Halver. Aus dem ehemaligen Hotel Frommann wird eine Flüchtlingsunterkunft. Zuvor tritt die Stadt Halver, die das Gebäude im Januar gekauft hat, aber als Veranstalter eines Flohmarktes auf. Am Samstag, 9. April, kommen Schnäppchenjäger in Carthausen auf ihre Kosten. Sie können das Inventar des Betriebes, über den im September vergangenen Jahres das Insolvenzverfahren abgeschlossen worden ist, günstig erwerben. Zum Verkauf stehen Töpfe (Gastronomiegröße) Gläser, Geschirr, Lampen, Bilder, Besteck, Kochzubehör und vieles mehr.

Platz für 60 Flüchtlinge

Anschließend soll das ehemalige Hotel als Unterkunft für etwa 60 Flüchtlinge hergerichtet werden. Aus Sicht der Stadt bietet die Immobilie  durch den Zuschnitt gute Voraussetzungen zur Schaffung kleiner Wohneinheiten in den ehemaligen Hotelzimmern, zumal alle über eine Nasszelle verfügen. Es sind darüber hinaus zwei Aufenthaltsräume sowie ein Küchenbereich vorhanden. Am genauen Belegungskonzept wird noch gearbeitet. Am Samstag können sich die Besucher aber einen ersten Eindruck verschaffen. Die Stadt hat zwei Musterzimmer eingerichtet, die während des Flohmarktes besichtigt werden können.

Wirtschaftlich günstige Lösung

Empfohlen von "La Cuisine": Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Foto: Wolfgang Teipel
Empfohlen von „La Cuisine“: Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Foto: Wolfgang Teipel

Die Verwaltung aus ausgerechnet, dass Ankauf und Herrichtung deutlich günstiger sind, als die Anmietung mobiler Raumeinheiten. Würde die Stadt Hallen oder Container mieten, kämen pro Platz rund 15.000 Euro Kosten auf sie zu. Nach Angaben der Verwaltung kosten Ankauf und Herrichtung des ehemaligen Hotels etwa die Hälfte.

Damit ist die Unterbringungsfrage allerdings noch nicht gelöst. Ende 2015 verfügte Halver über 270 Plätze. Neu hinzu kommen 60 Plätze in dem ehemaligen Hotel und 80 Plätze an der Susannenhöhe, wenn das Land die Einrichtung im Mai aufgibt. Zudem rechnet die Stadt damit, dass sie etwa 40 Plätze auf dem freien Wohnungsmarkt beschaffen kann. Bei einem erwarteten Stand von rund 600 Flüchtlingen Ende 2016 bliebe immer noch ein Fehlbedarf von 150 Plätzen.

Flüchtlingszahlen gehen zurück

Ob diese Plätze tatsächlich benötigt werden, ist allerdings offen. Verlässliche Prognosen über die weitere Zuwanderung gibt es nicht. Tatsache ist aber: Die Zahl der Einreisenden ist deutlich zurückgegangen. Im ersten Quartal 2016 kamen laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière rund 170.000 Menschen nach Deutschland (erste Quartal 2015 rund 500.000). Im März dieses Jahres waren es rund 20.000.

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