Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Am Volkstrauertag fanden Gedenkveranstaltungen in den Ortsteilen statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Abordnungen von Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr gedachten der Opfer von Krieg und Gewalt. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung am Ehrenmal im Böhler Park sprachen Bürgermeister Ulrich Schulte und Dietmar Auner, Pastor der Evangelischen Kirchengemeinde.

Werden wir mit den Buß- und Einkehrtagen Allerheiligen, Reformationstag, Buß- und Bettag, Totensonntag, Volkstrauertag im November nicht überfrachtet? Diese Frage warf Pastor Dietmar Auner auf. Seine Antwort: Wir brauchen diese Gedenktage. Sie stärken die Kräfte, die wir benötigen, um Bedrohungen durch Krieg und Terror ernstzunehmen, dabei aber auch die Hoffnung zu bewahren. Daher gelte es die Tradition des Volkstrauertages aufrechtzuhalten. Auner zitierte George Bernard Shaw: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ Allerdings vermisse er seit Jahren schon die Kinder und Jugendlichen bei den Gedenkveranstaltungen. Auner appellierte an Erzieher und Lehrer, als Vorbilder die Kinder und Jugendlichen zur Mitgestaltung anzuregen, damit sie lernten, sich gegen Hass und Gewalt zu stellen.

Foto: Bernhard Schlütter
Foto: Bernhard Schlütter

Bürgermeister Ulrich Schulte erinnerte an die Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg, die vor 100 Jahren tobte, den Überfall von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion vor 75 Jahren und die unmenschlichen Verbrechen an den Juden im Konzentrationslager Auschwitz. Er wies aber auch auf aktuelle Bedrohungen hin. Der stockende Eingungsprozess der EU, der Brexit, das politische Klima in Deutschland, das von Populisten vergiftet werde und die wachsende Zahl von fremdenfeindlichen Straftaten. „Die meisten der heute in Deutschland lebenden Menschen wissen nicht mehr, wie es ist, in Kriegszeiten zu leben. Daher ist dieser Gedenktag wichtig.“ Er erinnere uns daran, dass Frieden und Freiheit immer wieder neu erkämpft und verteidigt werden müssen.

Für den musikalischen Rahmen sorgten der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Plettenberg unter Leitung von Michael Hammecke und der Männerchor MGV Plettenberg unter Leitung von Herbert Wilberg.

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