Frank Schnelle, Trainer, Coach und Multitalent. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten und irgendjemand kennt ihn noch NICHT, dann hat er jetzt die Gelegenheit, dies nachzuholen. Fotos: Iris Kannenberg und Frank Schnelle.

[ANZEIGE] Frank Schnelle kennt eigentlich jeder in Lüdenscheid. Groß, durchtrainiert und absolut nicht auf den Mund gefallen, versichert er nicht nur seit nunmehr über zwanzig Jahren gemeinsam mit seiner rechten Hand Sascha Martinez viele Lüdenscheider gegen jede nur denkbare Katastrophe, sondern er ist zudem auch Coach und Verkaufstrainer, lernt gerade Klavier spielen bei Ingo Starink und zeigt regelmäßig beim Triathlon auch zehn Jahre jüngeren Mitstreitern, was eine Harke ist. Zudem zieht er als wohltätiger „Weihnachtsmann“ durch Lüdenscheid und hilft Armen und Bedürftigen, wenn Not am Mann ist.



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Frank ist jemand, der eine große Dynamik ausstrahlt, wenn man ihm gegenübersitzt. Er ist sympatisch, mit einem offenen Wesen, man vertraut ihm eigentlich von der ersten Sekunde an. Und er ist zudem sehr, sehr eloquent. Muss er ja auch, er bringt anderen schließlich bei, wie man einfacher und dafür erfolgreicher durchs Leben kommt, indem er darüber redet. Als Coach. Und demnächst auch als Buchautor. Das erzählt er mir eher so nebenbei.

Ich sitze zu dem Zeitpunkt gerade mit ihm in seiner Agentur und frage mich jetzt ganz ernsthaft, wo genau ich anfangen soll mit einem Interview. Eigentlich reicht das, was er macht, für drei Interviews locker aus. Hmm. Er grinst mich an und redet dann einfach los. Ok, sortieren kann man später, Aufnahme läuft, ich bin sehr gespannt. Und ich werde mit der Fragerei genau von hinten anfangen. Bei dem geplanten Buch.

Frank, erzähl mir doch einfach mal, warum Du überhaupt ein Buch schreibst, bei den vielen Aktivitäten, die Dein Leben sowieso schon ausmachen? Reichen die nicht?

Frank Schnelle in seinem Element als Coach und Trainer.
Frank Schnelle in seinem Element als Coach und Trainer.

Nun, irgendwann hat man ja mal, wenn man älter wird, das Bedürfnis, sich mitzuteilen. (lacht). Ich lerne halt tagtäglich Menschen kennen und frage mich oft, wieso machen die das jetzt gerade so, wie sie das machen? Ich bin ja sehr neugierig und wenn ich sie dann ganz direkt frage, dann antworten sie eigentlich immer das gleiche: „Weiß nicht, mach ich schon immer so!“

Sie denken gar nicht darüber nach, dass sie mit allem, was sie tun, immer irgendetwas bewirken. Viele von uns denken nicht darüber nach, ob sie mit dem, was sie sagen oder denken, z.B. jemanden verletzen. Auch nicht über die Konsequenzen, die das eventuell auslöst bei ihrem Gegenüber. Ich vergleiche das oft mit einem Schachspiel. Ich habe dabei immer viele verschiedene Möglichkeiten einen Schachzug zu tätigen. Der eine führt zum Erfolg, der andere setzt mich schachmatt. Da dieses Risiko bei jedem Schachzug besteht, muss jeder Zug bewusst getan werden, ich kann nicht einfach wild die Figuren über das Schachfeld schieben, sondern überlege sehr genau, welche Konsequenzen mein Handeln hat…

Viele Menschen irren eher durchs Leben. Denken keine Schritt voraus. Und wundern sich dann, dass so vieles nicht klappen will, Lebensträume buchstäblich vor die Wand fahren. Beim Schachspielen muss man manchmal fünf Schritte vorausdenken. Nicht umsonst nennt man dieses Spiel „Spiel des Lebens“. Es lässt sich 1:1 auf unser alltägliches Leben übertragen.

Das Buch, das ich schreibe, soll Menschen dabei helfen, sich eben nicht mehr selbst schachmatt zu setzen. Jeder Mensch kann lernen, das beste aus sich und seinem Leben zu machen. Eigentlich sehr einfach. Man muss nur die richtigen Schritte und wenn’s sein muss auch fünf davon, vorausdenken.

Ist das nicht zu viel verlangt? Fünf Schritte vorausdenken?

Auch eine Art der Selbstdiszplin, die zur Selbsterkenntnis führt. Zugegeben ganz schön anstrengend: Frank beim Triathlon. Hier ist Schwimmen an der Reihe.
Auch eine Art der Selbstdiszplin, die zur Selbsterkenntnis führt. Zugegeben ganz schön anstrengend: Frank beim Triathlon. Hier ist Schwimmen an der Reihe.

Nun, das erwarte ich ja gar nicht von einem auf den anderen Tag. So etwas will ja auch trainiert werden. Aber wenigstens einen Schritt, über den kann jeder nachdenken!

Leider ist das meistens nicht so. Egal, mit wem man spricht, man bekommt zu meinem großen Bedauern immer wieder nur die „das mache ich schon immer so“ Antwort. Und dazu gibt es einen eigentlich gar nicht so schönen Spruch: „Wer immer das tut, was er immer getan hat, wird immer das bleiben, was er schon immer war.“ Im Klartext: „Wer so lebt, der wird niemals weiterkommen.“ Viele Menschen haben sich aber einfach damit abgefunden.

Aber sie sind doch glücklich damit. Jedenfalls scheint es so.

Frank Schnelle und seine "rechte Hand" Sascha Martinez - ein gutes Team, ob Versicherung oder Coaching.
Frank Schnelle und seine „rechte Hand“ Sascha Martinez – ein gutes Team, ob Versicherung oder Coaching.

Glaube ich nicht, man arrangiert sich nur, findet sich ab, redet sich die Situation schön. Tief im Inneren träumt doch jeder Mensch davon, ein gutes, sinnvolles, erfülltes und auch spannendes Leben zu haben, glücklich zu sein. Aber die meisten wissen nicht, wie sie das erlangen können, sie wissen einfach keine Alternative.

Meinst Du also, dass Veränderung möglich ist, dass man ausbrechen kann aus dem „Das mache ich schon immer so?“

Wenn man den Impuls dazu bekommt. Ja, dann ist es für jeden möglich. Ein Beispiel aus dem Verkauf: Ich kam letztens in einen Laden und wollte etwas kaufen und die Verkäuferin sagte zu mir als erstes, dass sie keine Zeit hat. Zwei Meter weiter stand ihr Kollege, der seine Tür vor mir schloss, als er mich sah. Mir sagt in dem Moment mein gesunder Menschenverstand in einträchtiger Gemeinschaft mit meinem Unterbewusstsein, das ich hier definitiv nicht erwünscht bin. Nicht willkommen. Zwei Mal bestätigt. In zwei Minuten. Die gleiche Person sagte mir dann noch, dass sie sehen würde, was ich alles tue und dass sie der Meinung sei, dass wäre alles viel zu viel. Und mein Verkaufstraining wäre ja wohl eher überflüssig.

Wie reagiert man in diesem Moment auf solch eine nichtvorhandenen Selbstreflexion? In dem Fall habe ich noch einen schönen Tag gewünscht und bin gegangen. Aber: Eigentlich ist das traurig, weil dieses Geschäft nicht erfolgreich sein wird. Und die Verkäufer werden nicht mal wissen warum, weil sie sich nämlich nicht hinterfragen. Sondern anderen Vorwürfe machen, die es tun.

Meinst Du, man kann ohne Selbstreflektion sein Ziel, z.B. ein besserer Mensch oder einfach ein besserer Verkäufer zu werden nicht erreichen.

Frank und sein Freund Ingo Starink, der die Music Store Musikschule in Lüdenscheid leitet.
Frank und sein Freund und Klavierlehrer Ingo Starink am KultStädte-Stand auf dem Lüdenscheider Stadtfest. Auch Spaß und ein Bierchen müssen mal sein.

Ja, das denke ich im Prinzip. Denn die meisten Menschen, die etwas verkaufen wollen, fragen sich niemals, warum sie den Auftrag z.B. nicht bekommen haben. Sondern sie schieben es auf den Kunden oder auf ein besseres Angebot oder auf was auch immer.

Aber dass es an ihnen selbst liegen kann, darauf kommen sie einfach nicht. Immer sind die anderen schuld. Oder die Umstände. Und nur die. Nie man selbst. Und dieser Weg funktioniert so nicht. Auch vom Kunden kann man diesbezüglich keine Erleuchtung erwarten. Kaum ein Kunde wird so ehrlich sein und jemandem sagen, dass er zu inkompetent ist, oder seine Bude einfach zu dreckig. Nein, der Kunde wird mit den Worten „ich überlege es mir noch einmal“ wieder gehen. Und sich nie mehr blicken lassen. Das kann man auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Auf jeden eigentlich. Auch auf das ganz persönliche Leben, auf Freundschaften, Beziehungen und was auch immer so los ist zwischenmenschlich. Vertrauen kann man nur erwerben, indem man vertrauenswürdig ist, aufmerksam, lernwillig und engagiert. Das zieht Menschen an. Und auch Kunden. Weil man spürt, ob man vom anderen ernstgenommen wird.

Sucht man sich deshalb immer Vorwände, um z.B. aus Verkaufsgesprächen zu entfliehen? Sagt man nie die Wahrheit?

Nun, die meisten tun das tatsächlich nicht. Man will ja nicht unhöflich sein, man will nur weg aus der unbehaglichen Situation. Deshalb sucht man sich Ausflüchte. Und die werden gern vom Gegenüber geglaubt. Vom Verkäufer oder von dem Bekannten, der sich vielleicht mehr Gemeinschaft wünscht, die man aber nicht zu geben bereit ist. Denn Ausflüchte zu glauben, ist anscheinend viel einfacher und nicht so schwer, wie sich selbst einzugestehen, dass es an einem selbst liegt und man sich selbst ändern muss. Das tut erst einmal einfach weh und geht ans „Eingemachte“. Aber das ist auch mutig. Und der erste Schritt hin zu einem selbstbestimmten, erfolgreichen Leben, in dem ich mich nicht mehr jeden Tag verbiegen muss, um nur ja immer gut vor mir selber und anderen dazustehen.

Meine Defizite können so zu meinen Stärken werden. Ebenso wie eine scheinbare Stärke, es allen anderen immer nur zu zeigen, eigentlich eine Schwächen ist. Hat man das mal gecheckt, will man das gar nicht mehr, dann will man viel lieber diesen anfangs nicht ganz so bequemen Weg gehen. Lieber stolpern und dann wieder aufstehen, als immer nur erfolglos vor sich hindümpeln und ständig vor sich selbst abhauen.

Ist man nicht sehr schnell auch sehr alleine, ich meine als Kunde und Freund etc, wenn man immer die Wahrheit sagt?

Frank kann zuhören.
Frank kann zuhören.

Leider ist das auch ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wenn man als Politiker die Wahrheit sagte, würde man nicht gewählt. So die landläufige Meinung. Aber, denken wir doch mal anders: Wäre es nicht für uns alle unheimlich erfrischend und würde uns wieder Vertrauen in die Politik geben, wenn man uns NICHT belügen würde?

Aber wir haben uns auch gesellschaftlich Regeln geschaffen, die es schwer machen, aus diesen Strukturen von Misserfolg, Enttäuschung und Lüge auszubrechen. Dazu möchte ich jedoch aufrufen, Mut machen, auch mit diesem Buch, das ich schreibe. Traut euch, seid mutig, geht mal neue Wege, legt das alte Denken ab.

Ich selbst sage meistens ganz ehrlich, was ich denke. Und komme damit viel besser durchs Leben. Im Endeffekt ist es doch viel einfacher, ehrlich zu sich und anderen zu sein, als sich ständig irgendwelche seltsamen Geschichten auszudenken.

Nur dann hat man auch die Kraft und Gelassenheit, über sich selbst hinauszuwachsen und auch durchaus altruistische Dinge zu tun. Wie z.B. diese Weihnachtsmann-Aktion, mit der ich versuche, etwas von den vielen guten Dingen, die in meinem Leben passieren, ganz praktisch weiterzugeben an die, mit denen das Leben es nicht so gut meint. Kranke, Alte, Alleinerziehende. Auch das ist mir sehr, sehr wichtig, auch das bedeutet es, ehrlich zu sich selbst zu sein. Nicht die Augen zu verschließen vor der Not anderer, sondern gerade genau hinzusehen. Und etwas zu tun.

Also ich resümiere mal: Den meisten fällt es schwer zu reflektieren und sich selbst richtig einzuschätzen. Demgegenüber stehen die anderen, die z.B. dem Verkäufer oder auch dem Partner / Freund nicht ehrlich sagen, woran es hapert. Beide ziehen ihres Weges und keiner ist zufrieden mit der Situation und kann sich aber auch nicht ändern, denn dazu bräuchte er die ehrliche Interaktion mit dem Gegenüber. D.h. eigentlich ist die Situation aussichtslos. Und genau an dem Punkt kommt jemand wie Du ins Spiel, der sich im besten Fall mit beiden hinsetzt und ihnen die Situation erklärt und Wege aus diesem ewigen Kreislauf von Misserfolg hinaus zeigt?

Es hängt an der eigenen Einstellung. Dafür steht das rote E.
Sein Leben zu ändern hängt an der eigenen Einstellung. Dafür steht das rote E.

Genau, das ist wie im Sport. Da gibt es auch Trainer. Will ich sportlich besser sein, als die andern, muss ich trainieren. Viel trainieren. So ist es auch im sonstigen Leben. Auch Verkaufen, die Interaktion mit anderen, Ehrlichkeit und Vertrauen schaffen, das kann ich lernen, indem ich es trainiere.

Dafür gibt es ganz einfache, definierte Schritte: Bewusstwerdung, Zielsetzung, Veränderung, Erfolg. Dabei hilft jemand wie ich. Ist die Bewusstwerdung geschafft, kann man alles andere auch trainieren. Und dann besser werden. Glücklicher, erfolgreicher. Und ich sage mal: Auch zu einem angenehmeren Zeitgenossen für seine Mitmenschen werden. Jemand, den man gerne um sich herum hat und nicht nur irgendwie erträgt. Und wenn ich jemanden mag, dann kaufe ich auch lieber bei ihm, verbringe Zeit mit ihm. Vertraue ihm. Eigentlich ganz einfach. Und doch für viele Menschen so ein schwerer Weg.

Was genau ist Dein Ziel dabei? Warum verkaufst Du nicht einfach weiter erfolgreich Versicherungen? Mal ganz platt gefragt, warum tust Du Dir das an? Mit Menschen arbeiten und sie dann noch in Veränderung führen, das ist ja so ziemlich das schwerste, was man machen kann.

Frank bei einem Vortrag von Bodo Schäfer, erfolgreicher Buchautor und Motivationstrainer. Inspiration ist auch für Trainer wie Frank immer wieder aufs neue wichtig.
Frank bei einem Vortrag von Bodo Schäfer, erfolgreicher Buchautor und Motivationstrainer. Inspiration und der Austausch mit den Kollegen ist auch für Trainer wie Frank immer wieder aufs neue wichtig.

Mir macht das einfach Spaß. Ich habe eine Antenne dafür, wo es genau hakt, aber auch, wie man da herauskommen kann. Ich arbeite auch an mir immer noch weiter. Das ist ein lebenslanger Prozess, der aber zu einem Leben führt, das Qualität besitzt und Spannung und auch viele glückliche Momente hat. Erfolg kann man lernen, man muss nur den ersten Schritt tun und bei sich selbst anfangen. Ich mag Menschen und freue mich, wenn sie Erfolg haben und es ihnen besser geht. Vielleicht ist das meine eigentliche Intention. Die Triebfeder, die mich vorwärtstreibt. Und ja, es macht einfach auch viel Spaß, zu sehen, wie wieder Hoffnung aufkeimt, wie man gemeinsam Wege findet, aus dem ewigen Negativ-Kreislauf hinaus.

Danke Frank, dem ist ja eigentlich nichts hinzuzufügen. Uns allen würde es sicher guttun, diesen Schritt zu tun. Gut zu wissen, dass es möglich ist, wenn man es will. Wir sind gespannt auf Dein Buch und auf das, was Du hier in Lüdenscheid noch so alles bewegen wirst.

Bei wem jetzt Fragen aufgekommen sind oder wer den Eindruck hat, ihm könnte eine Frage-Antwort-Stunde mit Frank Schnelle vielleicht guttun, der kann ihn auf Facebook finden oder sich in naher Zukunft auf seiner neuen Webseite über ihn informieren
www.schnelletraining.de

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