Die künftige Nutzung des Kulturhauses durch die VHS war Thema im Stadtplanungs-Ausschuss.

Lüdenscheid. Kulturhaus und Volkshochschule künftig unter einem Dach. Das war am Mittwoch (19. August 2015) ein zentrales Thema im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt. Wie viele Räume soll die VHS künftig im Kulturhaus beziehen? Und welche Auswirkungen könnte das haben?

Die Fragen wurden eingehend diskutiert, obwohl die künftige Nutzung des Kulturhauses gar nicht explizit auf der Tagesordnung stand. Eigentlich stand an, einen Musikschul-Neubau auf dem Parkplatz nahe der Staberg-Gymnasien mittels Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss planungsrechtlich möglich zu machen.

Doch dieses Projekt hängt auch mit der Zukunft der Volkshochschule zusammen. Eine zentrale Frage: Wie wird der VHS-Raumbedarf künftig geregelt? Ist er etwa beim Musikschul-neubau zu berücksichtigen? Die aktuelle Unterbringung etlicher VHS-Räumlichkeiten in der Knapper Straße ist denen ein Dorn im Auge, die die städtischen Finanzen und die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzeptes besonders im Blick haben. Die Volkshochschule in einem Staberg-Neubau mit unterzubringen würde auch nicht zu den kostengünstigen Lösungen gehören.

VHS-Kulturhausnutzung soll Miete und Baukosten einsparen

Um das zu vermeiden und die aktuellen Mietkosten relativ schnell los zu werden, könnte sich ein umfassender Blick ins Kulturhaus anbieten, erläuterte Gudrun Abendroth von der Zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt Lüdenscheid (ZGW). War bislang nur erwogen worden die ungenutzten Restaurant- und Küchenräume des Kulturhauses für die Volkshochschul-Angebote zu nutzen, dachte man in den jüngsten Diskussionen einen VHS-Umzug konsequent weiter. Einzig der Theatersaal war tabu. Der rote Saal böte Platz für zwei Seminarräume, der violette für ein bis zwei Räumlichkeiten an, und der grüne Saal habe jetzt schon eine optimale Seminargröße, erläuterte die ZGW-Fachfrau. Mit solch einer Nutzung bräuchte man die Räume in der Knapper Straße für die VHS nicht mehr.

Hinzu komme, rechnete Kulturmanager Stefan Franz den Ausschussmitgliedern vor, dass die aktuelle Vermietung der Kulturhaus-Säle deutlich hinter den kalkulierten Zahlen zurück geblieben ist. Statt der erwarteten 105.000 Euro seien nur 66.000 herein gekommen.

„Richtungsentscheidung“ mit „Kröte“

Trotz der zwei starken Argumentationslinien mochte keine ungetrübte Begeisterung bei den Mandatsträgern aufkommen. Ist denn bei einer derart starken VHS-Nutzung des Kulturhauses, überhaupt noch eine Vermietung der Säle möglich?, so die besorgte Frage zum Beispiel von Harald Metzger (SPD) mit Blick auf Vereine und Parteien. Wohl nicht mehr, so Ausschussvorsitzender Björn Weiß. Das sei schon eine grundsätzliche „Richtungsentscheidung“. Ähnlich sah es SPD-Fraktionschef Jens Voß. Positiv an dieser Lösung sei die Reduzierung der VHS-Standorte. Dafür habe man die Kröte zu schlucken, dass das Kulturhaus dann nicht mehr das ist, was es mal war.

Die Lösung sei zu begrüßen, stellte Grünen-Fraktionsvorsitzender Otto Bodenheimer zu den Planungen fest. Auch Die Linke-Fraktionschef Michael Thomas-Lienkämper sah Positives, das Kulturhaus und VHS aus einer Zusammenarbeit ziehen könnten.

Fachbereichsleiter Martin Bärwolf wies bei der Frage vorhandener Räumlichkeiten für Veranstaltungen, Vereine und Parteien darauf hin, dass die ausreichend vorhanden seien. Darauf werde man von Seiten der Bezirksregierung bei Gesprächen zum Haushaltssicherungskonzept hingewiesen.

So weit die grundsätzlichen Einschätzungen von Behörden und Fraktionen. Vor einer konkreten Entscheidung in Sachen Kulturhaus hat sich Gudrun Abenderoth mit ihrem Team noch einigen Detailfragen zu widmen. Unter anderem warf Dr. Antje Heider (CDU) Fragen zur Akustik und Jan Eggermann (SPD) zum Eingangsbereich sowie zur Foyernutzung auf.

Im Musikschulgebäude neben dem Rathaus können die baulichen Defizite unter anderem wegen des Denkmalschutzes nicht behoben werden. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Neubau nahe der Staberger Gymnasien wurden im Stadtplanungsausschuss beschlossen.
Im Musikschulgebäude neben dem Rathaus können die baulichen Defizite unter anderem wegen des Denkmalschutzes nicht behoben werden. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Neubau nahe der Staberger Gymnasien wurden im Stadtplanungsausschuss beschlossen.

Bebauungsplan Staberg macht Musikschul-Neubau möglich

Formal abgestimmt wurde auch. Gegen die Stimme von Michael Wülfrath (FDP) wurde bei zwei Enthaltungen der Aufstellungsbeschluss für die 1. Änderung des Bebauungsplanes „Schulzentrum Staberg“ gefasst. Die rechtliche Voraussetzung, um am Staberg den Neubau der Musikschule planen zu können.

Über das denkmalgeschützte bisherige Musikschulgebäude heißt es in der Verwaltungsvorlage: „Die baulichen Defizite hinsichtlich Schallschutz, Raumzuschnitt und Raumvolumen können aufgrund der Baukonstruktion als ehemaliges Bürogebäude (alte Hauptpost) und der Auflagen des Denkmalschutzes nicht zufriedenstellend behoben werden.“ Deshalb sei im „Integrierten Handlungskonzept Altstadt Lüdenscheid“ ein Neubau der Musikschule vorgesehen. Am neuen Standort neben den Staberg-Gymnasien hofft man auf Synergieeffekte, z.B. eine Aula als Kammermusiksaal.

Der Parkplatz Staberg ist künftig als  Musikschul-Bauplatz im Bebauungsplan.
Der Parkplatz Staberg ist künftig als Musikschul-Bauplatz im Bebauungsplan.

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