Ein günstiger Westfalentarif soll noch mehr Märker zum Umstieg vom Pkw auf Busse und Bahnen veranlassen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Die Mobilität der Menschen im Märkischen Kreis, sei es mit dem Fahrrad, mit Bus oder Bahn, stand neben der Beschlussfassung über die Haushaltsansätze für das kommende Jahr im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr des Kreises. Thomas Ressel, Geschäftsführer des Zweckverbandes Ruhr Lippe (ZRL) berichtete über die geplante Einführung eines Westfalentarifs, und Dr. Timo Barwisch vom Büro „plan:mobil Verkehrskonzepte & Mobilitätsplanung“ unterrichtete die Ausschussmitglieder über den aktuellen Stand der Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Märkischen Kreis.

Sechs Routen im Märkischen Kreis

Dass ein Fortkommen auch ohne Bus und Bahn gelingen kann, zeigte Bernd Strotkemper vom Fachdienst Umweltschutz und Planung am Regionale-Projekt „Radeln nach Zahlen“. Die im wahrsten Sinne „wegweisende Beschilderung“ führe die Radler auf einem 1.350 Kilometer langen Radwegenetz, unter anderem auch zu lohnenden Ausflugszielen, durch Südwestfalen. 517 Kilometer auf sechs Routen liegen davon im Märkischen Kreis. Der Radtourist erfährt unterwegs auf 45 kleinen und 18 großen Tafeln mehr über den Weg und die Region.

Ziel: „Ein Raum, ein Tarif“

„Ein Raum, ein Tarif“, das sei das Ziel eines gemeinsamen Westfalentarifs für Busse und Bahnen, erklärte ZRL-Geschäftsführer Thomas Ressel den Ausschussmitgliedern. Das Tarifgebiet soll künftig 19.400 Quadratkilometer umfassen, 68 Verkehrsbetriebe sind einzubinden. Anhand einiger Beispiele zeigte Ressel die Vorteile für die ÖPNV-Nutzer auf. In der Spitze, je nach Reisezeit und Anzahl der Mitreisenden, seien bis zu 80 Prozent zum bisher gültigen Preis einzusparen. „Die Fahrgäste wollen doch mit der Bahn fahren, warum machen wir es ihnen dann so schwer?“, fragte Ressel in die Runde. Er verwies auf steigende Nutzerzahlen, die Ruhr-Sieg-Strecke sei dafür ein Beleg.

Nahverkehrsplan im Sommer 2016

Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes kommt die Stunde der Städte und Gemeinden, der Verkehrsunternehmen, der Aufgabenträger sowie beteiligter Dritter, etwa von Behindertenbeiräten und –verbänden. Der Ausschuss beschloss nach dem Vortrag über den Ist-Stand des Verfahrens einstimmig deren Beteiligung. Der Nahverkehrsplan soll im Januar 2016 fertiggestellt sein und bis Juni vom Kreistag beschlossen werden.

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