Bereits für die Nacht zu Donnerstag hat die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Archivfoto: Rüdiger Kahlke

Volmetal. Die Metall-Tarifrunde geht in die heiße Phase. Iserlohn, Lüdenscheid und Meinerzhagen sind die ersten Orte, an denen die IG Metall zu Warnstreiks aufruft. Zum Auftakt wollen die Metaller in Iserlohn Sümmern vor den Toren der Firma Kirchhoff für ihre Forderungen demonstrieren. Direkt vor der Tür des Vertreters der Arbeitgeber. Auftakt der Warnstreikwelle: 0.15 Uhr in der Nacht zu Donnerstag. Bereits um Mitternacht endet die Friedenspflicht.

Ab Donnerstag: Streiks in Lüdenscheid und Volmetal

Für Donnerstag und Freitag sind weitere Warnstreiks vorgesehen. Kabelmetall, Platestahl, Busch-Jäger (Lüdenscheid) und Otto Fuchs (Meinerzhagen), werden die nächsten Unternehmen sein, in denen befristet die Arbeit niedergelegt werden soll.

In der nächsten Woche wird das Lennetal Schwerpunkt der Streikaktionen sein. Am Mittwoch, 4. Februar, soll der Alte Markt in Plettenberg zum Treffpunkt der Metaller werden.

IG Metall: Angebot unzureichend

Die IG Metall hatte bei den Tarifverhandlungen ein erstes Angebot der Arbeitgeber als völlig unzureichend abgelehnt. Die Arbeitgeber haben 2,2 Prozent mehr Lohn angeboten, die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent. Einen früheren Ausstieg aus dem Berufsleben wollen die Arbeitgeber nur denen gewähren, die besonders belastet sind – und wer das ist, wollen sie bestimmen. Zudem soll der Anspruch auf Altersteilzeit halbiert werden; bislang gilt er für vier Prozent der Belegschaft, künftig sollen es nur noch zwei Prozent sein.

Besonders enttäuschend ist aus Sicht der IG Metall die Verweigerung der Bildungsteilzeit. Zeit und Geld für Weiterbildung – das soll den Beschäftigten nicht zustehen. IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler kritisierte diese Blockade der Arbeitgeber als „Zukunftsverweigerung“.

Betriebsrat: Geht um mehr als nur Geld

Betriebsrat A. Kreikebaum: Es geht um mehr als nur Geld. Foto: Rüdiger Kahlke

Alfred Kreikebaum, Betriebsrat bei Otto Fuchs in Meinerzhagen, macht „die Weiterführung der Altersteilzeit die meisten Sorgen.“. Es müsse mit den Warnstreiks gezeigt werden, „dass es um mehr geht als ein paar Mark fünfzig.“ Den Anteil derer, die Altersteilzeit in Anspruch nehmen können, zu halbieren, wie die Arbeitgeber es vorhaben, zeige, dass die Thesen von altersgerechter Arbeit nur hohle Phrasen seien. Die Mitarbeiter wollten aber auch mehr Geld in der Tasche haben. Über Jahre hinweg habe es Reallohnsenkungen gegeben. Geringere Grundlöhne wirkten sich auch auf Prämien aus. Kreikebaum: „Was im Tarifvertrag steht, kann erstmal keiner nehmen.“ All jenen, die übers Jahr immer wieder Unmut äußern, rät er, „sich mal eine halbe Stunde Zeit für einen Warnstreik zu nehmen.“ Bei dem Felgenhersteller in Meinerzhagen soll Freitagmittag gestreikt werden.

Bundesregierung erhöht Wachstumsprognose

Der Betriebsrat verweist zudem auf Widersprüche zwischen den Einschätzungen der Arbeitgeber („Unsichere Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“) und die jüngste Einschätzungen von Wirtschaftsforschern und der Bundesregierung hin. Gerade erst hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Wachstumsprognose für 2015 von 1,3 auf 1,5 Prozent angehoben. Er hat zudem darauf hingewiesen, dass sich die Wirtschaft von außenpolitischen Krisen unbeeindruckt zeigt und damit der Einschätzung der Arbeitgeber widersprochen.

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