Der grüne Kabelbinder lieferte Arne Machel schließlich den Impuls zu dieser Bilderserie. Foto: Wolfgang Teipel

Meinerzhagen. Irgendetwas war besonders an dieser verwitterten Fensterlade. Arne Machel brauchte eine Weile, bis er es herausfand. Es war der grüne Kabelbinder, mit dem der Sonnenschutz befestigt war. Mallorquinischer Erfindungsreichtum. Wieder einmal. So wurde der Fotograf fündig und entdeckte ein weiteres Motiv für sein Projekt „arte casual“ – zufällige Kunst, unabsichtlich von Mensch und Natur kreiert.

Der grüne Kabelbinder inspirierte den Kiersper Autor und Fotografen zu einer ganzen Serie. Ausschnitte von Fensterläden mit abgeblätterter Farbe im Licht der mallorquinischen Sonne: Sie und andere Motive aus Machels Projekt sind noch bis zum 6. Januar in der Meinerzhagener Galerie Langenohl (Zur Alten Post 9) zu sehen.

25. Einzelausstellung in Deutschland

Wieder einmal ist Arne Machel an den Ort zurückgekehrt, an dem vor vier Jahren erstmals Bilder aus seinem Projekt „arte casual“ zu sehen waren. Die neue Ausstellung unter dem Titel „Blickwinkel“ ist die 25. in Deutschland. So konnten Arne Machel, Galerist Herbert Langenohl und die Gäste der Matinee am Sonntag ein kleines Jubiläum feiern.

Das Trio Max Jalalay, Michael Schnipperung und Fritz Schmid lieferte die Musik zur Matinee. Als Gast war Omid, ein Flüchtling aus dem Irak, mit seiner Saz dabei. Foto: Wolfgang Teipel

Jazz mit Fritz Schmid, Max Jalaly und Michael Schnippering

Die Ausstellungseröffnung wurde vom Trio Fritz Schmid (Saxophon, Geige), Michael Schnippering (Piano) und Max Jalaly (Kontrabass) musikalisch begleitet. Als Gast war Omid, ein Flüchtling aus dem Irak, dabei. Er spielte mit dem Trio auf seiner Saz ein kurdisches Liebeslied.

Wunderbare Farbverläufe

Eine weitere Bildreihe trägt den Namen „Bailadores“ (Tänzer). Am Sonntagmorgen lieferte der Fotograf die Geschichte zu dieser Serie. Im Oktober 2016 entdeckte ein Segelboot auf einer kleinen Werft. Ein Name war auf dem Schiffsrumpf nicht mehr zu erkennen. Dafür aber wunderbare Farbverläufe, wo sich abgebeizter Lack mit dem verwitterten Blau des Untergrundes mischte. Sie muten den Fotografen wie verschleierte Tänzer an.

Noch vier weitere Besuche zu verschiedenen Jahreszeiten stattete Machel dem alten Segelboot ab, dessen Besitzer sich Zeit lässt mit der Restaurierung. Jedes Mal entdeckte er neue Details, einige Hundert Bilder entstanden, die letzten im Oktober 2017.

Fokussierter Blick auf Details

Mit seinem fokussierten Blick auf Details möchte der Fotograf zu einer kleinen Entdeckungsreise in die Welt der kleinen Kunstwerke einladen, die durch das Zusammenwirken von Mensch und Natur entstanden sind. „Ich finde es faszinierend, die Vielfalt der Details zu entdecken und hoffe, dass sich auch die Betrachter davon anstecken lassen“, sagt Machel.

Als Kontrapunkte zu den Bilderzyklen, die zwischen drei und dreizehn Bilder umfassen, zeigt der Fotograf einige „Solobilder“. Auch sie enthüllen – natürlich – Details, die er auf seinen Streifzügen auf Mallorca entdeckte, wie etwa der „Hombre serio“, der ernste Mann, der das Titelbild des Ausstellungsplakates wurde.

 

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