Anton Henkes, Peter Crone, Dr. Eckhard Trox und Bürgermeister Dieter Dzewas blättern in den prallen Musterbüchern. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Nadeln, Knöpfe, Souvenirs, Autoembleme – und –teile vom Tachoring bis zum Aschenbecher liegen auf dem Besuchertisch im Bürgermeisterzimmer. „Hochspannend“, sagt der Rathaus-Chef. Das Urteil erstaunt nicht. Immerhin liegen Produkte aus der rund 120-jährigen Firmengeschichte von Paulmann & Crone vor den Besuchern.

Peter Crone: „Gehört ins Museum“

Die Teile stammen aus dem Firmenbesitz und befinden sich jetzt im Eigentum der Stadt. Peter und Michael Crone, die beiden ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens, haben die komplette Firmensammlung der Stadt im Zuge einer Schenkung übereignet. Lange Jahre wurde der Schatz im Unternehmen aufbewahrt. „Für mich war immer klar: Diese Sachen bleiben in der Firma. Und wenn die mal nicht mehr ist, gehören sie ins Museum“, betonte Peter Crone bei der Vorstellung der Sammlung. Am Donnerstag wurde die Schenkung perfekt gemacht und mit einem Schlückchen Sekt gefeiert.

Über eine Million Teile

Ein Prosit auf die Schenkung. Fptp: Wolfgang Teipel
Ein Prosit auf die Schenkung. Fotp: Wolfgang Teipel

Für Museumsleiter Dr. Eckhard Trox bedeutet der historische Schatz eine große Bereicherung der städtischen Museen. „Die Aufarbeitung, Klassifizierung und Einordnung ins Museum wird dauern“, sagte Trox am Donnerstag.

Das verwundert nicht. Nach Schätzungen des Museumsleiters handelt es sich um über eine Million Einzelteile. Die Sammlung, versicherte Dr. Eckhard Trox, werde in der neu zu konzipierenden Dauerausstellung eine bedeutende Rolle spielen.

Erinnerungen werden wach

Bei Peter Crone werden Erinnerungen wach. „Der Käfer war mein Ding“, sagt er. Paulmann & Crone produzierte ab den 1950er Jahren den Tachoring, das Wolfsburger Wappen, das VW-Emblem, den herausziehbaren Aschenbecher, die Typenschilder und mehr für den Käfer. Zu den Kunden zählten später auch Opel, BMW und Mercedes, Skoda, Lamborghini und andere. „Für meinen Vater war Bosch das Größte.“ Klar, dass Junior Peter in der riesigen Lehrwerkstatt ein Praktikum absolvieren musste.

Die ordnende Hand von Anton Henkes

Anton Henkes, ab 1951 Werkzeugmacher bei Paulmann & Crone, hat Anfang der 1990er Jahre begonnen, die Sammlung zu pflegen. Mit Erfolg. Das bescheinigt ihm Museumsleiter Dr. Eckhard Trox: „Alles ist vorbildlich aufgearbeitet“, sagte er.

Ein Glücksfall: Die Sammlung spiegelt nämlich nicht nur einen großen Abschnitt der Lüdenscheider Industriegeschichte. Sie ist auch Zeuge deutscher Historie und enthält Produkte für viele Unternehmen, die längst vom Markt verschwunden sind – so wie Paulmann & Crone selbst.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here