Ralf Schawag (links) nimmt in seinem Geschäftshaus das erste Brennstoffzellen-Heizgerät in Plettenberg und Umgebung in Betrieb. Mit auf dem Foto (von rechts): Bürgermeister Ulrich Schulte, Felix Keimer (Viessmann), Landrat Thomas Gemke und Peter Augustin (Viessmann). Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Ein modernes Brennstoffzellen-Heizgerät wurde am Mittwoch (22. März) in den Räumen der Schawag GmbH in Böddinghausen in Betrieb genommen. Neben Vertretern der Herstellerfirma Viessmann waren Landrat Thomas Gemke und Bürgermeister Ulrich Schulte im ehemaligen Molli-Kneipengebäude dabei, als Dipl.-Ing. Ralf Schawag den roten Buzzer drückte. Sie informierten sich vor Ort über diese kostensparende und klimafreundliche Technik.

Gas wird zu Wasserstoff umgewandelt

Anhand eines Modells verdeutlicht Ralf Schawag die Wirkungsweise einer Brennstoffzelle. Landrat Thomas Gemke (r.) und Bürgermeister Ulrich Schulte sind fasziniert. Foto: Bernhard Schlütter

Für die Brennstoffzellen-Heizung wird ein Gasanschluss benötigt. Das Gas wird durch einen vorgeschalteten sog. Reformer in Wasserstoff umgewandelt. Brennstoffzellen-Heizgeräte machen sich das Prinzip der umgekehrten Elektrolyse zunutze. Die Brennstoffzelle verfügt über einen sog. Stack, durch den Wasserstoff kontrolliert mit Sauerstoff zusammengeführt wird. Bei dieser kalten Verbrennung entstehen Wärme und Strom, die einen erheblichen Teil der Nachfrage im Gebäude decken. „Dadurch ist eine Kostenersparnis zwischen 500 und 800 Euro pro Jahr möglich“, berichtet Ralf Schawag. Das integrierte Gas-Brennwertgerät schaltet sich automatisch zu, wenn die Wärme aus dem Brennstoffzellenmodul nicht ausreicht, etwa in Spitzenzeiten oder wenn innerhalb kurzer Zeit viel warmes Wasser benötigt wird.

Dezentrale Energieerzeugung

Die in Böddinghausen in Betrieb genommene Anlage eignet sich vor allem für gut gedämmte Neubauten oder modernisierte Ein- und Zweifamilienhäuser. „Die ultimative Lösung für jedes Haus gibt es nicht“, meint Schawag. Es gebe aber inzwischen mehrere attraktive Technologien, die eine dezentrale Energieerzeugung ermöglichten. Die dezentrale Energieerzeugung bedeutet nicht nur eine weitgehende Unabhängigkeit von den großen Stromlieferanten und deren Preisen, sondern auch den Abbau von Verbrauchsspitzen, die mit regenerativen Energiequellen wie Windkraft und Sonne schwierig abzufangen sind. „Wir brauchen mehrere Standbeine für die Energiewende“, stellt Schawag fest.

Attraktive Förderung

Weil die Brennstoffzellen-Heizgeräte nicht nur Energiekosten sparen, sondern auch bis zu 50 Prozent weniger CO2 erzeugen, wird ihr Einbau mit attraktiven Zuschüssen honoriert. Die Lebensdauer einer solchen Anlage gibt Schawag mit mindestens 20 Jahren an. Für zehn Jahre gilt die Garantie und sind die Wartungen im Preis eingeschlossen.

„Warmer Hintern und Licht an. Und das alles mit einem Gerät. Das ist eine interessante Technik, die Strom und CO2 spart“, findet Ulrich Schulte. Thomas Gemke weist darauf hin, dass der Märkische Kreis sich ausdrücklich im Klimaschutz engagiert und im Kreishaus in Lüdenscheid etliche Maßnahmen umgesetzt wurden.

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