Der Andrang zum ersten "Walk The Line" war gewaltig. Fotos: Onkel Willi & Söhne sowie Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Eine Straßenparty mit Großstadtcharakter bot der Verein „Onkel Willi & Söhne“ gemeinsam mit seinen fast 100 Sponsoren trotz winterlicher Temperaturen einem feierfreudigen Lüdenscheider Publikum. An diesem denkwürdigen Samstagabend mitten im Karneval war alles, was zwei Beine hatte, zum Lüdenscheider Bahnhof gepilgert, um sich  eine Runde „Baracken-Sightseeing“ zu gönnen.



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Farbenprächtiges Spektakel

Der Andrang war groß. Ein buntes Spektakel. Die unansehnlichen Baracken im Bahnhof haben sich in Kunstwerke verwandelt.
Der Andrang war groß. Ein buntes Spektakel. Die unansehnlichen Pavillons am Bahnhof haben sich in Kunstwerke verwandelt.

Im Vorfeld komplett entkernt und mit Tresen, Plakaten und Licht ausgestattet, bieten die ehemals sehr unansehnlichen alten Pavillions am Bahnhof nun ein komplett anderes Bild.

Sonst eigentlich eher zum Wegschauen, hatten in den vergangenen Wochen die Graffiti-Künstler Franco Marasiulo, Yves Thomé, Davis Pahl und Theo Bogdano die triste Meile in ein farbenprächtiges Spektakel verwandelt und neun Musikrichtungen von Reggae und Techno über Rock, Schlager, den Sound der 1950er Jahre, Hiphop, Metal und Klänge aus den 1990er und 2000er Jahren in Szene gesetzt.

Feiern in der Vertikalen

Voll, voller am volltsen. So wie hier, sah es in allen Pavillions aus.
Voll, voller am vollsten. So wie hier, sah es in allen Pavillions aus.

Die Graffitis markierten Musik- und Feierräume plus Kiosk, die jeweils mit DJs besetzt, den vielen Besuchern ordentlich einheizten und dafür sorgten, dass niemandem kalt sein musste.

Einsamkeit war an diesem Abend definitiv ein Fremdwort, waren die Pavillions doch so gut besucht, dass es zeitweilig nur unter größten Mühen möglich war, sich von links nach rechts zu bewegen.

Kreative Mischung

Tanzen ging definitiv nur in der vertikalen und so hopsten die meisten einfach auf der Stelle und feierten da, wo sie ein Plätzchen für sich ergattern konnten.

Überhaupt: Feiern. Auffallend an diesem Abend war nicht nur das absolut friedliche Miteinander, sondern auch eine Altersstruktur, die sich von 16 bis 60 Jahren hindurchzog und dabei absolut harmonisch miteinander diese Party feierte. Da gab es keine altersgemäßen „Grenzen“, sondern im Gegenteil, genau diese Mischung machte das kreative und besondere Flair aus, das über dem gesamten Abend lag.

Lebensfreude pur

Überall nur hübsche Mädles. Die Lüdenscheiderin Maeva und ihre Freundin genossen den Abend sichtlich.
Überall nur hübsche Mädels. Die Lüdenscheiderin Maeva und ihre Freundin genossen den Abend sichtlich.

Architekt Linus Wortmann hatte mit seinen vielen Helfern ganze Arbeit geleistet. Die Baracken waren nicht mehr wiederzuerkennen. Jede hatte mit einfachen Mitteln ihre ganz eigene Anmutung bekommen und alle zusammen drückten als ein einziges Gesamtkunstwerk das aus, was sie wohl auch ausdrücken sollten: Lebensfreude pur.

Hergerichtet im Stil der jeweiligen Musikrichtungen luden sie dazu ein, sich als Besucher von Raum zu Raum vorzuarbeiten und sich dabei auch von den Zweimeter-Security Männern (alle supernett!!), nicht einschüchtern zu lassen, die teilweise sehr bestimmt eingreifen mussten. Nämlich immer dann, wenn es sich mal wieder in den Eingangstüren staute. Diese „Torwächter“ machten ihre Arbeit so gut, dass es zu keinerlei „Kolateralschäden“ an diesem Abend kam. Eine logistische Leistung, vor der man durchaus den Hut ziehen solllte.

Bunte Cocktails im Gleis 1

Pascalina, die Wirtin des Gleis 1 und ungetrübter Feierlaune.
Pascalina, die Wirtin des Gleis 1 in Feierlaune.

Während man drinnen gewollt oder ungewollt kuschelte, feierte man draußen mit deutlich mehr Platz und dafür bei teilweise eisigen Temperaturen munter weiter. Die „Platte Bulette“ und eine gigantische Würstchenbraterei boten Kulinarisches, dazwischen zogen zwei etwas skurile junge Männer mit Handwagen durch die Gegend und versorgten alle diejenigen mit Getränken, die es nicht geschafft hatten, in den Pavillions etwas zu trinken zu ergattern.

Wer Lust hatte, konnte dann im Gleis 1 tatsächlich noch tanzen, ohne seinen Nachbar dabei umarmen zu müssen. Und wurde von der Wirtin Pascalina mit einem bunten Cocktail begrüßt.

Phänomenales Echo

Dieses „Walk the Line“ mit seinen ca. 1000 Besuchern bildete einen gelungenen Auftakt einer Aktion, die jetzt jetzt voraussichtlich noch zweimal stattfinden wird. Die Macher der Party, die Mitglieder des Kulturvereins „Onkel Willi & Söhne“, hatten sicher nicht mit solch einem phänomenalen Echo in der Stadt gerechnet.

Zumindest trugen die anwesenden Vereinsmitglieder allesamt außer einem Dauersmile einen irgendwie ungläubigen Gesichtsausdruck auf ihren Gesichtern, der dokumentierte, dass man sich schon auf einen Erfolg eingestellt hatte, aber nicht auf so einen unglaublichen „Run“.

Von Kleinstadt keine Spur

70 Meter Kunst- und Musikevent treffen tatsächlich ins Mark der Stadt und ließen Lüdenscheid – zumindest an diesem Abend – weit über sich hinaus wachsen.

Von Kleinstadt keine Spur, hier wurde gefeiert, wie man es sonst nur aus Städten wie Düsseldorf, Köln oder Berlin kennt. Es war voll, bunt, laut, fröhlich und absolut friedlich. Und bestens organisiert.

Das ganze noch für einen guten Zweck. Die Erlöse aus dem Getränkeverkauf fließen, wie alle Erlöse des Vereins, in einem gemeinnützigen Zweck, der noch bekannt gegeben wird.

Lüdenscheid macht Spaß

Die 50er Jahre Bar.
Die 50er Jahre Bar.

Das nächste „Walk the Line“ steht bereits in den Startlöchern: Am 25.März geht´s – hoffentlich völlig ungebremst und genauso fröhlich – weiter. Wieder von 18.00 Uhr bis 24.00 Uhr und dann sicher mit Temperaturen, die sich schon im zweistelligen Bereich befinden dürften.

Eine Aktion, die ein weiteres Mal zeigt, dass es Spaß macht, in Lüdenscheid zu leben und zu wirken. Und man nicht in die nächste Großstadt ziehen muss, um etwas außergewöhnliches zu erleben …

 

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