Die sympathische Farina Kirmse lud auch in diesem Jahr mit ihrem Team zu einem ganz besonderen Weihnachtsmarkt ins "Lönneberga" an der Hochstraße ein. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Es weihnachtet sehr. Überall in Lüdenscheid. Und mit am schönsten, wie in den vergangenen Jahren auch, im kleinen Lönneberga an der Hochstraße. Hier war am Wochenende noch nichts zu spüren von dem Unglück, das mit dem Anschlag in Berlin über das Land kam. Hier gab es tatsächlich noch für ein paar Stunden so etwas wie eine „heile Welt“.

Astrid Lindgrens Geburtsort

Weihnachtliche Motive als Henna-Tattoo und Ketten und Kerzenhalter aus Beton. Alles selbst entworfen und so gar nicht kompatibel mit den herkömmlichen Weihnachtsmärkten.
Weihnachtliche Motive als Henna-Tattoo und Ketten und Kerzenhalter aus Beton. Alles selbst entworfen und so gar nicht kompatibel mit den herkömmlichen Weihnachtsmärkten.

„Vimmerby“ nennen sie im Lönnebergs ihren kunstvollen Weihnachtsmarkt, bei dem es nur Ausgefallenes und selbst Kreiertes zu kaufen gibt. Warum Vimmerby? Nun, weil Astrid Lindgren, die weltberühmte Kinderbuchautorin vor genau 109 Jahren dort geboren wurde. Auf dem Hof Näs in Södra Vi bei Vimmerby in Schweden, um es ganz genau zu sagen.

Und ihrer Figur „Der Michel aus Lönneberga“ verdankt das „Lönne“ schließlich seinen Namen. Eine schwedische Enklave in Lüdenscheid könnte man so sagen.

Und zu der gehört nun mal ein Weihnachtsmarkt wie zu Großmutters Zeiten. Gemütlich, nach frischen Waffeln und gebrannten Mandeln duftend und ganz anders als die anderen Weihnachtsmärkte mit ihren lauten Endlosschleifen amerikanischer Weihnachtslieder und den ewig gleichen Ständen mit Ware aus Taiwan.

Weihnachtsmarkt der Kreativen

Drei junge Männer auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachtsgeschenk. Felix, Benedikt und Hendrik (v.l.n.r.) fühlten sich sichtbar wohl im Lönneberga.
Drei junge Männer auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachtsgeschenk. Felix, Benedikt und Hendrik (v.l.n.r.) fühlten sich sichtbar wohl im Lönneberga.

Auch in diesem Jahr gab es nichts, was nicht von Hand hergestellt wurde oder zumindest selbst entworfen war.

Eierlikör, Plätzchen, Schmuck, aber auch ganz individuell gestaltete Lampen wurden nicht nur verkauft, sondern waren auch der Grund für viele interessante Gespräche zwischen Händlern und potentiellen Käufern. Wie wurde das hergestellt, auf was muss man achten, wenn man z.B. eine Betonkette trägt? Darf die Wasser abbekommen? Ja, sie darf.

Ein ausgefallener Weihnachtspullover

Gemütlich war´s und irgendwie besinnlich.
Gemütlich war´s und irgendwie besinnlich.

Dazu gab es Henna-Malerei im Schaufenster des Lönne, das ja immer auch die Bühne der Kneipe ist. Lönneberga-Chef Steffen Schulte-Lippern passte auf, dass genug Glühwein in den Töpfen war und schleppte Kisten mit Getränken.

Seine Freundin Farina Kirmse stand derweil hinter dem Tresen, kochte Glühwein, buk Waffeln und war in ihrem ausgefallenen Weihnachtspullover ganz sicht- und spürbar das Herz des Weihnachtsmarktes. Wer ihr nicht abnimmt, dass Weihnachten auch 2016 wert ist, gefeiert zu werden, der hat von diesem Fest leider gar nichts verstanden.

Friedliches und besinnliches Miteinander

Der „Geist der Weihnacht“ – hier fühlt er sich pudelwohl und verstanden. An „Vimmerby“ zeigte sich auch in diesem Jahr, dass Lüdenscheid seine kleinen, gemütlichen Nischen braucht und Menschen, die sich auf das besinnen, was Feste wie Weihnachten ausmacht: Nicht Kommerz, sondern ein friedliches und besinnliches Miteinander, das dazu auch noch Spaß macht.

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