Die nachbarn feierten W. herbergs rückkehr nach der 2500-Kilometer-Tour auf dem Trecker. Foto: Herberg

Halver. Bis auf eine undichte Leitung und einmal Schwierigkeiten mit dem Treibstoff „null Problemo“. Das ist die Bilanz von Wilfried Herberg nach rund 240 Stunden auf dem Trecker und 2500 Kilometern zum Gardasse und zurück nach Halver.

Nachbarn feiern Rückkehr

Acht Wochen nach seinem Start begrüßten Nachbarn den Rückkehrer in Halver mit Zielband und einem „Herzlich willkommen“-Transparent. Der Ex-Pädagoge hatte sich einen Traum erfüllt: mit seinem alten Eicher, EM 235, Tiger 2 zum Gardasee, dem Urlaubsziel der Familie und zurück. Der 50 Jahre alte Trecker erwies dabei als verlässliches Zugpferd.

Wegen mangelnder Leistung musste Wilfried Herberg am Reschenpass den Motor auseinander nehmen und Diesel abpumpen. Foto: herberg
Wegen mangelnder Leistung musste Wilfried Herberg am Reschenpass den Motor auseinander nehmen und Diesel abpumpen.
Foto: Herberg

Auf der Rückfahrt, am Reschenpass, merkt Herberg, dass der Trecker keine Leistung mehr brachte. Mit einem Landmaschinenmechaniker, der seine Mittagspause opferte, wurde der Motor „zerlegt“, Diesel abgelassen. Herberg: „Danach ging es etwas besser.“ Er quälte sich dem dem Gespann, Wohnwagen im Schlepp, den Pass hinauf, stellte an nächsten Morgen die Ventile neu ein. Und siehe da: der Eicher zog wieder als wäre nichts gewesen. Herberg: „Ich weiß immer noch nicht, woran es wirklich gelegen hat.“ Vor Reutte in Österreich erwies sich eine Schnellstraße als Hindernis – für Trecker tabu. Zehn Kilometer Umweg musste Herberg in Kauf nehmen, was ihn drei Stunden Zeit kostete.

Polizei mit Gratis-Tipp

Überhaupt die Schnellstraßen. Hinter Koblenz überholte ihn eine Polizeistreife und bat: „Bitte folgen“. Der Halveraner war sich keiner Schuld bewusst, ein Treckverbot gab es nicht. Die Beamten hatten ihn auf der Schnellstraße über drei Kilometer nach hinten abgesichert. Ihre Begründung: aus der Entfernung sei die Geschwindigkeit nicht abzuschätzen und da dort schnell gefahren würde, wollten sie einem Auffahrunfall vorbeugen. Neben der Erklärung hatte die Polizei noch einen Gratis-Tipp: „Ein dickes Schild mit rotem Kreis und 20km/h dranmachen“, schildert Wilfried Herberg die Begegnung mit Nutzwert.

Nervig wurde es nochmal auf der letzten Etappe am Rhein, wo er einen Campingplatz anfahren wollte. „14 Prozent Steigung, das steilste Stück der ganzen Tour“, erinnert sich Herberg. Fahrer und Trecker samt Wohnwagen an der Kupplung nahmen die Herausforderung an, ärgerlich nur, dass der Platz seit drei Jahren geschlossen war. Das bemerkte der Halveraner aber erst, als er oben angekommen war.

Planung passte – nur der Verbrauch nicht

Klar, auf der Tour wurden alte Bekanntschaften aufgefrischt und neue geschlossen. Vor allem die Oldtimer-Fans in Italien hatten ein Herz für den Trecker aus dem Sauerland. Ein Italiener in Meran lud Herberg gleich in sein privates Museum ein. Er sammelt Porsche-Trecker. In den Garagen stehen 90 rote Schlepper der Marke, die für Edel-Autos bekannt ist.

Zum Saisonausklang nach Kreuzberg

Keine wirklichen Pannen, etliche Herausforderungen, neue Bekanntschaften und viele Eindrücke. Herbergs Bilanz der Trecker-Tour über die Alpen fällt positiv aus. Verschätzt hat er sich nur bei den Spritkosten. Der Verbrauch lag „erheblich über den zehn Litern auf 100 Kilometern.“ Die nächsten “Expeditionen“ werden wieder kleiner ausfallen. „Drei, vier Tagen mit Freunden“, stehen allenfalls an. Und auf jeden Fall will Wilfried Herberg zum Saisonausklang in Kreuzberg dabei – beim großen Treckertreffen an der Schnittstelle zwischen Rheinland und Westfalen. Aber das ist für den Halveraner ja quasi „um die Ecke“.

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