Märkischer Kreis. (pmk). Die Anzahl der Kinder- und Jugendlichen, für die der Kreis Soziale ambulante Leistungen erbringt oder sie gar in Heimen unterbringen muss, sinkt. Des erfuhren die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses ist ihrer jüngsten Sitzung.

Gute Nachrichten gab es im Jugendhilfeausschuss für die acht kreisangehörigen Städte und Gemeinden ohne eigenes Jugendamt, für die der Märkische Kreis diese Aufgaben übernimmt. Auf rund 750.000 Euro schätzt der Kreis die Minderausgaben in diesem Jahr für Soziale ambulante Leistungen sowie die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimpflege. Der Kreis stützt seine Erwartungen auf die Fallzahlen im Zeitraum von Oktober vergangenen Jahres bis April 2015. Fünf bis sieben Kinder und Jugendliche weniger waren unterzubringen. Bei monatlichen Kosten zwischen 4.500 und 6.000 Euro kommt eine gewaltige Summe zusammen. Die Städte und Gemeinden werden über die Differenzierte Kreisumlage entsprechend weniger belastet. Dass die Zahl rückläufig ist, führt der Kreis auch auf die erfolgreiche und rechtzeitig einsetzende Arbeit der zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück. Der Kreis plant einen Nachtragshaushalt, der in der Kreistagssitzung am 18. Juni beschossen werden soll.

Nicht-heterosexuelle Jugendliche sind im Kreis keine besondere Problemgruppe, erläuterte Fachbereichsleiter Eckehard Beck auf Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion. Ohne konkrete Zahlen zu haben, schätzt Beck deren Anzahl auf 809 bis 1.133. Grundlage dafür sind Erkenntnisse des Leiters der Beratungsstelle „gerne anders“, Thorsten Schrodt, der von fünf bis sieben Prozent nicht-heterosexueller Jugendlicher im Alter zwischen 13 und 26 Jahren ausgeht.

Dass diese Personengruppe im Kreis viele Hilfen angeboten bekomme, liege nicht zuletzt an den Beratungen der Freien Träger. Sie alle haben das Thema Homosexualität in ihrem Portfolio und verfügen über entsprechend geschultes Personal. Einverstanden waren alle Ausschuss-Mitglieder, zu einer der nächsten Jugendhilfeausschuss-Sitzungen einen Vertreter der NRW-Fachberatungsstelle „gerne anders“ einzuladen.

Drei Flüchtlingskinder bedürfen im Zuständigkeitsbereich des Kreises einer besonderen Betreuung. Das teilte die Verwaltung auf Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion mit. Zurzeit haben aktuell ca. 60 Flüchtlingskinder im Alter bis zu sechs Jahren ihren Aufenthalt im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes. In den drei Fällen konnten Betreuungsangebote durch Kindertageseinrichtungen oder Tagespflegepersonen gemacht werden, so die Verwaltung. Aufgrund der ständig steigenden Zahl von Flüchtlingen erbitten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses eine regelmäßige Berichterstattung.

Einstimmig abgelehnt wurde ein Antrag des Waldkindergartens Wiblingwerde e.V. auf Zusatzförderung für das Kindergartenjahr 2014/2015. Die Einrichtung beklagt eine strukturelle Unterfinanzierung. Der Waldkindergarten hatte bereits im Juni 2009 vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg und nach der Abweisung der Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen den Kreis geklagt. Das OVG Münster stellte bereits am 15. Dezember 2012 in seinem Urteil fest, dass der Anspruch des Trägers auf finanzielle Förderung erschöpft ist.

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