70 Bürgerinnen und Bürger brachten Ihre Ideen im Bürgerforum mit ein. Foto: Parnemann

Am Sonntag lud die Stadt Lüdenscheid alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Ideenkonferenz zur Entwicklung des Kultur- und Bildungsstandortes Altstadt in das Bürgerforum des Rathauses ein. Rund 70 Personen folgten dieser Einladung und erarbeiteten in 13 Arbeitsgruppen wurden zahlreiche Ideen zur Aufwertung der Altstadt.

Kulturberater Reinhart Richter zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme und lobte die ersten Ideen der Teilnehmer. Auf Nachfrage, welche Idee Richter am meisten faszinieren würde, antwortete er: „Ich finde alle Ideen sehr interessant und will mich an dieser Stelle noch gar nicht auf Favoriten festlegen. Erst einmal begrüße ich alle Ideen und freue mich über die rege Teilnahme.



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Altstadt als Ort der kulturellen Begegnung

Einige Arbeitsgruppen befassten sich damit, wie man die Altstadt zu einem Ort für kulturelle Begegnungen machen kann. Zu den ersten Vorschlägen zählt ein Kulturforum. Hier könnten gemeinsame Veranstaltungen oder eine stärkere Vernetzung geplant werden. Auch wurde die Idee vorgetragen, die Altstadt regelmäßig in ein literarisches Quartier zu verwandeln. Dazu könnte ein Markt für Literatur gehören. Als Ort wurde zum Beispiel die Stadtbücherei vorgeschlagen. Aber auch Lesungen oder Philosophie-Abende wurden als Ideen besprochen.

Sehr interessiert lauschten die Anwesenden auch dem Vorschlag einer Open Air Bühne – sie könnte lediglich aus einer Bodenplatte und einem optionalen Wetterschutz bestehen – in der Altstadt zu errichten. Sie könnte von jedermann frei nutzbar sein. Ob nun musikalisch, für Kleinkunst oder andere kulturelle Aktionen. Wichtig sei allerdings zu klären, ob eine solche Bühne machbar sei. Denn auch hier müssen einige Auflagen der Stadt beachtet werden. Die Musikschule der Stadt Lüdenscheid brachte die Idee von Proberäumen im Bereich der Altstadt mit ein. Zum einen, weil die Kapazitäten der Musikschule erschöpft seien, aber dennoch weitere Räume benötigt würden. Zum anderen könne so ein breiteres Angebot geschaffen werden. Als Gebäude wurde der leer stehende Altbau der Firma P.C. Turck ins Gespräch gebracht.

Märkte sollen Attraktivität steigern

Schaut man aufmerksam in die sozialen Netzwerke, beobachtet man immer wieder, dass der Wunsch geäußert wird, den Weihnachtsmarkt in die Oberstadt zu verlagern. Kein Wunder also, dass auch dieser Vorschlag bei der Ideenkonferenz vorgetragen wurde. Doch nicht nur ein Weihnachtsmarkt soll die Attraktivität der Altstadt steigern, sondern auch weitere Märkte wie zum Beispiel einen Frühlingsmarkt oder einen Kreativmarkt können sich die Anwesenden vorstellen. Zu klären wäre hier allerdings die Frage, wer denn diese Märkte organisieren und veranstalten solle.

Bildung spielt große Rolle

Neben der Kultur soll auch die Bildung für Jung und Alt in der Altstadt eine große Rolle spielen. Die Altstadt soll als Lernort dienen. So soll die Zusammenarbeit mit den Schulen der Stadt verstärkt werden. Aktuell ist es so, dass bestehende Angebote oft nicht ausreichend genutzt werden. Das soll sich in der Zukunft ändern. Aber auch neue Angebote sollen geschaffen werden. Als nächste Schritte sollen nun entsprechende Ansprechpartner in den Schulen und der bei der Stadt selbst gesucht und benannt werden. Diese könnten sich dann intensiv um eine engere Vernetzung und den gegenseitigen Austausch kümmern. Für die Schaffung von neuen Angeboten wie etwa einer Kinder-Uni in den Ferien werden nun auch die Möglichkeiten der Finanzierung geprüft.

Um gerade auch die Historie der Altstadt weiter in den Vordergrund zu rücken, wird darüber nachgedacht, einen historischen Rundweg zu schaffen, auf dem Interessierte dann mit Hilfe von Tafeln interessante Infos zu den Gebäuden und Plätzen in der Altstadt erfahren können. Geht es nach den Ideengebern, wird der Rundweg durch optische Leitsysteme – ähnlich den Lichtstreifen im Boden am Rathausplatz – unterstützt.

Kinderfreundlichkeit steigern

Da in der Altstadt ein Lebendiges Miteinander entstehen soll, wird auch an die Kleinsten gedacht. Nämlich die Kinder. So soll die Altstadt kinderfreundlicher werden. Beispielsweise dadurch, dass Spielmöglichkeiten geschaffen werden oder vorhandene Spielmöglichkeiten – zum Beispiel in der Luisenstraße oder an der Humboldt-Villa – erneuert und verbessert werden. Von Jugendlichen selbst kam der Vorschlag, an der Grünanlage des Kulturhauses eine Skateranlage entstehen zu lassen. Aber auch Eltern wünschen sich Möglichkeiten, Kinder während eines Café-Besuchs entspannt beim Spielen beobachten zu können. Dazu müssen entsprechende Möglichkeiten allerdings erst noch geschaffen werden. Für neue Ideen und Spielgeräte wären auch Kooperationen mit möglichen Sponsoren denkbar.

Erreichbarkeit verbessern

Die Erneuerung des Kopfsteinpflasters wurde bei dieser Arbeitsgruppe mit Absicht außen vor gelassen. Denn das sei ganz klar eine Aufgabe für die Stadt. Stattdessen wurde überlegt, wie man Außenbereich wie Brügge, Dickenberg oder Brüninghausen besser an die Altstadt anbinden könnte um auch hier Möglichkeiten zu schaffen, ohne Pkw in die Oberstadt zu gelangen. Denn gerade für Bewohner der Außenbereiche stellt die Erreichbarkeit der Altstadt ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Auch das generelle Taxiverbot in der Altstadt soll auf den Prüfstand gestellt werden, um zu sehen, ob man es nicht doch abschaffen, oder zumindest lockern kann. Zum Beispiel mit besonderen Auflagen für Taxis und einer Taxi-Sperrstunde ab 22:00 Uhr um die Nachtruhe zu gewähren.

Weitere Ideen

In Zusammenarbeit mit möglichen Partnern wurden auch eigene Leitfäden, in Form eines Plans oder einer App, besprochen. Sie könnten die die Vielfalt der Altstadt aufzeigen. Auch die Einrichtung von W-Lan Hotspots für die Oberstadt war ein Thema. Doch wie bereits am Stern- und Rathausplatz stellt sich hier die Frage der Finanzierung einer solchen Aktion. Blühen soll die Altstadt auch. Ein einheitliches, florales Bild soll geschaffen werden. Dazu will man zum Beispiel Blumenkübel vor Häusern in der Altstadt platzieren und diese bepflanzen. Grade historische Fassaden sollen durch blühende Pflanzen verschönert werden.

 

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