Die neue Miss Sauerland: Lisa kommt aus Lüdenscheid und hat einen starken bezug zur Heimat. Warum sie trotzdem in Dortmund arbeitet und lebt? Verrät sie uns. Foto: Max Unterharnscheidt

Vor etwas mehr als einer Woche wurde im Stern-Center Lüdenscheid die neue Miss Sauerland gesucht – und gefunden. Lisa aus Lüdenscheid hat den Titel für sich entschieden. Die 24-jährige wohnt und arbeitet zwar inzwischen in Dortmund, hat aber Lüdenscheider Wurzeln und noch immer einen sehr starken Bezug zur Bergstadt. Ich habe mich mit ihr in einem Lüdenscheider Café verabredet, um etwas mehr über die neue Miss Sauerland zu erfahren. Lisa ist pünktlich und hat ein Lächeln auf den Lippen, als sie das Café betritt. Nach etwas Small-Talk geht es auch schon los.

Lisa, nochmal herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Misswahl. Und, bist du jetzt groß im Stress mit Interviews, Fotoshootings und Co. ?

Danke. (lacht) Nein, alles ganz entspannt. So ist das alles gar nicht. Ich habe zwar natürlich das ein oder andere Interview, aber es ist nicht so, als wenn ich von Termin zu Termin springen würde.

Hast du es dir denn anders vorgestellt? Also mit mehr Rummel?

Nein, gar nicht. Ich kenne die ganze Prozedur ja bereits. Bei der letzten Wahl zur Miss Sauerland 2014 bin ich auf dem zweiten Platz gelandet und habe seit dem schon mehrere Misswahlen mitgemacht, die ich teilweise auch gewonnen habe. Von daher weiß ich, was danach auf mich zukommt – oder eben auch nicht.

Du hast schon an mehreren Misswahlen teilgenommen?

Ja, sieben insgesamt. Ich trage im Moment die Titel Vize Miss Sauerland 2014, Vize Miss Remscheid 2015, Miss Saarbrücken 2015 und natürlich Miss Sauerland 2016. Außerdem war ich jeweils 3.-Platzierte bei den Wahlen zu Miss Paderborn 2015, Miss Hanselife 2015 und Miss Westdeutschland 2016. Wobei der 3. Platz bei der Miss Westdeutschland mit das Höchste war, was ich bisher erreicht habe. Das war eine Landeswahl.

Das macht fast den Eindruck, als hättest du nicht mehr viele andere Hobbys neben den Misswahlen, ist das so?

Doch, doch. Ich habe schon auch noch Zeit für andere Hobbys. Ich backe zum Beispiel super gerne und mache viel Sport. Generell ist Sport und gesunde Ernährung bei mir ein großes Thema. Früher habe ich auch das Cheerleading sehr aktiv betrieben und habe für die Iserlohn Roosters und eine Rockband getanzt, bis ich dann mit 23 quasi in „Cheerleader-Rente“ gegangen bin.

Cheerleading? Du bist es also durchaus gewohnt vor Publikum zu stehen?

Ja, absolut. Gerade das Cheerleading hat mir bei den Misswahlen auch sehr geholfen. Denn dadurch lernen Mädchen, ein starkes Selbstbewusstsein und ein ausgeprägtes Körpergefühl zu entwickeln. Wenn du vor Publikum treten musst, hilft dir das ungemein dich selbstbewusst zu präsentieren.

Präsentieren ist ein gutes Stichwort. Es gibt ja bei den Misswahlen immer auch Menschen, die sich klar dagegen aussprechen. Sexistisch, oberflächlich und so weiter sind ja nur wenige der Vorurteile die mit Misswahlen in Verbindung gebracht werden. Wie stehst du und eventuell auch deine Eltern dazu? Gab es da Bedenken?

Ja, ich weiß. Diese Meinungen gibt es natürlich. Aber ich bin der Auffassung, dass es jedem Mädchen schon selbst überlassen werden sollte, ob es bei einer solchen Show mitmacht oder nicht. Und ich halte auch nicht viel von den Vorwürfen. Wie gesagt: Wir machen da alle freiwillig mit, und bei den Misswahlen geht es bei Weitem nicht nur ums Aussehen. Auch wenn das natürlich ebenfalls ein Faktor ist, spielt der Charakter und das persönliche Auftreten eine weitaus größere Rolle. Das Klischee vom hübschen Dummerchen, das als einziges die Chance auf einen Titel hat, ist sowas von überholt. Und was soll meine Familie dazu sagen? Die steht natürlich hinter mir, fiebert mit, freut sich für meine Erfolge.

Und ein „Dummerchen“ bist du ja nicht soweit ich weiß. Immerhin hast du eine Ausbildung zur Finanzwirtin absolviert. Du arbeitest – und lebst aber nicht mehr in Lüdenscheid, ist das richtig?

Das ist richtig. Ich bin zwar in Lüdenscheid aufgewachsen, und auch meine Bindung zu Lüdenscheid ist immernoch sehr sehr stark, denn meine Familie ist hier und damit auch mein Herz. Aber weil das Finanzamt in Lüdenscheid damals keine Ausbildung zur Finanzwirtin angeboten hat, bin ich schließlich in Dortmund gelandet. Am Anfang bin ich noch gependelt, wohne jetzt aber in Dortmund. Das ist aber definitiv nicht meine letzte Station. Ich könnte mir durchaus auch vorstellen wieder nach Lüdenscheid zurück zu kommen – zumal ich in meiner Freizeit schon jetzt fast öfter hier bin als in Dortmund.

Was sind denn deine nächsten Stationen auf deinem Weg als Miss Sauerland? Ist dein erklärtes ziel die Wahl zur Miss Germany?

Klar, Miss Germany zu werden wäre schon toll. Aber die Konkurrenz um den Titel ist verdammt stark und der Weg dahin noch relativ lang. Vorher werde ich jetzt aber an den Wahlen zur Miss Mitteldeutschland, Miss Westdeutschland und Miss NRW teilnehmen. Wenn ich davon eine Wahl gewinne, bin ich für die Wahl zur Miss Germany qualifiziert. Ich bin wirklich gespannt, wie weit ich komme.

Lassen wir uns überraschen. Was ist für dich denn das schönste an den Misswahlen? Irgendwas muss dich doch antreiben dabei mitzumachen.

Hm, das ist schwer zu sagen. Da gibt es viel. Aber, und auch wenn sich das jetzt nach einem Klischee anhört, ist für mich eine der schönsten Sachen tatsächlich, dass man viele andere nette Mädchen kennenlernt, die das selbe Ziel verfolgen. Natürlich gibt es dabei auch Mädchen, mit denen man vielleicht nicht so gut auskommt,. Aber in der Regel sind alle sehr nett und ich habe tatsächlich auch schon richtige Freundinnen gefunden, mit denen ich gemeinsam an Misswahlen teilgenommen habe. Das macht das ganze gleich deutlich lustiger, wann man weiß, dass da Menschen sind, die man kennt und mag.

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Ich bin 31 Jahre jung und gehöre zur viel besprochenen Generation Y. Seit 1999 nutze ich digitale Kommunikationswege und seit 2012 bin ich Online-Unternehmer und berate und betreue Unternehmen als Social Media Experte.

1 KOMMENTAR

  1. Über Geschmack lässt sich streiten. Ich finde diese Wahlen lächerlich und unrepräsentativ. Warum soll es halb-nackt Fleischbeschau eigentlich überhaupt geben?
    Im Grunde werden dann immer durchschnittliche Damen mit sehr angepasstem Background genommen, wieso nicht einmal eine „Arbeitslose“ oder jemand der sagt: Ich kann nicht kochen.
    Langweiliger geht es kaum noch und darf ich meine Meinung sagen, wie hübsch ich die heutigen Gewinnererinnen finde? An jeder Ecke rennen welche herum, die genauso hübsch sind, mindestens wie Miss Germany.
    So ein Titel – was soll der fördern? Die Einbildung? Den Kommerz? Die Oberflächlichkeit? Wieso immer dieselben Maße? Wieso immer groß und schlank? Wieso immer halb nackt? Um zu sehen, ob die Beine keine Orangenhaut aufweisen, dank Muckibude?
    Finde das ganze sehr subjektiv und ärgerlich.
    Ich finde ein nettes Lächeln wie von Sven Parnemann allemal attraktiver bei Mann und Frau, als diese abgeschmackten Modelevents mit aufgesetztem Getue.

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