalk (Köln)

In Christian Gottschalks Glossen, Geschichten und Liedern finden exakte Alltagsbeobachtungen, lakonische Jugenderinnerungen, überraschende Ideen, alberner Sprachwitz, sonderbare Meinungen und hingeschluderte Kapitalismuskritik zu einem friedlichen Miteinander. Menschlich großzügig, aber sprachlich eher pingelig befasst er sich mit mit kleinen Teddybären am Rucksack oder dem unverständlichen Wunsch nach Sex auf Flugzeugtoiletten. Außerhalb der Slambühnen schreibt Gottschalk für „WDR Print“ und für die Wahrheits-Seite der „taz“.

Luise Frentzel (Bochum)

Luise Frentzel wurde in Arnstadt bei Erfurt in Thüringen geboren. Sie ist seit ihrem ersten Atemzug überzeugtes Einzelkind und verwöhnt von Elternliebe und antiautoritärer Erziehung, was man auch in ihre Texten zu spüren bekommt. Frentzel studiert Kommunikationsdesign an der FH Dortmund und arbeitet als freie Texterin, Illustratorin, Grafikerin und Workshopleiterin. Zurzeit lebt sie in Bochum, denn sie findet, dass das Ruhrgebiet das liebenswerteste Fleckchen Erde ist, das der Mensch aus Beton erschaffen hat.

Damit aber noch nicht genug, denn das Lineup ist noch nicht gänzlich vollständig: Bis zu zwei Startplätze stehen einheimischen / lokalen Autorinnen und Autoren zur Verfügung. „Wir wollen auch die heimischen Talente fördern“, so Bernd Martin Leonidas vom Stadtmarketing e.V., „denn wir sind davon überzeugt, dass in der Region ordentlich Potential schlummert.“ Voraussetzung für die Teilnahme sind drei eigene Texte, die in das Zeitfenster von 5-6 Minuten passen, eine Priese Mut sie am Mikrofon vorzutragen, sowie ein Mindestalter von 16 Jahren. Wer also Lust hat, dabei zu sein, meldet sich bitte bis zum 03. Mai 2017 per E-Mail an info@stadtmarketing-meinerzhagen.de an.

Karten für das „Wortsport Event des Jahres“ gibt es ab sofort für 10 € im Vorverkauf an den Hauptstellen der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, sowie im Ticketshop der Lüdenscheider Nachrichten und bei der Meinerzhagener Zeitung. Online können die Tickets über Eventim bezogen werden. An der Abendkasse kosten die Tickets dann 15 €.

Erster Meinerzhagener Poetry Slam mit Marian Heuser
Sonntag, 21.Mai in der Stadthalle Meinerzhagen,
Einlass ab 18.30 Uhr / Beginn 19.00 Uhr / VVK: 10,- € | AK: 15,- €

 

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