Wirtschaftsjunioren
Prof. Andreas Schwung (links) sprach vpr en Wirtschaftsjunioren über die fortschreitende Digitalisierung der Industrie. Foto: Bettina Görlitzer

Lüdenscheid. Von einer „vierten industriellen Revolution“ sprach Prof. Dr. Andreas Schwung kürzlich beim Juniorenabend der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftskreises Lüdenscheid – gemeint war damit die fortschreitende Digitalisierung, die unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ bzw. „Internet der Dinge“ vielfach thematisiert und vorangetrieben wird. Im Lüdenscheider Restaurant Ciccolina erläuterte der Experte, der eine Professur für Automatisierungstechnik und Grundgebiete der Elektrotechnik an der Fachhochschule Südwestfalen innehat, vor knapp 30 Zuhörern, welche Chancen und Potenziale die Digitalisierung mit sich bringe.

Revolutionäre Veränderungen

Eine revolutionäre Veränderung, vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine, der Massenproduktion durch elektrische Energie und der weiteren Automation durch den Einsatz von Elektronik und IT, werde auf alle Unternehmen zukommen. Das sei eine große Herausforderung, die viele Neuerungen mit sich bringe und auf keinen Fall verschlafen werden dürfe, betonte Prof. Dr. Schwung, auch wenn sich „Industrie 4.0“ aktuell noch im Anfangsstadium befände und sich viele Ideen noch eher im theoretischen Raum abspielten.

Enorme Kostenersparnis möglich

Entsprechend wichtig sei es aber für jedes Unternehmen heute, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Um deutlich zu machen, was sich hinter „Industrie 4.0“ verbirgt, entwarf der Referent verschiedene Szenarien dazu, was künftig möglich sein könnte. Maschinen, die den Verkauf des Herstellers informieren, wenn Ersatzteile benötigt werden, oder Nachrichten absetzen, wann eine Wartung erforderlich ist, wären nur der Anfang.

Durch die elektronische Kommunikation und Vernetzung mit anderen Maschinen oder auch einem Werkstück, könnten sie sich selbst auf die Erfordernisse der Produktion einstellen, wenn sie entsprechend flexibel ausgestattet sind. Eine enorme Kostenersparnis sei eine mögliche Folge. Eine andere sei die Chance, den Kunden ohne großen Mehraufwand individuelle Lösungen, sogar in einer Losgröße 1, zu finanziell attraktiven Konditionen anbieten zu können. Eine Anwendung aus der Möbelindustrie könnte das individuelle Schrankmaß beispielsweise bei Einbauküchen sein. Das könne mit Werkstücken funktionieren, die mittels einer Codierung die Daten für die Produktion direkt an die Maschinen mitliefern.

Wirtschaftsjunioren: Wer am Markt bestehen will, darf sich nicht verschließen

 

In seinen Vortrag brachte Prof. Schwung auch einen sensiblen Aspekt mit ein: Denn eine derartig umfangreiche Form der Digitalisierung bedeute auch, dass der verantwortungsvolle Umgang mit der Unmenge von Daten diskutiert werden müsse. Einig waren sich alle Anwesenden dennoch, dass sich kein Unternehmen dieser neuen „industriellen Revolution“ verschließen kann, wenn es langfristig am Markt bestehen will.

Weitere Informationen unter www.wj-luedenscheid.de.

Text: ©Bettina Görlitzer

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