Daniel Scharf. Extrem cooles Multitalent und sehr präsent in Lüdenscheid. Fotos: Iris Kannenberg

Ich treffe mich mit Daniel Scharf bei mir zu Hause. Ich verfrachte ihn erst einmal in mein Wohnzimmer. Hier haben schon oft Interview-Gäste gesessen. Anscheinend ein guter Ort, um sich zu entspannen und einfach mal zur Ruhe zu kommen.



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Bei ihm etwas, was er vielleicht gar nicht braucht, weil er irgendwie immer sehr gechillt wirkt. Ich habe ihn noch niemals unhöflich erlebt oder genervt. Im Gegenteil. Wenn man mit ihm redet, hat man immer das Gefühl, dass er ganz genau zuhört. Dass man gesehen wird und respektiert. Dass er nur für einen ganz persönlich da ist. Zumindest in diesem einen Moment. Klar, er ist oft sehr „busy“, denn er ist auch und zu allererst Jugendreferent in der evangelischen Gemeinde Oberrahmede. Mit einem beachtlichen Stundenaufwand. Dazu studiert er noch in Bochum Sozialarbeit, macht Musik, ist Grafiker, Texter und Fotograf, Poetry Slammer und predigt regelmäßig.

Ein Multi-Talent, wie es im Buche steht

Er nimmt sich selbst gar nicht so besonders ernst.

Ein Multi-Talent, wie es im Buche steht. Bei dem man trotzdem das Gefühl hat, dass ihm das nicht über den Kopf wächst. Er ist erstaunlich normal. Und sehr witzig. Humor ist sein Ding, gehört zu seinem Charakter, wie seine rotblonde Mähne auf seinen Kopf. Er hat eine ganz besondere Art des Humors. Eher schwarz als bunt. Und ist dabei bescheiden, weil er das irgendwie gar nicht so richtig mitbekommt, was er da so bewegt.

Jetzt ist er einfach ganz da. Freut sich auf das Interview und ist sich dabei gar nicht sicher, ob er das überhaupt darf. So viel Aufhebens zu machen um sich selbst. Und so haut er sich auch einfach aufs Wohnzimmer-Sofa, grinst mich an und beginnt das Interview mit:

Ok, schieß los!

Sollen wir mal ganz von vorne anfangen?

Sein Markenzeichen: Ein ziemlich intensiver Blick, dem nichts entgeht.

Jow!

Du bist irgendwie son richtig echtes Nordlicht, oder?

Ja, ich komme aus dem Herzen der Lüneburger Heide, aus einem sehr kleinen, schönen Ort namens Fintel. Zweimal im Jahr bin ich auch noch da. Meine Eltern wohnen dort und ich hab 19 Jahre meines Lebens in diesem Ort verbracht. Ich hatte ein tolles Elternhaus und bin sehr behütet aufgewachsen.

Fintel hat gerade mal ca. 3000 Einwohner. Ich nehme an, die kennen Dich ALLE. Wusstest Du das schon früh, dass Du Künstler werden wolltest und Pastor?
Oder beides?

Neee, gar nicht, ich hab erst eine ganz normale Ausbildung gemacht.

Du bist „im ersten Leben“ Verwaltungs-Fachangestellter geworden, oder? Ich kann es mir gerade wirklich nicht vorstelllen, aber es gehört zu Deinem Lebenslauf. Uff.

Er fordert heraus. Und seine Lebensgeschichte macht Mut.

Haha. Ja, hab ich mal gelernt. Bei der Stadtverwaltung Rotenburg-Wümme! Zu meiner Verteidigung: Ich habe bereits nach zwei Monaten gewusst, dass das nichts für mich ist, trotzdem habe ich die Ausbildung durchgezogen. Ich wollte halt „was solides“ (lacht). Und habe dann tatsächlich sogar ein halbes Jahr in diesem Beruf gearbeitet.

Dann habe ich mich auf der Krankenpflegeschule beworben, weil, irgendwie ging das mit dem Verwaltungs-Fachangestellten gar nicht mehr. Die von der Krankenpflegeschule hätten mich auch genommen. Ich hatte da richtig Bock drauf. Ich hab mir im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht und dachte, das wäre der richtige Weg.

Ich habe dann ein Praktikum als Krankenpfleger gemacht. Und hab tatsächlich – ohne Witz – nachts geträumt, dass ich Jugendreferent werden sollte. Und weil ich schon immer ein eher spiritueller, beziehungsweise auch sehr intuitiver Typ war, hab ich auf meinen Traum gehört. Ich hab meine Bewerbung als Krankenpfleger zurückgezogen, und hab mich in Wuppertal am Johanneum für die Ausbildung zum Jugendreferenten beworben.

Da habe ich dann drei Jahre lang klostermäßig – im positiven Sinne wohlgemerkt – eine Ausbildung gemacht, die schwerpunktmäßig Theologie, Pädagogik, Psychologie und dazu sehr praxisnahe Ausbildungsmodule für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen umfasste. Und bin nach dieser Ausbildung jetzt mittlerweile seit fast acht Jahren hier in Lüdenscheid als Jugendreferent für die evangelische Kirche tätig. Hier gelandet bin ich, nachdem mich Moni (Monika Deitenbeck) auf einer Messe einfach angesprochen hat. Ich stand da in meiner Lederjacke und zerrissenen Jeans und war auf der Suche nach einem Job nach der Ausbildung. Und hatte dann einfach einen. Ich bin einfach so nach Lüdenscheid geschliddert. Wir haben uns eben gleich verstanden. Gleiche Wellenlänge würde ich sagen.

Warum Jugendreferent? Wenn man den Traum mal außen vor lässt.

Mit Kindern und Jugendlichen in der Bibel zu schmöckern ist seine leichteste Disziplin.

Allein die Bezeichnung Jugendreferent ist von Region zu Region unterschiedlich. Ich könnte auch als CVJM-Sekretär arbeiten zum Beispiel. Oder bei der Stadtmission oder als Prediger bei einer landeskirchlichen Gemeinschaft.

Aber um die Frage konkret zu beantworten: Arbeit mit Jugendlichen ist mir wichtig. Ich glaube, weil meine Schulzeit selbst gar nicht so prickelnd waren. Und ich mir oft jemanden gewünscht habe, mit dem ich darüber hätte reden können. Jemand, der ein kompetenter Ansprechpartner gewesen wäre. Ich glaube, dass das gerade heute vielen Kindern und Jugendlichen fehlt. Ich habe durch meine negativen Erfahrungen ein besonderes Herz für Jugendarbeit entwickelt. Natürlich für alle Jugendlichen, aber besonders für die, die am Rand stehen.

Weil Du nachvollziehen kannst, wie es denen geht, was die fühlen?

Mit Chefin Monika Deitenbeck-Gosenberg. Die beiden verstehen sich einfach gut.

Ja. Genau. Ich bin einer dieser Leute, die sagen können: Ich kann Dich wirklich verstehen in dem, was Du gerade durchmachst.

Du hattest ja sehr viel mit Mobbing zu tun in Deiner Kindheit. Was denkst Du sind die Ursachen dafür, dass Kinder und Jugendliche so oft gerade in der Schule gemobbt werden? Dass das so ein großes Thema ist. Viele Kinder und Jugendliche leiden ja mittlerweile sehr stark unter Mobbingattacken. Was zu großen Problemen in den Schulen führt. Für die Jugendlichen natürlich, aber auch für die Schulen selbst.

Nun, ich war immer jemand, der dem Unterricht nicht so gefolgt ist, wie es von ihm erwartet wurde. Ich wollte zwar immer zu den vermeintlich „coolen“ gehören. War aber eher der Verträumte, der Künstler-Typ, so ein kleiner Freak, der nirgends richtig rein passte. Und wenn Du anders bist und nicht reinpasst in den sogenannten „Mainstream“, dann fällst Du per se schon mal unter diejenigen, die fast dazu prädestiniert sind, zum Mobbing-Opfer zu werden.

Heute weiß ich aber auch, dass da schon die Weichen gestellt wurden für meine spätere künstlerische Tätigkeit. Ich konnte schon immer gut auswendig lernen, konnte mir Geschichten ausdenken und Texte schreiben. Hab viel gemalt im Unterricht. Und war auch sonst das, was man einen „musischen Typen“ nennt. Ein Träumer, würde man wohl sagen. Und das ist natürlich bei Kindern und ganz jungen Leuten nicht unbedingt das, was man als cool bezeichnen würde. Ich fiel einfach durch das gängige Raster, wie man zu sein hat in einem bestimmten Alter, um dazuzugehören.

Er hat ein Auge für das Besondere. Foto: Daniel Scharf.

Dazu kam, dass auch Lehrer mit meiner vercheckten und träumerischen Art, nichts anfangen konnten. Und die Mobbingattacken der Gleichaltrigen durch das Bloßstellen durch die Lehrer im Unterricht eher verstärkt wurden. Und gerade heutzutage, bei dem Leistungsdruck in der Schule fallen viele genau da durchs Raster, sind nicht so, wie sie sein müssten, um in unserem gesellschaftlichen, erfolgsorientierten System bestehen zu können.

Aber irgendwann bist Du doch aus diesem Opfer-Status ausgebrochen.

Vielseitig: Hier bei den Proben zum Kindermusical „Total Genial“.

Erst als ich aus der Schule raus war, mit ca. 17 Jahren ungefähr. Da war mir eigentlich dann alles egal. Von da an habe ich nicht mehr auf das geschaut, was Menschen von mir wollten, sondern ich habe versucht, das zu tun, von dem ich so langsam, aber sicher wusste, dass es einfach ein Teil von mir ist, ein ganz wichtiger Teil. Nämlich mein Dasein als Künstler.

Ich ließ mir lange Haare wachsen, trug ausgefallene Klamotten, und war auch ganz schön rebellisch. Immer nett, aber schon sehr bestimmt meinen eigenen Weg gehend.

Der ja sehr gerade Richtung Musik führte!

Musiker durch und durch. Ohne seine Gitarre geht er eigentlich nirgends hin.

Ja, ich merkte einfach, dass ich mich nicht anpassen wollte. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt, dass ich das auch gar nicht konnte, ich hatte es ja lange Zeit vergeblich versucht. Und das war dann schon so etwas wie ein Befreiungsschlag. Und setzte auch meine bis dahin eher unterdrückte Kreativität frei.

Warst Du zu diesem Zeitpunkt an einem Punkt, wo Du durch das ganze Mobbing vorher einfach bereit warst, nicht mehr auf Menschen zu schauen, sondern Deinen eigenen Weg zu gehen? Nach dem Motto: Was können Menschen mir schon noch tun?

Ich hatte gelernt, dass ich niemals so sein würde oder so sein konnte, wie jemand anderer. Sondern, dass ich so sein wollte, wie ich eben bin. Ich passte einfach nie in irgend ein Raster. In keine Schublade. Mir war da klar geworden, dass es nur einen Weg für mich gab: Raus aus diesem ewigen Mobbingzyklus. Der Weg da raus: Tatsächlich „ich selbst“ sein und genau so leben, wie ich selbst es wollte. Kein Fremdbestimmt mehr und eigentlich auch keine wirklichen Kompromisse.

Bist Du heute frei davon, so sein zu wollen wie andere?

Auch als Model durchaus geeignet. Daniel bei einem Fotoshooting.

Sagen wir mal so, ich bin davon sicher nicht gänzlich frei. Aber ich weiß heute genau, was ich will und wer ich bin.

Was wiederum eine fundamentale Voraussetzung dafür ist, meine Arbeit mit den Jugendlichen gut zu machen und auch als Künstler bestehen zu können.

Warst Du Dir schon immer darüber bewusst, dass Du so viele Begabungen hast?

Nein, überhaupt nicht, ich habe auch erst seit meinem 18. Lebensjahr überhaupt mit der Musik angefangen. Davor hätte ich mich niemals als Kreativer oder Künstler bezeichnet. Aber ab diesem Zeitpunkt war mir irgendwie klar, dass ich mich künstlerisch ausdrücken wollte. Und das dazu auch und insbesondere die Musik gehört. Und so wie ich nun mal so bin, bin ich nicht zu anderen gegangen, um zum Beispiel das Gitarre spielen zu erlernen, sondern habe es mir selbst beigebracht. In sehr kurzer Zeit und tatsächlich mit blutenden Fingern. Ich glaube, ich wollte schon sehr früh etwas für die Ewigkeit schaffen, etwas das bleibt, etwas aufschreiben, etwas komponieren, irgendwie etwas hinterlassen.

Ganz schön ambitioniert!

Sei frech und wild und wunderbar. Passt!

Sagen wir mal so, ich hatte ja gar kein Selbstwertgefühl. Nicht so, wie andere in dem Alter. Letztendlich kann ich sagen, dass mein Anderssein, also das, was mich isoliert hat in meiner frühen Schulzeit, mir dann geholfen hat, mich zu dem zu entwickeln, was ich jetzt bin. Ich hatte einfach so viel mitgemacht, dass ich immer dieses eine Gefühl hatte: Was soll mir jetzt noch passieren? Von daher hatte ich auch nie Probleme, mich mit meiner Gitarre und meinen eigenen Songs vor Publikum zu stellen. Ich hatte immer das Gefühl, etwas schlimmeres, als das, was ich bereits hinter mir hatte, konnte ja nicht mehr kommen.

Wie hast Du mit der Musik angefangen?

Ganz schlicht mit der Band „Nirvana“. Ich habe sie erst nachgespielt, dann ihre Texte teilweise umgeschrieben. Alles auch immer in Englisch. Dann wurde mir klar, dass ich verstanden werden möchte. Und habe begonnen, deutsche Texte zu verfassen. Und das ist auch so geblieben. Mir ist es wichtig, nicht einfach nur Musik zu machen, sondern auch etwas von meiner Sicht der Welt mitzuteilen. Von meinen Erfahrungen, etwas weiterzugeben, anderen Mut zu machen, rüberzubringen, dass sie wertgeschätzt sind und geliebt, auch wenn sie nicht konform mit dem Rest der Welt gehen. Mut dazu zu machen, nicht aufzugeben, weiter zu gehen, auch wenn man sich manchmal so fühlt, als würden man nicht wirklich in diese Welt gehören. Als wäre man ein Alien.

Wie arbeitest Du?

Als Fotograf unterwegs. Hier im Kulturhaus Lüdenscheid.

Ich schreibe meine Text zuerst. Es hat eine Weile gedauert bis ich es drauf hatte, einen Song zu schreiben. Ich hab viel herumexperimentiert. Aber irgendwann habe ich gecheckt, wie das geht, wie man ein Lied so arrangiert, dass man damit auftreten kann. Mit 19 oder 20 Jahren hatte ich dann schon 10 bis 15 Lieder so weit fertig, dass ich damit auftreten konnte.

Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass Du Dir mit 18 Jahren das Gitarre spielen selbst beigebracht hast und mit 20 Jahren bist Du bereits damit vor Publikum aufgetreten? Und hattest ein fast zwei Stunden langes Programm zusammen?

Jo!

Das ist echt krass oder?

Jo. Irgendwie schon. Wenn ich es jetzt recht überlege. Hmmmm….

Hast Du Tag und Nacht geübt oder wie geht sowas?

Hab ich. Davor habe ich sehr viel Computer gespielt, hab viele Stunden damit verbracht. Und hab damit sehr abrupt aufgehört. Um Musik zu machen. Man sieht also, dass man sehr viel freie Zeit gewinnen kann, wenn man nicht dauernd vor der Glotze sitzt oder vor der Konsole (grinst).

Deine deutschen Texte sind ja teilweise sehr mysteriös. Beziehungsweise fast kryptisch.

Er moderiert und arrangiert auch die „Bewohnbar“ in der Werdohler Straße.

Als ich anfing, deutsche Texte zu schreiben, stellte ich fest, dass vieles, was im englischen gut geklungen hatte, im Deutschen eher schnulzig rüber kam. Um das zu ändern, habe ich sehr bewusst begonnen, mit Metaphern zu arbeiten. Natürlich ist meine Musik auch von meinem Glauben geprägt. So wie mein ganzes restliches Leben.

Allerdings mache ich keine Musik, um Menschen zu missionieren. Sondern höchstens, um zu zeigen, wie ich selbst mit meinen Problemen umgehe. Wie meine eigenen Lösungen aussehen. Mir ist es sehr wichtig, Menschen so stehen zu lassen, wie sie sind. In ihrer Besonderheit und Einzigartigkeit. Ich habe selbst erlebt, wie es ist, wenn man darunter leidet, nicht man selbst sein zu dürfen.

In einer fast nicht mehr überschaubaren Welt, in der zusehends vieles drunter und drüber geht, ist es, glaube ich, besser, nicht noch mehr Verwirrung zu stiften, sondern Hoffnung aufzuzeigen. Auch mal über sich selber zu lachen. Und vielleicht etwas von dem rüberzubringen, was einen selbst getragen hat.

Veränderung ist Dir wichtig?

Einfach auch mal feiern gehen. Hier mit Kollege Jan Trimpop von der Erlöserkirche bei „Walk the line“.

Ja, sehr. Stillstand ist eben auch oft Rückschritt. Ich will nichts beschönigen. Meine Lieder sind ja auch oft nicht lustig. Das Leben ist ein Kampf, und ich will das nicht klein reden. Ich habe wirklich nur wenige eigene Lieder im Repertoire, die lustig sind. Darum geht es mir nicht.

Ich will Hoffnung machen. Und auch Schmerz teilen. Sagen, schau, Du bist nicht alleine, wir sitzen alle in einem Boot. Wir sind alle nur Menschen, mit Zweifeln, mit Ängsten, aber eben auch Wesen, die in der Lage sind, Hoffnung zu haben, sich selbst zu überwinden, zu lieben.

Du bist ja nicht nur Musiker, sondern Du hast auch schon an Poetry Slam- Wettbewerben teilgenommen, Du fotografierst sehr gut und während wir hier sitzen zeichnest Du gerade eine Karikatur. Zum Glück nicht von mir.

Ich sehe das nicht als Selbstzweck. Ja, das sind schon viele Gaben und Talente. Ich mache auch viele grafische Dinge. Vor allem für die Kirche. Aber für mich sind das in erster Linie Geschenke. An die Menschen um mich herum. Ich möchte mit meinen Gaben anderen Menschen Freude machen. Etwas bewegen. Etwas Nützliches tun. Es ist ja meine persönliche Gedankenwelt, die ich in meiner Kunst teile. Und wenn es Menschen hilft, sie aufbaut oder sie Trost finden lässt, dann bin ich darüber auch glücklich.

Vielleicht ist das manchmal so, wie einen kleinen Stein in einem großen See zu werfen. Einen kleinen Stein, der Wellen schlägt. Die vielleicht andere berühren. Etwas verändern. Wenn das so ist, dann ist das gut.

Trägt Dich Dein Glauben?

Prediger in der evangelischen Gemeinde Oberrahmede. Schön, wenn man so konfirmiert wird.

Ja, ganz sicher. Glauben ist mein Fundament. Und führt im Endeffekt dazu, dass ich sagen kann: Wovor soll ich denn Angst haben? Ich fühle mich getragen. Ich muss nichts beweisen. Ich muss Menschen nichts beweisen. Das macht mich ein Stück weit frei in meinen Entscheidungen. Und in dem, was ich tue. Ich muss keine Angst haben, mein Gesicht zu verlieren.

Angst sollte niemals das Fundament sein für ein Leben. Sondern Liebe. Zu anderen. Zu sich selbst. Davon bin ich überzeugt. Ich glaube an die Liebe als stärkste Kraft in dieser Welt. Und daran, dass wir durch sie tatsächlich etwas verändern können.

Jesus by Daniel Scharf. Sollte hier irgendjemand gerade schlechte Laune haben: Nach einem Blick auf diese Zeichnung ist die garantiert Geschichte.

Er zeigt mir die Karrikatur, die er während des Interviews gemalt hat. Sieht aus wie Jesus, aber der mit Abstand lustigste Jesus, den ich jemals gesehen habe. 

Daniel bewegt viel in dieser Stadt, ist überall präsent, oft, ohne dass es Menschen überhaupt mitbekommen. Er tut viel Gutes. Ohne auch nur das geringste Aufhebens davon zu machen. Er stellt sich dabei nie in den Mittelpunkt, sondern schubst immer gerne die nach vorne, von denen er denkt, dass sie es gebrauchen können. In vielem ist er ein Vorbild, es ist leicht, ihm zu folgen. Entscheidet man sich dazu, muss man jedoch mit einem rechnen: Mit Veränderung. In seiner Nähe kann man nicht so bleiben, wie man ist. Er fordert zu sehr heraus, geht zu nahe. Man muss sich wohl oder übel verändern. Oder sich umdrehen und gehen.

Gut, ihn in Lüdenscheid zu haben. Als sehr ungewöhnlicher Jugendpastor, der oft auch auf der Kanzel steht. Präsent ist. Als Musiker, als Grafiker und Fotograf. Man nimmt ihm ab, was er predigt, weil er es auch lebt. Ohne wenn und aber und ohne doppelten Boden. Einfach so.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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