Das Foto zeigt vermeintliche Markierungen für Windenergienlagen auf der Hohen Molmert. Laut Bürgermeister Ulrich Schulte soll dort lediglich ein Mast zur Windmessung aufgestellt werden.

Plettenberg. Die Stadt Plettenberg prüft die Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie-Anlagen auf der Hohen Molmert. Obwohl dieses Verfahren noch läuft und das Ergebnis offen ist, sind Mitarbeiter des Investors PNW Wind AG bereits auf der Hohen Molmert im Einsatz und bringen Markierungen an. Ob dies rechtens sei, wollte Ratsmitglied Diethard Küppers, erklärter Gegner der Windräder auf der Hohen Molmert, in der Ratssitzung am Dienstag wissen.

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Ratsherr Diethardt Küppers lehnt die Hohe Molmert als Standort für Windenergie-Anlagen ab. Foto: Bernhard Schlütter

Küppers hatte die seines Erachtens zweifelhaften Aktivitäten des Windenergie-Investors zuvor schon per Leserbrief auf Tach! angeprangert. Es gebe bereits Markierungen für die Standorte zukünftiger Windräder. Darüber hinaus habe er erfahren, dass PNE ein neues Gutachten zur Artenschutzprüfung im Bereich Hohe Molmert in Auftrag gegeben habe. Der „selbst ernannte Investor“ würde offensichtlich schon Nägel mit Köpfen machen, obwohl die Planungen für die Konzentrationsflächen noch längst nicht abgeschlossen seien.

Für Diethardt Küppers ergeben sich aus diesen Vorgängen folgende Fragen: Werden schutzwürdiges Wild vergrämt und sensible Vogelarten beim Bau ihrer Horste gestört damit harte Kriterien zum Artenschutz nicht angewendet werden können? Wer erlaubt den Bediensteten von PNE-Wind AG das Betreten des Waldes zu kommerziellen Zwecken? Was macht den Investor so sicher, den Zuschlag zu erhalten, dass er ein erneutes Gutachten zum Artenschutz auf eigenen Kosten erstellt und bereits Standorte der Windräder festlegt?

Für Bürgermeister Ulrich Schulte fällt die erste Frage in die Kategorie „Verschwörungstheorie“. „Zu behaupten, hier würden Tiere absichtlich verscheucht, ist genau so abwegig, wie die These, Naturschützer setzten seltene Tiere aus, um ein Bauvorhaben zu verhindern.“ Er selbst habe den PNE-Mitarbeitern das Betreten des Waldes erlaubt. Es sei doch nachvollziehbar, dass ein Unternehmen, das beabsichtigt, eine beträchtliche Summe zu investieren, im Vorfeld auslote, ob die Voraussetzungen gegeben sind. „Es wird ein Mast zur Windmessung aufgestellt“, berichtete Schulte. Im Übrigen sei es gängige Praxis der Windenergie-Investoren, für Projekte viel Geld auszugeben und dies teilweise hinterher „in den Wind zu schreiben“. So habe PNE auch schon Flächen auf der Hohen Molmert von Privateigentümern auf Verdacht gepachtet.

Wolfgang Schrader (SPD), Mitglied im Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, betonte, dass es bisher keine Gespräche zwischen den Stadtwerken Plettenberg und der PNE Wind AG gegeben habe. „Solche Gespräche wird es erst geben, wenn die Grundlage in Form eines Beschlusses über die Konzentrationsfläche geschaffen ist, und das wird voraussichtlich erst im Jahr 2017 so weit sein.“

Mit der Ausweisung von Konzentrationsflächen können Kommunen steuern, wo in ihrem Stadtgebiet Windenergie-Anlagen errichtet werden.

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2 KOMMENTARE

  1. Hallo Bernhard, ich wusste nicht, dass Du für den „Tach“ unterwegs bist, habe Dich wohl bei der Ratssitzung gesehen. Der Artikel ist i.O. Leider haben wir in Plettenberg mit dem Süderländer in Sachen Windpark auf der Hohen Molmert keine neutrale und schon gar keine kritische Berichterstattung, sondern eher ein Sprachrohr des Investors.Gegner des Windparks mitten im Waldgebiet der Hohen Molmert finden dort kein Gehör, sachliche Argumente zählen leider nicht!
    Freundliche Grüße

  2. Die Menschen werden erst richtig wach und hören zu, wenn es ihnen an die Kohle geht. Zauberwort ist „Immobilienwertverlust“ .Hatte so richtig noch niemand auf dem Radar.

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