Werdohl. Die Werdohler Wohnungsbaugesellschaft Woge sorgt für modernes Wohnen. Auf eine Tradition möchte Geschäftsführer Ingo Wöste dennoch nicht verzichten. Mit drei Hammerschlägen legte er zusammen mit Woge-Aufsichtsratsvorsitzendem Lutz Menshen und Architektin Jutta Fiebig am 14. April den Grundstein für das dritte Werdohler Nachbarschaftshilfezentrum (NHZ) an der Oststraße auf der Königsburg. Außerdem mauerten die einen Kupferzylinder in eine Wand des künftigen Treppenhauses ein. Inhalt: die Baupläne für das NHZ, acht Euromünzen, eine tageszentrum vom 14. April und Berichte vom ersten Spatenstich im Januar dieses Jahres.

„Ich möchte Ihnen sagen, dass wir hier keine Wohnungen schaffen – wir schaffen ein Zuhause und diesem Zuhauses geben wir von der Woge-Werdohl ein Gesicht“, sagte Ingo Wöste vor den Gästen der Grundsteinlegung. Das Interesse am neuen Wohnprojekt der Woge-Werdohl ist groß. Für die 21 barrierefreien Wohnungen haben sich bereits 33 Mietinteressenten gemeldet.

Drittes Nachbarschaftshilfezentrum der Woge-Werdohl

Was passiert an der Oststraße? Hier entsteht das dritte Werdohler NHZ mit 21 öffentlich geförderten, barrierefreien Mietwohnungen für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte (52 beziehungsweise 60 Quadratmeter groß). Dazu kommt eine Pflegewohngruppe für acht Personen. Ein großer Wohngemeinschaftsraum sowie ein Nachbarschaftstreff runden den Komplex ab. Für den Bau des NHZ sind 3,325 Millionen Euro Kosten veranschlagt. 2,5 Millionen Euro hat die Wohnungsbauförderung des Landes NRW zinsgünstig zur Verfügung gestellt. Den Rest steuert die Woge-Werdohl bei.

Für Ingo Wöste hat der Bau etwas mit Neuanfang zu tun. „Die Woge-Werdohl setzt mit dieser Investitionsentscheidung ein weiteres Zeichen für die Gestaltung der Zukunft in Werdohl.“

Sicher sei der Abriss der drei Doppelhäuser an der Oststraße für den ein oder anderen schmerzlich gewesen. Aber an ihrer Stelle entstehe etwas Neues.

Wohnraum für ältere Menschen

Das NHZ ist Teil des Strategiewechsels, den die Woge 2009 vollzogen hat. Sie hat sich von der ausschließlichen Modernisierung ihres Bestandes zugunsten des Neubaus von Mietwohnungen gelöst. „Wir reißen nicht mehr zeitgemäße Gebäude ab, um auf der Fläche dann auf aufgelockerter Bauweise Wohnungen für vornehmlich ältere Menschen zu schaffen“, berichtete Ingo Wöste. In Kombination mit einer Pflegewohngruppe für acht Menschen, Wohngemeinschaftsräumen, die über rund 400 Quadratmeter Fläche verfügen und einem 145 Quadratmeter großen Nachbarschaftstreff werden die NHZ zu kleinen Siedlungen gegen die Einsamkeit.

Quartiersverein zur Belebung

Ingo Wöste setzt darauf, dass sich viele Königsburger an der Belebung des Nachbarschaftstreffs beteiligen. Grundlage soll ein gemeinnütziger Quartiersverein Werdohl-Königsburg sein. Die Förderung wird über Mittel aus dem LEADER-Programm für die Region Lennetal erfolgen.

Neue Form des Alterns

Eine Schlüsselrolle besitzt auch Kerstin Liebeskind. Ihr gleichnamiger ambulanter Pflegedienst wird rund um die Uhr anwesend sein und die Pflegewohngruppe betreuen. „Sie wird dem neuen Nachbarschaftszentrum Leben einhauchen“, sagte Ingo Wöste am Donnerstag. Der große Vorteil für die Bewohner: Sie können weiter selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld wohnen, auch wenn sie auf fremde Hilfe angewiesen sind. Wenn das gelingt, hat der Bagger mit dem Abriss der fast 90 Jahre alten Häuser an der Oststraße auch den Weg zu einer neuen Form des Alterns freigemacht.

So wird der Eingangsbereich des Nachbarschaftshilfezentrums an der Oststraße aussehen. Grafik: Architekturbüro Fiebig
So wird der Eingangsbereich des Nachbarschaftshilfezentrums an der Oststraße aussehen. Grafik: Architekturbüro Fiebig

 

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