Auftakt zur Klimatour (v.l.n.r.): Rainer Grünebaum (Physikant), Klaus Kremser (Energieberater VZ NRW), Minister Johannes Remmel, Birgit Wildt (Leiterin Koordinationsstelle Klima und Energie der Stadt Münster), Udo Sieverding (VZ NRW), Sascha Ott (Physikant ). Foto: Verbraucherzentrale

Lüdenscheid. Die meisten Verbraucher wissen nicht, wie viel Energie sie mit modernen Haushaltsgeräten sparen können. Sie unterschätzen, wie stark der Stromverbrauch von Kühlschränken und Co. auch seit der Jahrtausendwende noch gesunken ist. Dieses Ergebnis einer TNS Emnid-Umfrage hat die Verbraucherzentrale NRW beim Auftakt ihrer „Klimatour für NRW“ in Münster vorgestellt. Am Freitag, 15. August, macht die Klimatour von 15 bis 19 Uhr Station auf dem Lüdenscheider Sternplatz.

Moderne Geräte verbrauchen 65 Prozent weniger als vor 15 Jahren

Die Befragten sollten beziffern, um wie viel geringer der Stromverbrauch eines aktuellen Top-Geräts gegenüber einem Durchschnittsgerät von 1999 ist. Mehr als zwei Drittel unterschätzten bei Wäschetrocknern und Kühl-Gefrierkombinationen die tatsächlichen Einsparungen deutlich: Beide Geräte kommen mit einem guten Drittel der Energie aus, die ihre Vorgänger von 1999 benötigen. Der Verbrauch sank jeweils um rund 65 Prozent.

Durchschnittlich schätzten die Befragten aber, dass der Verbrauch nur um etwa 40 Prozent gesunken sei. Auch das Sparpotenzial von LED gegenüber Halogenlampen (rund 75 Prozent) und Fassadendämmungen (beim abgefragten Beispiel-Bauteil: 80 Prozent) verorteten die meisten deutlich zu niedrig – bei der Dämmung traf dies auf mehr als vier Fünftel der Schätzungen zu.

Effizienz und Einsparung die schlafenden Riesen

„Effizienz und Einsparung sind die schlafenden Riesen der Energiewende, die wir unbedingt wecken müssen. Damit uns das gelingt, müssen Privathaushalte ihre Einsparmöglichkeiten aber auch kennen und nutzen“, betonte Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, als Gastredner beim Klimatour-Auftakt. „Effiziente Technologien und sparsames Verhalten sind genauso entscheidend für den Klimaschutz wie die Nutzung erneuerbarer Energien.“ Beratung und Aufklärung über die Energieeffizienz von Geräten und Gebäuden seien deshalb unerlässlich.

Sparsame Haushaltsgeräte im Blickpunkt

Diesen Bedarf sieht auch die Verbraucherzentrale NRW und nimmt auf ihrer „Klimatour für NRW“ unter anderem sparsame Haushaltsgeräte in den Blick. „Das EU-Effizienzlabel und die Klassen A+++ bis G liefern wertvolle Informationen zum Energieverbrauch, sind in manchen Fällen aber irreführend“, erklärte Udo Sieverding, Leiter des Bereichs Energie der Verbraucherzentrale NRW. Ein Problem sei etwa, dass neue Kühlschränke mindestens die Bedingungen für die Klasse A+ erfüllen müssten, das Label aber dennoch alle Klassen bis D ausweise. „Dadurch sieht es so aus, als benötige ein Kühlschrank mit A+ relativ wenig Energie, während er tatsächlich zu den größten Stromverbrauchern auf dem Markt zählt“, erklärte Sieverding. „Handel und Hersteller haben damit leichtes Spiel, auch wenig effiziente Geräte als Schnäppchen darzustellen, obwohl ihr Kauf hohe Verbrauchskosten nach sich zieht.“

Klima schützen und Geldbeutel schonen

Damit Privathaushalte mit Wissen wie diesem gut informiert in Effizienz investieren können, setzt die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Klimatour durch 30 Städte auf Mitmach-Aktionen, kostenlose Beratungen und die Wissenschaftsshow der „Physikanten“. „Wir bringen das Thema Energiesparen in die Städte und laden alle zum Mitmachen ein“, sagte Sieverding. „Wir zeigen, dass wirklich jeder Einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und dabei noch seinen Geldbeutel schonen kann.“ Das bekräftigte auch Minister Remmel: „Die Mieterinnen und Mieter, die ihre Halogenlampen durch LED ersetzen, tun genau so viel für den Klimaschutz wie die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, die ihre 30 Jahre alte Heizungspumpe austauschen und den Stromverbrauch der Heizungspumpe damit um satte 90 Prozent senken.“

„Energy in the City – Die Klimatour für NRW“ führt die Verbraucherzentrale NRW bis Ende September im Rahmen des EU- und landesgeförderten Projekts „Klimaschutz und Energiewende konkret“ (KEK) durch.

Mehr Informationen dazu sowie alle 30 Termine der „Klimatour für NRW“ gibt es unter www.vz-nrw.de/klimatour.

Das Ergebnis der Effizienzumfrage gibt es zum Download unter

http://www.vz-nrw.de/effizienzumfrage

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