Die SPD Lüdenscheid startete den Dialog mit den Bürgern über die 70 Visionen für Lüdenscheid. Fotos: Elke Teipel

Lüdenscheid. Stuhlkreis geht immer, nicht nur in der Kindertagesstätte. Im Stuhlkreis setzten sich am Montagabend Visionäre bei Dahlmann zusammen, solche, die es werden wollen, solche, die wissen wollen, wie Visionen gehen, und solche, die neugierig waren und einfach mal Platz nahmen.

Bei der Diskussionsrunde auf Einladung des SPD-Stadtverbandes und der SPD-Ratsfraktion machte die Kerntruppe der Visionäre Matthias Czech, Torsten Schulze (Sterncenter), Jutta Hellmann und Willi Denecke deutlich, sie wollen Vollgas geben. Die ersten von 70 Visionen werden bald Wirklichkeit: Häppchentour, Hotel in der Altstadt, Open-Air-Bühne Altstadt, Gestaltung rund um die Erlöserkirche und die Vision 68, der Weihnachtsmarkt in der Altstadt.

Die Visionäre informierten auf Einladung der SPD (v.l.) Matthias Czech, Torsten Schulze, Willi Denecke.

Meinungen zusammenführen

Und es begab sich im April 2016. Unternehmen entwickelten in Arbeitsgruppen Visionen unter der Vorgabe, so Willi Denecke, „denkt ganz breit, Geld spielt keine Rolle.“ Anfang 2017 wurden die Ergebnisse zusammengefasst. Stichtag 8.5.2017: Ausstellung im Sterncenter, anschließend im Rathaus, verbunden mit dem Aufruf mitzumachen. Das Ziel: mindestens 1.000 Rückmeldungen. „Das haben wir überschritten“, berichtete Willi Denecke.

Über 1.000 Rückmeldungen

Jetzt sind die Vorschläge in eine Prioritätenliste eingeordnet unter dem Blickpunkt, wie schnell sie verwirklicht werden können. Priorität I: 12 bis 18 Monate, z. B. Kulturhausgarten mit Skaterpark, Lüdenscheider Produkte, flotte Sprüche an Autobahnbrücken, Fest der Kulturen, Priorität II: 18 bis 36 Monate und Priorität III: 36 bis 60 Monate. Die Visionen sollen Lüdenscheid voranbringen. Gefragt ist laut Denecke „der positive Grundrausch“. Er machte deutlich: „Die Geldgeber erwarten, dass Lüdenscheid insgesamt in positivem Licht erscheint.“ Und Visionen lassen sich nicht nur mit gutem Willen und schönen Worten umsetzen, sie kosten Geld. Die Gespräche mit Geldgebern laufen offenbar gut. Matthias Czech sprach von einem tollen Ergebnis.

Das Buch mit 70 Visionen, eine Dokumentation über die Persopektiven der Stadt

„Positiver Grundrausch“

Fest steht aber auch, dass die Truppe mehr Schultern braucht, die bereit sind das Projekt zu tragen – Paten gesucht. Mitstreiter können jederzeit einsteigen. „Politik hat die Aufgabe, Meinungen zusammenzuführen und tragbare Kompromisse zu erreichen. Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende und Visionär Gordan Dudas stellte eine positive Einstellung gegenüber den Ideen fest und zwar parteiübergreifend. Dudas erkannte viele Übereinstimmungen mit dem SPD-Parteiprogramm „Eine Stadt für alle“.

Die Gesprächsrunde bei Dahlmann sei nur der Auftakt im Dialog mit den Bürgern. Gefragt sind der Schulterschluss und das Bemühen, Wege zu finden. Einige Ideen seien umstritten, bestes Beispiel: „Schwimmen in der Verse“. Bei dem Treffen wurde deutlich, dass sich die Visionäre nicht starr an die Prioritätenliste halten werden, kein Problem, so die Kerntruppe, wenn Fördergelder winken.

Aber sie wollen und werden auch schnell liefern. Glühbirnen, die in der Wilhelmstraße leuchten, ein Stadtfest mit Lichtern, in der Stadt, die sich Stadt des Lichts nennt – „das kriegen wir hin“ ist sich Matthias Czech sicher. Ebenso beim Thema Street Art oder dem Fest der Kulturen, das im nächsten Jahr gefeiert werden soll. Eine Vision, vor der sie kapitulieren, heißt: bezahlbarer Wohnraum für alle. „Das war für uns zu dick“, bekennt Matthias Czech.

 

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