Vorsorgeuntersuchungen
Nur 25 Prozent der Männer nutzen die Vorsorgeuntersuchung auf Krebs. Foto: www.aok.de

 Märkischer Kreis. Die Männer im Märkischen Kreis gehen nach wie vor leichtsinnig mit ihrer Gesundheit um. Beharrlich meiden sie die von den gesetzlichen Krankenkassen angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Das bestätigt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Nur etwa jeder 4. Mann über 45 Jahren (25,2 Prozent) war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung.

Frauen häufiger bei Vorsorgeuntersuchungen

Bei den Frauen hingegen lag der Anteil deutlich höher: Hier nutzten immerhin 42,6 Prozent die Vorsorgeuntersuchungen ab dem Alter von 20 Jahren. „Wir appellieren an alle Männer, es den Frauen gleich zu tun und die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen besser zu nutzen. Denn je früher Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen”, sagt Ralf Jurka, Marketingleiter der AOK-Regionaldirektion Lüdenscheid.

Warnzeichen des Körper werden ignoriert

Die Zahlen sind alarmierend: Nach den derzeit aktuellsten Informationen des Krebsregisters NRW wurden in Westfalen-Lippe im Jahr 2011 insgesamt 49.443 (NRW: 101.338) Krebs-Neuerkrankungen und 22.773 (NRW: 48.458) Todesfälle erfasst. Dennoch meiden Männer den Gang zum Arzt zu Vorsorgeuntersuchungen. Häufig ignorieren oder bagatellisieren sie die Warnzeichen des Körpers und suchen viel zu spät medizinischen Rat.

Nur leichter Anstieg

Die Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist bei den Männern im Märkischen Kreis leicht angestiegen. Nutzten im Jahr 2012 insgesamt 23,4 Prozent das Angebot, stieg der Wert im vergangenen Jahr auf 25,2 Prozent. Bei den Frauen gingen 41,9 Prozent (2012) bzw. 42,6 Prozent (2013) zur Krebsvorsorge.

Früherkennung kann Leben retten

Mediziner und gesetzliche Krankenkassen weisen immer wieder darauf hin, dass die Vorsorgeuntersuchungen zur Krebs-Früherkennung Leben retten können. Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Zu den Vorsorgeuntersuchungen gehören die Kontrolle der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab 50 Jahren wird auf Wunsch einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms und ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen. Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können – im Abstand von mindestens zehn Jahren – zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden, oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest. „Die Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, so Ralf Jurka von der AOK in Lüdenscheid.

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