Katja Fernholz-Bernecker und Andreas Koch begeisterten ihr Publikum im Kammermusiksaal der Musikschule Lüdenscheid. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Katja Fernholz-Bernecker und Andreas Koch sind vielsaitige Musiker. Die beiden Konzertgitarristen treten als Duo „Accords galants“ auf. Sie spielen elfsaitige Altgitarren. So bringt es das Duo leicht auf 22 Saiten und noch mehr. Beim Matinée-Konzert in der Musikschule setzte „Accords galants“ immerhin acht Gitarren ein. Ein wahrhaft vielsaitiges Instrumentarium.



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Liebe zu alter Musik

Die Liebe zu alter Musik und historischen Instrumenten hat „Accords galants“ zusammengeführt. Im Kammermusiksaal der Musikschule Lüdenscheid führten beide am Sonntag vor, wie Kompositionen auf der Renaissance- und Barockzeit meisterlich zum Klingen gebracht werden können.

In den vier Pavanen von Luis Milan war eine Vihuela zu hören, ein spanisches Zupfinstrument, das im 16. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Es folgte die Suite in B-Dur des englischen Komponisten William Lawes sowie vier Tänze aus der Sammlung von Michael Praetorius (1571 – 1621). Die nächste Station der der musikalischen Reise durch Europa war der spanische Komponist Diego Ortiz, der auch am Hof des Herzogs von Alba in Italien wirkte. Die Recercadas von Ortiz interpretieren beide so sicher wie die vier folgenden Werke des Barockkomponisten Gaspar Sanz.

Studium alter Handschriften

Beide stellen sich der Herausforderung, alte Musik möglichst originalgetreu wiederzugeben. Diese Herausforderung meistern sie scheinbar mühelos. Voraussetzung dafür ist aber ein intensives Studium alter Handschriften und Originalliteratur. Zudem verwenden sie speziell für „Accords galants“ angefertigte Instrumente der Gitarrenbaumeister Gerold Karl Hannabach und Heinz Kowalski. Dazu zählen neben der bereits genannten Vihuela, eine Renaissancegitarre, zwei Barockgitarren und Terzgitarren mit sechs, acht und zehn Saiten. Zwei elfsaitige Altgitarren des schwedischen Gitarrenbauer Georg Bolin ergänzen die Sammlung und ermöglichen es den beiden Musikern, die Musik der Renaissancezeit und des Barock authentisch zu interpretieren.

Diebische Elster

Die Suite in B-Dur des österreichischen Komponisten Gregor Joseph Werner und die Ouvertüre aus Gioachino Rossinis „Die diebische Elster“ mit hohem Wiedererkennungswert beendeten das vom Publikum dankbar aufgenommene Programm. „Accords galants“ bedankte sich bei den begeisterten Zuhörern mit zwei Zugaben, darunter einem Wiegenlied von Isaac Albinez.

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