Hajo Hoffmann ist Musiker und ein Spieler. Er spielt mit Stimmungen, den musikalischen Genres, dem Publikum und er spielt die Ukulele wie kein Zweiter in Deutschland. Im Saal der Freien evangelischen Gemeinde Schalksmühle präsentierte der 56-Jährige am Donnerstag sein neues Programm „Ukulele – Sound & Voice“. Vierklang statt Dreiklang: Hajo Hoffmann unterhielt das Publikum mit mehr als zwei Stunden Musik unter dem Motto  Heiterkeit, Gemeinsamkeit, Farblichkeit und Gelassenheit.

Neue Möglichkeiten auf der Ukulele

Der Musiker aus Schalksmühle spielt eine Konzertukulele in Quinttstimmung und benutzt als Effektgerät einen Boss-Loop. Dazu kommen seine Stimme und sparsam eingesetzte Percussion-Elemente. So erhebt er die Ukulele in den Rang eines Soloinstruments, das ihm völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Hajo Hoffmann geht den Weg des Crossover konsequent und innovativ. Deshalb gilt er als Deutschlands Ukulele-Crossover-Künstler Nr. 1

Dynamische Riffs

Bei „Vamos emfrente atraz tem gente“ geht mit dynamischen Riffs kraftvoll die Post ab. Geht es um portugiesische oder brasilianische Musik ist der Musiker eben ganz in seinem Element. Hajo Hoffmann lebte fünf Jahre lang in Brasilien und studierte dort die Mandoline. „Eine ganz wichtige Zeit in meinem Leben“, sagt er. Das spürt das Publikum, und lässt sich von der Lebensfreude, die in dem Gassenhauer „Bananeira“ von Jo Donatu aufschäumt, gern anstecken.

Hajo Hoffmann interpretiert gefühlvoll die Fantasie Nr. 4 aus den zwölf Fantasien für Violine von Georg Philipp Telemann. Mit „Polstergeist“, das auf dem Kinderlied „Es geht ein Bi Ba Butzemann . . . “ basiert, zaubert er ein Lächeln in die Gesichter.

Klassik und Tango Nuevo verschmelzen

Sein Sound im Veranstaltungsraum der FEG kommt gut rüber. Das lässt den Mann mit der Ukulele im zweiten Teil des Konzerts zu großer Form auflaufen. „Bach im Ganges“ ist nicht nur ein Wortspiel. Im gleichnamigen Stück verschmelzen Klänge des Altmeisters Johann Sebastian Bach mit Anleihen aus der Musik Indiens und das Publikum spürt: Hajo Hoffmann ist überall in der Welt der Musik zuhause. Und er besitzt Witz: Plötzlich ertönt auf der Ukulele das Volkslied „Alle Vöglein sind schon da“ im jazzigen Gewand.

Wenig später erklingen feinfühlige Harmonien. Zärtliche Töne perlen von den Saiten. „Lovis Love is“ – das Liebeslied ist sein kleinen Tochter gewidmet. Sie ist gerade ein Jahr alt. Mit feiner Spielkultur und höchster Virtuosität entwickelt Hajo Hoffmann seit Jahren ein Gespür für das Besondere. Außerdem lebt er für die Musik. Den Schlusspunkt setzt er mit einer schwungvollen Tarantella, einem süditalienischen Tanz. Nach mehr als zwei Stunden hat das Publikum noch nicht genug und Hajo Hoffmann auch nicht. Als Zugabe erklingt eine mitreißende Melange. Musik von Johann Sebastian Bach mischt sich mit Klängen, zu denen Astor Piazolla, der Begründer des Tango Nuevo, Hoffmann inspiriert hat. So baut der Musiker und Spieler Brücken – zwischen den Menschen und den musikalischen Genres.

Am Freitag, 28. März, 20 Uhr, gastiert Hajo Hoffmann mit seinem Programm „Ukulele – Sound & Voice“ in der Burg Holtzbrinck in Altena.

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