Pause an der Atefa-Mädchenschule. Die Anmeldezahlen sind stabil.

Lüdenscheid. Die Atefa-Schule wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen ihrer guten Ausbildung belobigt. Jetzt aber erhielt die Schulleiterin, stellvertretend auch für das Kollegium und die Schülerinnen, die zweithöchste Auszeichnung des Landes, unterschrieben vom Präsi­denten Ghani persönlich. Darin heißt es u.a., dass  Schulleiterin Farida ihre Aufgabe engagiert und korrekt erfüllt und hervorragende Fähigkeiten gezeigt hat. Das freut den Lüdenscheider Verein Eschan und alle, die diese Mädchenschule mit viel Engagement und Geld unterstützen.

Viele Seiteneinsteigerinnen

Dr. Anwar Nabiyar, Vorsitzender des Vereins Eschan war im April in Afghanistan und hat jede Menge zu berichten. Die Anmeldezahlen in der ersten Klasse seien stabil. Es meldeten sich auch in der Mittel­stufe viele Seiteneinsteigerinnen an, weil der Unter­richt an ihrer eigenen Schule nicht fortgesetzt werden könne: Zu viele Mädchen seien abgemeldet worden, vermutlich nach einer Verheiratung. „Es zeigt sich also immer wieder, dass die Patenschaftsgelder für die Schülerinnen gut angelegtes Geld sind. Sie verhin­dern, dass die Mädchen verheiratet werden. Sie sind eben keine nutzlosen Esserinnen, sondern tragen zum Unterhalt der Familien bei“, heißt es im jüngsten Bericht über die Schule.

Anmeldezahlen in der ersten Klasse stabil

Schulleiterin Farida hat stellvertretend für das gesamte Team die zweithöchste Auszeichnung des Landes erhalten.
Schulleiterin Farida hat stellvertretend für das gesamte Team die zweithöchste Auszeichnung des Landes erhalten.

206 Schülerinnen erhalten monatlich ca. 7,50 Euro, au­ßerdem werden 21 Studentinnen durch Patenschaften (ca. 15 Euro) unterstützt, weil sonst die Finanzierung der Stipendien nicht möglich gewesen wäre.

Erneut haben im Herbst alle Abiturientinnen die Prüfung bestanden. Bis auf wenige Aus­nahmen werden sie studieren. Die Stadtverwaltung hat darum gebeten, sie nicht zu Leh­rerinnen auszubilden. Hier sei der schlimmste Mangel beseitigt. Fast alle werden Kran­kenschwestern, nachdem in 20 Kilometer Entfernung ein Ausbildungszentrum eröffnet worden ist. Einschließlich Transportkosten, Gebühren, Bücher- und Laborkosten sowie einem mini­malen Zuschuss zum Lebensunterhalt kostet die zweijährige Ausbildung pro Studentin und Monat ca. 60 Euro.

Viele zahlen in den Stipendienpool

Sie werden aus dem Stipendienpool finanziert, für den etliche Privatpersonen und Organisatio­nen gespendet haben. 4.500 Euro spendeten erneut die Sor­optimisten Lüdenscheid, 1.300 Euro der letzte Abitur-Jahrgang des Bergstadt-Gymnasiums, Jahr für Jahr kom­men 500 Euro vom Inner Wheel Club Meinerzhagen. Drei Studentinnen werden aus einem privaten Stipendium fi­nanziert, durch das zuvor bereits sieben Frauen ausgebildet worden sind.

Im Januar haben alle 17 Lehramtsstudentinnen ihr Examen abgelegt. Eine weitere Studentin, die in Kunst und Design ausgebildet worden ist, hat die Prüfung ebenfalls bestan­den. Damit haben bereits 46 junge Frauen einen Berufs­abschluss erreicht, fast alle haben eine entsprechende Ar­beitsstelle angetreten. 45 weitere Ehemalige der Atefa-Schule befinden sich noch im Studium, mehrere von ih­nen gehören zu den Besten ihres Ausbildungsinstitutes.

Zuschuss für die Busfahrten

Die Lehrerinnen erhielten 100 Euro für ein halbes Jahr zu­sätzlich zu ihrem kargen Lohn von monatlich ca. 50 Euro. Im Gegensatz zu vielen Lehrkräften anderer Schulen er­scheinen sie zuverlässig an ihrem Arbeitsplatz. Für den täglichen Transport der Lehrerin­nen von Kabul nach Estalef – die meisten wohnen nach wie vor nicht in Estalef – sind 7.000 Euro im Jahr nötig.

Auch die Angestellten (Hausmeister, Wasserbeauftragter, Putzfrau, Wächter) erhielten ihren Lohn (insgesamt 500 Euro), ebenso das dreiköpfige Schulkomitee, das alle Arbeiten und Zahlungen im Laufe des Jahres überwacht (250 Euro).

Kita St. Petrus und Paulus sammelte für Spielzeug

In diesem Jahr konnten dank einiger großzügiger Spenden viele neue Bücher und Lehr­mittel angeschafft werden, darunter auch kostspielige Werke wie ein zwölfbändiges Lexi­kon (ca. 3000 Euro für alle Bücher). Auch die Kita St. Petrus und Paulus hatte wieder ge­sammelt, so dass neues Spielzeug für den Kindergarten gekauft werden konnte (490 Euro).

Die gesamte Schule erhielt innen wie außen einen neuen Anstrich. Von außen leuchtet sie nun in einem ungewohnten Blau.
Die gesamte Schule erhielt innen wie außen einen neuen Anstrich. Von außen leuchtet sie nun in einem ungewohnten Blau.

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