Berufsschultag_Hagen-0138Hagen. Volles Haus beim 21. Berufsschultag der fünf Hagener Berufskollegs am heutigen Mittwoch in der Kaufmannschule I. Über 120 Berufe wurden auf fünf Etagen in den Klassenräumen vorgestellt. So mancher hat da schon die entscheidenden Informationen für seinen späteren Berufsweg gefunden.

Berufsschultag_Hagen-0061-2Beispielsweise Hendrik Jürgensmann. Der ist seit zwei Monaten Werkstoffprüfer-Azubi beim weltweit tätigen Hagener Stahlunternehmen C.D. Wälzholz. „Ich war auf verschiedenen Messen“, verrät der junge Mann im Gespräch mit tach-hagen.de. Den Ausschlag gab ein Praktikum bei Wälzholz.

Praktikum oft Schlüssel
zur Ausbildungsstelle

Berufsschultag_Hagen-0072„Ein Praktikum hat für beide Seiten Vorteile“, sagt Hendriks Personalchef Simon Hering. Das kann Tim Augustin nur unterstreichen. Er ist Schornsteinfeger-Auzubi im ersten Lehrjahr und kam ebenfalls über ein Schulpraktikum an seine Ausbildungsstelle. Da konnten er selbst und sein künftiger Chef ganz praktisch feststellen, ob der Schornsteinfeger-Praktikant auch schwindelfrei für den Dacheinsatz ist. Tim ist es und hatte offensichtlich weitere gute Argumente, um die Ausbildungsstelle zu bekommen.

Berufsschultag_Hagen-0037So war’s auch bei Fabian Schneider, der während der Realschulzeit ersten Kontakt zum späteren Arbeitgeber Kostal knüpfte. Mittlerweile steht der Plettenberger beim international tätigen Automobilzulieferer aus Lüdenscheid kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Das Fachabi steht auch noch an. Da freut es ihn besonders, dass das von seinem Arbeitgeber gefördert  wird.

Gute Nachwuchs-Förderung
spricht sich rum

Berufsschultag_Hagen-0052Wer so etwas bietet, hat aktuell offensichtlich keine Nachwuchsprobleme. „Wir bekommen unsere Ausbildungsplätze gut besetzt“, sagt Kostal-Ausbilder Philip Spannagel. Und offensichtlich bleiben die Azubis auch gern im Unternehmen. Wenn Ausbilder Spannagel von seinem Auszubildenden Im Tach-Interview Sätze hört, wie: „Wir suchen noch Mechatroniker“, braucht er sich um die Identifikation mit dem Unternehmen keine Sorgen machen.

Personal-Referent Hering bei Wälzholz ebenfalls nicht. „Wir sind ein Familienbetrieb“, sagt sein Auszubildender Tim Sturm mit einem Lächeln. Wir, das heißt, dass sechs Familienmitglieder über vier Generationen bereits zur Belegschaft gehören. Er hat sich schon vor Jahren alles von seinem Großvater, der Betriebsmeister war, zeigen lassen. Dennoch musste Tim nach der Praktikumszeit natürlich eine ordentliche Bewerbung hinlegen. Mit Erfolg. Im  kommenden Dezember ist der 20-Jährige Verfahrensmechaniker für Stahlumformung. Die weiteren Pläne verrät er mit einem Grinsen: „Eine eigene Wohnung“. Und er plant auch seine Zukunft bei Wälzholz. Techniker, Meister, Ausbilder sind mögliche Ziele: „Wälzholz leistet da 90 Prozent finanzielle Unterstützung.“

Behörden bieten Online-Bewerbungen

Berufsschultag_Hagen-0107Engagierter Nachwuchs wird nicht nur in der Industrie, im Handwerk und im Handel gesucht. Auch der demokratische Rechtsstaat braucht Auszubildende. Zum Beispiel die Justizbehörden. Wie man Justiz-Fachangestellte/r werden kann, darüber berichteten Cansu Altintas und Melvyn Schurna den Schülerinnen und Schülern. Da geht die Kontaktaufnahme nicht übers Praktikum, da finden die Bewerbungen via Internet statt. Das gilt übrigens nicht nur für die Justizbehörden, auch andere Landesverwaltungen, z.B. die Finanzverwaltung ermöglicht die Online-Bewerbung. Cansu und Melvyn waren beim anschließenden Test erfolgreich und bekamen eine Ausbildungstelle.

Großer Andrang beim Live-Frisieren

21. Hagener Berufsschultag
21. Hagener Berufsschultag

Ganz besonders großer Andrang herrschte auf dem Berufsschultag bei den Friseurinnen und Friseuren. Da war richtig „Aktion“ angesagt. Es wurde live frisiert. Live im Einsatz waren nebenan auch die Floristinnen und Floristen. Schon auf dem Flur wiesen floristische Arbeiten den Weg.

Engagiertes HelferInnen-Team

Berufsschultag_Hagen-2-3Apropos Weg weisen. Wer fürchtete, bei dem üppigen Informationsangebot auf den Etagen die Orientierung zu verlieren, konnte sich per Smartphone und QR-Code im Treppenhaus technisch auf den richtigen Weg bringen lassen. „Old-School“ nach dem Weg fragen ging aber auch. Dafür stand, in rote T-Shirts gekleidet, eine Service-Crew aus Schülerinnen und Schülern der Kaufmannschule I parat. Schülerinnen und Schüler sorgten übrigens auch dafür, dass es vitaminreiche, leckere Stärkungen gab.
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Schulleiterin Carolina Hönninger hatte allen Grund, stolz auf ihre engagierte Truppe zu sein. Da war der kleine Faux Pax, der ihr im Vorfeld der Veranstaltung in einem Einladungsschreiben mit dem nicht ganz aktuellen Bürgermeisternamen unterlaufen war, noch vor der offiziellen Berufsschultag-Eröffnung durch OB Erik O. Schulz mit einem Schmunzeln erledigt. Beim Vorabtreffen im Lehrerzimmer wies der Rathauschef beiläufig – inklusive Beispiel – darauf hin, wie wichtig es ist, sich den Humor zu bewahren. Wie er das macht? Sie können ihn bei Gelegenheit ja mal fragen.

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