And the Winner is: Wadim Wormsbecher. Er war der verdiente Gewinner des Abends. Fotos: Iris Kannenberg
Lüdenscheid. Wissenschaftliches, Witziges, Lehrreiches und Erbauliches bot der bekannte Slam Poet Marian Heuser seinem Publikum am Samstagabend im Kulturhaus Lüdenscheid. Der „Meister des Wortes“ lockte mit dem 5. Science Slam in Folge, nicht nur viele Besucher ins Kulturhaus, sondern bot seinen Zuschauern an diesem Abend ein hochkarätiges Poetry-Slam-Team, das sich nicht nur amüsant battelte, sondern zudem dafür sorgte, dass jeder Besucher mit einem profunden wissenschaftlichen Wissen nach Hause ging. Und nun seine Umgebung durchaus ins Staunen versetzen dürfte.

Wissenschaft ist spannend

Toll waren sie alle! v.l.n.rechts: Marian Heuser, Christian Krumm, Mario Rembold, Verena Romoth, Wadim Wormsbecher und Julia Schnetzer.
Toll und sehr lehrreich waren sie alle. v.l.n.rechts: Marian Heuser, Christian Krumm, Mario Rembold, Verena Romoth, Wadim Wormsbecher und Julia Schnetzer.

An diesem Abend traten Julia Schnetzer (Biologin – Bremen), Christian Krumm (Historiker – Duisburg), Wadim Wormsbecher (Physiker – Berlin), Mario Rembold (Wissenschaftsjournalist – Bergisch Gladbach) und Verena Romoth (Germanistin – Wuppertal) gegeneinander an und ließen ihr Publikum an der wundersamen Welt der Wissenschaft teilhaben.

Wissenschaft könnte nämlich eigentlich wirklich spannend sein, wäre da nicht diese staubtrockene Fachsprache, die niemand versteht und den Laien ordentlich verschreckt. Bei diesem Science Slam suchte man das übliche „Fachchinesisch“ zum Glück vergeblich.

Requisiten und viel Gelächter

Das wussten wir wirklich noch nicht, sind jetzt aber dank Historiker Christian Krumm und der Bild-Zeitung um einiges schlauer.
Das wussten wir wirklich noch nicht, sind jetzt aber dank Historiker Christian Krumm und der Bild-Zeitung um einiges schlauer.

Die Wissenschaftler brachten bei dieser noch recht jungen Slam-Variante neueste und sehr witzige Erkenntnisse aus ihrer Forschung auf die Bühne und damit aus dem elitären akademischen Wissens-Zirkel quasi direkt unter das „Volk“. Anders als beim Poetry Slam setzten die jungen Wissenschaftler dafür Requisiten, Powerpointvorträge und Live-Experimente ein, die zu großem Gelächter im Zuschauerraum führten.

Zudem ist beim Science Slam die eiseren Maximal-6-Minuten-Regel aufgehoben, die Slammer haben wunderbare 12 Minuten Zeit, ihr Publikum für sich zu gewinnen. Gar nicht so einfach, sich als Publikumsjury für einen von ihnen zu entscheiden, so gleichbleibend gut, humorvoll und lehrreich, wie die einzelnen Beiträge der anwesenden „Brains“ sich gestalteten. Sie bewiesen alle zusammen, dass Wissenschaft und Humor sich keineswegs ausschließen, sondern eine inspirierende Kombination bilden können.

„Hässliche Monster-und Top-Model-Dualitäten“

Dank der Germanistin Verena wissen wir nun Bescheid über "teilmotivierte Komposita". Wer hätte das gedacht;-)
Dank der Germanistin Verena Romoth wissen wir nun Bescheid über „teilmotivierte Komposita“. Wer hätte das gedacht;-)

Am Ende konnte jedoch nur einer siegen und der tat dies mit einer satten 50 Punkte Wertung, was außer ihm sonst keiner schaffte. Wadim Wormsbecher gewann völlig zu recht mit seinem Vortrag über „Hässliche Monster- und Top-Model-Dualitäten“ den „Goldenen Hirn(h)eimer“, den die Künstlerin Claudia Becker-Kirmse für den Science-Slam entworfen hat. Noch selten hat wohl jemand „Schwarze Löcher“ und „Hellste Erkenntnis“ so schön und anschaulich erklärt, wie Wadim an diesem Abend.

Eigentlich wollte man als Zuschauer nur eines: Dass er weiterspricht. Aber leider war nach Wadims Sieg der Science Slam beendet und man musste sich gesättigt mit Wissen und bester Laune leider auf den Nachhauseweg machen. Manchmal wäre es wirklich schön, wenn man die Zeit à la Relativitätstheorie einfach etwas verlangsamen könnte und so ein schöner Abend etwas länger dauern würde.

Abschied von Stefan Weippert

Noch-Kulturhauschef Stefan Weippert, der Wissenschaftsjournalist und Marian Heuser zum anschließenden Gespräch und Interview im Backstagebereich des Kukturhauses
Noch-Kulturhauschef Stefan Weippert, der Wissenschaftsjournalist Mario Rembold und Marian Heuser.

Sehr amüsant und gewohnt professionell moderiert wurde der Science-Slam von Marian Heuser. Er las als „Sacrifice“ an diesem Abend Humoriges aus dem Buch „Dynamitfischen in Venedig“ von Sascha Thamm  und schuf so den gelungenen Auftakt zu einer sehr runden Veranstaltung.

Er hatte zum Abschluss des Abends dann auch noch etwas Besonderes auf Lager und bedankte sich anrührend bei Kulturhauschef Stefan Weippert für dessen langjährige und gute Arbeit und sprach noch einmal sein großes Bedauern darüber aus, dass Stefan am 11. November endgültig nach Augsburg geht, um dort die Leitung des Park-Theaters zu übernehmen.

„World of Wordcraft“ – Finale im November

Finale am 26. November im Kulturhaus.
Finale am 26. November im Kulturhaus.

Alle Poetry-Slam-Süchtigen dürfen sich bereits am 26. November auf die große „World of Wordcraft“-Final-Veranstaltung im Kulturhaus freuen.

An diesem Abend werden die „WoW“-Sieger und Zweitplatzierten des vergangenen Jahres noch einmal gegeneinander antreten. Das Publikum hat dann die Möglichkeit, seinen „Jahresbesten-Slam-Super-Liebling“ zu küren.

Durch das Progamm führt Marian Heuser, das Ganze wird musikalisch abgerundet von Kevin O´Neal, dem Beatbox-Champion von 2015.

Dualitäten, erklärt von Wadim Wormsbecher:

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